Del Rey-Album

08. Februar 2012 07:00; Akt: 08.02.2012 11:11 Print

Voll verrissen an die ChartspitzeVoll verrissen an die Chartspitze

«Born to Die» wird am Sonntag auf Platz eins der Schweizer Albumcharts einsteigen. Doch die amerikanischen Musik-Kritiker lassen kein gutes Haar an Lana Del Reys Debüt.

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«Trotz all ihres Gurrens über Liebe und Hingebung ist dieses Album das Äquivalent zu einem vorgetäuschten Orgasmus.» - «Pitchfork» «Gemessen an ihrem chicen Image ist es verwunderlich, wie langweilig, trostlos und ausgehungert ‹Born to Die› ist.» - «Rolling Stone» «In ‹Million Dollar Man› singt Del Rey so affektiert wie eine Fiona Apple unter Medikamenteneinfluss.» - Pitchfork «Ein aufgesetzter, durchschaubarer Schrei nach Aufmerksamkeit. Das ist traurig mitanzusehen, in einer putzigen Art und Weise - genauso wie die schlechtesten Abschnitte in ‹Born to Die›.» - «Los Angeles Times» «Das ist ein Album als Antiklimax. Das Komma, das den Essay beendet, nicht der Beginn eines neuen Abschnitts.» - «The New York Times» «‹Born to Die› löst Del Reys Probleme nicht, weil es sich dessen nicht bewusst ist; Es ist wie ein Multiple-Choice-Test, in dem jede Antwort mit ‹C› angekreuzt ist.» - «The New York Times» «‹Diet Mountain Dew› und ‹Off to the Races› zielen auf verwachsene, perlende Opulenz ab aber die Sängerin hat nicht die Persönlichkeit, das rüber zu bringen.» - «Pitchfork» «Ist sie Ute Lemper? Jessica Rabbit? Betty Boop? Nicht mal Del Rey weiss das genau.» - «USA Today» «Ihre Stimme ist schwach und affektiert, und ihre Song-Doktoren müssen verdammt nochmal an die Uni zurück.» - «Rolling Stone» «Lana Del Rey ist nicht annährend so überzeugende Fiktion wie David Bowies Ziggy Stardust, Madonna Ciccones Toy-Boy Persona oder sogar Taylor Swifts Figur: Taylor Swift.» - «Los Angeles Times» «Die ultimative Enttäuschung an ‹Born to Die› ist wie unzeitgemäss es sich anhört. Nicht bloss mit der Welt da draussen, sondern mit den einfachen mechanismen menschlicher Emotionen.» - «Pitchfork» «Del Rey hat viel Amy Winehouse gehört, kommt aber nie an das Gefühl in der Stimme ran wie die verstorbene Britin. Del Reys Versuche sind ohne Wahrhaftigkeit oder ein ‹Nach mir die Sinflut-Feeling›.» - «Los Angeles Times» «Del Rey macht erfolglos auf Vamp, in der Erwartung, dass das Publikum ihr diesen Retro-Act abnimmt.» - «USA Today» «Eine schwache Vorstellung der Schauspielerin/Sängerin Lizzy Grant.» - «Los Angeles Times» «Was eine verführerische List hätte werden sollen, wird zunehmend zum nervtötenden, sprunghaften und falschem Luder.Es ist ein Betrug, den sie nicht rüberbringt.» - «USA Today» «Sie zielt auf Trip-Hop- Balladen mit tragischem Vibe ab, so wie es Beth Orton getan hat. Die konnte aber singen.» - «Rolling Stone» «Del Rey zieht den Ärger auf sich, weil sie so wenig macht. Die Leute wissen nicht, was sie mit diesem unförmigen Ding eines Albums anstellen sollen, von dem man ihnen gesagt hat, sie sollen es lieben; Es zu hassen dagegen ist einfach, fast schon human.» - «The New York Times» «Del Rey hat noch nicht die Selbstbeherrschung oder stimmliche Reife, ihren Schöpfungen gerecht zu werden.» - «USA Today» «Ihre einzige Option ist es, sich die Schminke aus dem Gesicht zu waschen, die Haare durchzuschütteln und es in ein paar Jahren nochmal zu versuchen.» - «The New York Times» «Es klingt, als wäre es in einer Unterwasser-Kathedrale aufgenommen worden.» - «Los Angeles Times» «Es gibt jede Menge Lolita-Referenzen, obwohl ihre literarische Vorlage eher in Richtung ‹Fallen Angel› von Poison einzuordnen ist.» - «Rolling Stone» «Gegen Ende von ‹Born to Die› fühlt man sich, als habe man ein halbes Duzend Beruhigungstabletten eingeworfen.» - «Los Angeles Times» «Man sieht sie direkt vor sich, die selbsternannte Lolita-Sängerin, 25 Jahre alt aber Teenie-Unartigkeit ausströmend, wie sie durch die Gänge des Supermarkst läuft, in kurzen Shorts und falschem Hüftschwung und Pop-Referenzen in ihren Einkaufswagen legt.» - «Los Angeles Times»

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Das ist noch nicht oft vorgekommen: Kritiker verreissen Lana Del Reys neues Album gnadenlos. Und im Twitterverse gibts beinahe im Minutentakt neue Negativ-Kommentare zum Pop-Starlet. Haben wollen das Album der 25-Jährigen aber trotzdem alle. Nachdem «Born to Die» bereits die Charts in elf Ländern anführt, wird Del Rey am Sonntag laut der offiziellen Schweizer Hitparade auch auf Platz eins der heimischen Albumcharts einsteigen. Ein riesiger Erfolg für die Sängerin, die wegen ihrer Künstlichkeit und schwacher Live-Stimme arg unter Beschuss geraten ist.

Die heftige Kritik könnte ihr auch schon an die Nieren gegangen sein. In der Märzausgabe der «Vogue» sagte sie: «Ich glaube nicht, dass ich noch ein Album schreiben werde. Ich habe das Gefühl, dass ich alles, was ich sagen wollte, bereits gesagt habe.»

Diese Meldung dürfte zumindest bei den Musikjournalisten in den USA für kollektives Aufatmen sorgen. Denn die haben an «Born to Die» kein gutes Haar gelassen. Wie gnadenlos die Kritiker Del Rey durch den Kakao gezogen haben, können Sie in unserer Bildstrecke nachlesen.

(cat)

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  • hiob am 09.02.2012 16:58 Report Diesen Beitrag melden

    fame hat mit sympathie nicht viel zu tun

    alle die sich wundern warum sie so erfolg hat: 1. geld... 2. lies erstens.

  • walter zimmermann am 08.02.2012 14:46 Report Diesen Beitrag melden

    ich find sie geil!

    LdR hat eine tolle Stimme und die neue Platte ist super! Auch wenn das die Musikkritiker nicht so sehen. Habe den Kommentar von DRS 3 gehört, da kam sie auchs ehr schlecht weg. Einige Aussagen des Kritikers kann ich nicht nachvollziehen und ich glaube, er plaperte einfach bloss ins selbe Rohr wie die Amis. OK live würde sie mich auch langweilen, aber ihre Lieder sind stark und ich finde sie sexy!

  • Manuel am 08.02.2012 14:41 Report Diesen Beitrag melden

    Viel lieber Christina Perri

    Wieso spricht hier niemand von Christina Perri? Sie schreibt Ihre Lieder auch selber (auch mit besseren Songtexten) und ihr Stimme ist um einiges besser als die von Lana del Rey. Jar of Hearts ist einfach ein Hammersong!