19. Februar 2008 10:19; Akt: 19.02.2008 12:27 Print

Dildo-Kunstschreiner erregt ein DorfDildo-Kunstschreiner erregt ein Dorf

Weil sich mit Elchfiguren kein Geld mehr verdienen liess, laufen in einem kleinen Familienbetrieb in Deutschland hölzerne Lustbringer über die Werkbank. Nicht alle im Ort freuts.

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Die verschlafene 600-Einwohner-Gemeinde Hettigenbeuern ist ausser Rand und Band. Seit der 52-jährige Maschinenschlosser Elmar Thüry seine ganze Familie für die Herstellung von Holzdildos und -Vibratoren einspannt, ist der Dorffrieden gestört.

Die Nachbarn goutieren nicht, dass Thüry mit handgefertigten Sextoys, die er erfolgreich über seinen Online-Shop «waldmichlsholdi.de» anpreist, Hettigenbeuern zweifelhafte Publicity verschafft. Eine Dorfbewohnerin im knappen Trainer kommentiert das Wirken Thürys in einem Fernsehinterview als «Sauerei», ein vorbeiradelnder älterer Herr stimmt der aufgebrachten Dame kopfnickend zu.

«Die Leute haben ein moralisches Problem damit, dass so etwas in einem so kleinen Örtchen hergestellt wird», erklärt der tüchtige Handwerker die Reaktion der Hettigenbeuerner.

Das Fass zum Überlaufen brachte Thüry laut «stuttgarter-zeitung.de», als er Werbeprospekte in Hettingbeuern verteilen liess. Das Übrige tat eine in Deutschland ausgestrahlte Fernsehsendung.

Liebhaberinnen der Lustbringer aus Fichtenholz müssen trotz heftigem Protest seitens vieler Hettingbeuerner nicht um Nachschub aus der Manufaktur «waldmichlsholdi.de» bangen: Der findige Geschäftsmann und Handwerker lässt sich auch zukünftig nicht vom Dildo-Holzweg abbringen. Thüry kann sogar in seiner Heimat mit lukrativer Unterstützung rechnen: Es wird gemunkelt, zwei Dorfbewohnerinnern hätten jeweils einen Dildo der Serie «Eichelhauer» bestellt.

(rre)