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Phänomen Sophie Hunger
09. April 2010 15:42; Akt: 09.04.2010 16:44 Print
Hunger pfeift erfolgreich auf die Musikindustrie
von Felix Burch - Das Album «1983» von Sophie Hunger schoss in den Schweizer Charts aus dem Stand direkt an die Spitze - ohne Schützenhilfe eines mächtigen Platten-Labels oder grossartige Werbung. Facebook und Co. sind offenbar ihre beste Reklame.
Sophie Hunger ist ein Phänomen. Nicht nur ihrer speziellen Musik und Art wegen. Auch ihr Erfolg und wie sie diesen erreicht, ist äusserst ungewöhnlich. Diese Woche ist sie in den Swiss Charts auf Platz eins eingestiegen und das hat die 27-Jährige ohne die grosse Musikindustrie hinbekommen. Hunger hat keinen Plattengiganten im Rücken, für ihr neues Album «1983» wird keine kommerzielle Werbung gemacht.
Sophie Hunger: Ungemein erfolgreich, obwohl fast keine Werbung für ihre neue Platte gemacht wird. (Bild: Keystone)
Es gibt im Gegensatz zu den meisten anderen Interpreten in den Charts weder Zeitungsinserate noch Spots in Radio und Fernsehen. «Wir haben ein Werbebudget von einigen hundert Franken», bestätigt Christian Fighera gegenüber 20 Minuten Online. Der Manager und Mitinhaber des Lausanner Plattenlabels «Two Gentlemen» hat für den kommerziellen Erfolg seines Schützlings jedoch auch keine richtige Erklärung parat. «Ein Rezept gibt es nicht», sagt er. Viel Arbeit, unzählige Konzerte und ein gutes Team könnten jedoch zu dem Chartsturm beigetragen haben, über den sich Fighera natürlich freut: «Dass Sophie direkt auf Platz eins eingestiegen ist, ist einfach phantastisch.»
Facebook und My Space als Kommunikationskanäle
Woher also die Wirkung auf das zahlende Publikum, wenn auf Werbung verzichtet wird? Fakt ist, dass Hunger und Co. Portale wie MySpace und Facebook nutzen, um ihre Botschaften zu verbreiten: Immerhin 7618 User sind auf Facebook als Fans von Sophie Hunger registriert. Bei MySpace hat die Sängerin und Komponistin aktuell 8193 Freunde. «Wir nutzen diese Kanäle, überhäufen die Anhängerschaft aber nicht mit Infos. Vielleicht ist das der Trick», meint Fighera.
Vielleicht ist der Grund auch einfach Hungers gute Musik und vielleicht sind es ihre Aussagen, wie «Junge Leute, die sich nicht für Politik interessieren, sollte man ohrfeigen» (im Friday), die ankommen. Und vielleicht ist alles auch viel einfacher. «Unser Zauberwort heisst 'Pleasure'», sagt Fighera.




























