Heidi Klum

26. Mai 2009 12:45; Akt: 27.05.2009 11:22 Print

«Der Exzess der Nichtigkeit»«Der Exzess der Nichtigkeit»

von Philipp Dahm - Während die Quoten von Heidi Klums deutscher TV-Show bei ProSieben für Sektstimmung sorgen, probt die Presse den Aufstand gegen die «Hexe», die «nervt» und deren Sendung für manchen ein «Exzess der Nichtigkeit» ist. Der (Werbe-)Star und sein Clan haben ein Medienproblem.

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Während Heidi Klum in den USA immer beliebter wird, ist ihr Ansehen in Deutschland im Mai 2009 nicht mehr das beste. Die Amerikaner lieben das Model für ihren Witz, : «Er ... ... macht immer den Po-Check. Und ich checke seinen. Ich mag ihn in Jeans. Ich mag ihn in allem. Ich mag ihn ohne alles.» : «Die Leute machen ständig Witze über die Deutschen. Also ... ... sagte ich am Anfang meiner Model-Karriere: Das sind deutsche Brüste - eine heisst Hans, die andere heisst Franz.» In Europa dagegen gibt es andere Stimmen. : «Heidi Klum kenne ich nicht. In Frankreich ... ... hat es sie nie gegeben.» : «Ein Topmodel ist sie nicht, sondern ein Werbegirl.» Für Stirnrunzeln sorgte auch Günther Klum. Anno 2005 hatte er versucht, einen Blogger zu verklagen, der sich über den McDonald-Werbespot von Heidi lustig gemacht hatte und in dessen URL der Name der Klum aufgetaucht war (). Ihre Castingshow steht auch unter Beschuss. : «Mit welcher Kälte und Arroganz sie diese naiven jungen Mädchen vorführt - widerlich.» Ich finde Heidis Sendung degradierend. Junge Mädchen werden da fertiggemacht», Nachdem Roger Willemsen Klum heftig angegangen ist, diskutieren Feministinnen mit Klum-Fürsprechern wie Porno-Dolly-Buster und Aufklärer Oswalt Kolle. Selbst die «Gala» wird bei Klums Hoheitsanspruch in Sachen Laufsteg sarkastisch: «Da ist Heidi natürlich unantastbar», . kommt wie Klums Hausblatt «Bild» aus dem Axel-Springer-Verlag. Doch auch hier wird über die Kritiken berichtet: Etwa, dass Alice Schwarzer ihr den Titel «Pascha des Monats» ihrer Zeitschrift «Emma» verliehen hat. . Die aus dem Nachbarland ätzt dagegen: «Sie nervt nur noch!» Auch das beschäftigte sich im Mai 2009 auf dem Titel mit dem Model und fragt: «Wer ist Heidi Klum wirklich?»

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Die Wut muss sich über eine längere Zeit angestaut haben. Anders ist es nicht erklärbar, dass Roger Willemsen sich derart deutlich Luft verschafft in Sachen Heidi Klum. Mit Blick auf «Germany’s Next Topmodel» («GNTM») ätzte der Literaturpapst in der «taz»: «Der Exzess der Nichtigkeit aber erreicht seinen Höhepunkt, wo Heidi Nazionale mit Knallchargen-Pathos und einer Pause, in der man die Leere ihres Kopfes wabern hört, ihre strenge Entscheidung mitteilt, und wertes von unwertem Leben scheidet.» (20 Minuten Online berichtete)

«Scheiss aus ihr rausprügeln»

Und damit nicht genug: Weiter befand der 53-jährige Denker, die «unschöne Frau mit laubgesägtem Gouvernanten-Profil» sei frauenfeindlich und könne bloss «kleine Mädchen zum Weinen» bringen: «Da möchte man dann elegant und stilsicher, wie der Dichter sagt, sechs Sorten Scheiss aus ihr rausprügeln», schimpft Willemsen weiter. Sie sei bereits selbst wie eine Lifestyle-Ware, die jungen Frauen suggeriere: «Werdet genau so. Kalkulierbar, käuflich und unter Abwesenheit jeder Persönlichkeitsregung beobachtbar.»

Seine Kollegen vom ARD-Kulturformat «titel, thesen, temperamente» schlugen in dieselbe Bresche. Der Wagen, den die Gewinnerin bekommt, rollt wie ein Perpetuum mobile immer wieder durchs Bild, das Magazin, dessen Cover sie ziert, taucht ständig in der Show auf. Und was ist mit Klums Werbespot für ein Gitarren-Computerspiel? «Was für ein Zufall: In der Castingshow mussten die Mädchen genau diesen Clip nachstellen.»

«Heidi Klum nervt nur noch!»

Während die deutsche «Vogue» der Model-Übermutter eine exklusive Ausgabe widmet, titelte das deutsche Klatschmagazin «In Touch» dagegen unlängst: «Sie nervt nur noch!» Auch der «Stern» beschäftigte sich auf dem Cover mit «Hexe» Heidi, die bei unserem Nachbar laut dem Hamburger Magazin «geliebt und gehasst» wird. Belegt wird die These von einer Umfrage: Obwohl starke 96 Prozent der Deutschen die Klum kennen und 85 Prozent meinen, sie sei eine «clevere Geschäftsfrau», finden sie bloss 61 Prozent «alles in allem» sympathisch.

Sprich: Obwohl sie unbestritten gut aussieht, obwohl sie jeder kennt und fast alle sie für einen Menschen mit Verstand halten, erreicht sie verhältnismässig wenig Herzen. Für ihr Image als knallharter Verhandlungspartner hat vor allem Günther Klum gesorgt, der Patriarch der Familie. Mit Heidis jeweiligen Agenturen fädelte er Werbeengagements ein wie einen vier Jahre umfassenden Vertrag mit einer Fast-Food-Kette. Die Kontakte zu einem Weingummi-Produzenten und zu der Firma, die seither die Düfte der «GNTM»-Kandidatinnen herstellt, machten aus dem Model einen Werbestar.


Selbstvermarkterin Heidi Klum ist gern gesehener Gast im US-TV, wo sie als witziger Gesprächsprtner geschätzt wird. Hier nur ein Beispiel: Die Deutsche bei Ellen DeGeneres. Quelle: YouTube

An ihrem Erfolg in den USA hat der Klum-Clan ebenfalls hart gearbeitet - und wird heute dafür belohnt. Ihre Jungdesigner-Castingshow «Project Runway» in den USA ist ein Liebling der Kritiker, ihr «Auf Wiedersehen!» Kult, weiss der «Stern»: «Drüben ist Heidi ein Star. Weil sie nett deutsch ist.» In Deutschland dagegen leide ihr Ruf. «Weil sie so verdammt amerikanisch ist.» Kommerziell läuft es hüben wie drüben – dank Günther, dem Geschäftsführer der Heidi Klum GmbH und Co. KG aus Bergisch Gladbach.

Kalter Kläger

Gnadenlos wird Günther Klum, wenn es um Geld geht. Gut 216 000 Franken wollte er von einem deutschen Sozialhilfeempfänger haben, der auf einem Flyer unwissentlich ein Heidi-Bild benutzte (20 Minuten Online berichtete). Das Gericht sprach ihm schliesslich 3500 Franken zu. Auch die Verträge der «GNTM»-Kandidatinnen, die seit der letzten Staffel direkt von dem Clan gemanagt werden, standen in der Öffentlichkeit wegen harter Bedingungen in der Kritik (siehe Artikel).

Fiona Erdmann, die «Zicke» der vorletzten Staffel, bestätigt beim Onlinedienst MSN, dass Klum Senior alles Rechtliche fest im Griff hat: «Wie bei allen Finalkandidaten hatte er sich auch meine Internet-Domänen www.fionaerdmann.de und www.fiona-erdmann.de gesichert.» Seine Begründung sei damals gewesen, er wolle die Seiten nur sichern, um Kandidatinnen zu schützen. «Gefragt, ob wir das auch wollen, hat er natürlich nicht. Er bot mir aber an, dass ich sie ihm abkaufen könnte. Aber ich werd’ mich hüten, dem noch Geld in den Hintern zu blasen», so die Ex-Kandidatin.

Wie im Mafia-Film

Geschrieben wird über diese Machenschaften jedoch erstaunlich wenig. Hat Medien-Deutschland etwa Angst vor der Medienmacht der Klum-Familie? Ob Fernsehfachleute oder Marketing-Macher: Viele Menschen würden sehr schweigsam, wenn es um Günthers Geschäftsmethoden geht, musste der «Stern» bei seiner Recherche erfahren: «Es ist ein bisschen wie in einem Mafia-Film.» Auch fordern könne Günther gut: Die letzte «GNTM»-Staffel soll bloss deshalb so viel in Los Angeles gedreht worden sein, weil es zu teuer wäre, Klums Entourage dauernd nach Deutschland zu fliegen. Selbst Interviewanfragen an «Warner Music», das Label von Heidis Gatten Seal, sind unter Kontrolle. Wer mit dem Sänger über seine Frau sprechen wolle, brauche erst den Segen des Herrn Papa.

Dieses Gebaren und das knallharte Verhalten der Heidi Klum in ihrer Quoten-Erfolgsshow dürften den Willemsen’schen Wutausbruch befördert haben. Vater Klum ficht die Kritik jedoch nicht an. «Heidi hat solchen Leuten nichts zu entgegnen. Wer oben ist, bekommt auch manchmal etwas ab. Und ganz ehrlich – der Erfolg gibt Heidi recht. Und nicht Herrn Willemsen», tönte der bei «Bild». Doch selbst das Klatschblatt «Gala» gibt mittlerweile Kontra: «Erst vor zehn Tagen stand Roger Willemsen bei einer Preisverleihung ganz oben. Der Doktor wurde für seine `treffende Sprache´ geehrt.»

Er habe Heidis Unantastbarkeit scharf, aber «doch kunstfertig» ins Visier genommen. Wenn sich schon die «Gala» gegen den Cash-Clan stellt, hat die lebende Dauerwerbesendung Klum wohl wirklich ein Imageproblem.

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  • dieExperten am 31.05.2009 13:49 Report Diesen Beitrag melden

    Go Sara, go!

    Wetten das diese "Experten" auch gewettet hatten dass sie keinen Chancen hat zu gewinnen?

  • madelaine am 31.05.2009 13:38 Report Diesen Beitrag melden

    heidy

    wer so einen müll schaut der soll dass aber zeitungen auch von solchen nun ja weibern leben ist doc auch klar. heidy ist eine schreckliche person kal und herzlos, sich in den mittelpinkt stellnd selber mal was gutes tun mit all dem vielen geld? also sie soll in amerika bleiben, nur dort wollen die

  • Selma Friedrich am 30.05.2009 23:00 Report Diesen Beitrag melden

    Nunja...

    ... da schien jemand ein wenig Wut im Bauch gehabt zu haben. Was ich durchaus verstehen kann. Die Sendung ist doch schlicht eine große Vermarktungskampagne für Heidi und Pro7. Dem Zuschauer wird vorgegaukelt, dass die Mädchen eine tatsächliche Chance hätten. Leider durchschaut das nicht jeder.