Deutsche Moderatorin

28. Oktober 2009 11:52; Akt: 28.10.2009 13:20 Print

Nur der Manager versteht die SVP-KritikNur der Manager versteht die SVP-Kritik

von Katharina Bracher und Philipp Dahm - Schweizerdeutsch für Schweizer Sendungen, fordert die junge SVP und will ein deutsches Playmate aus dem Internetprogramm kippen. Während selbst Hardliner Hans Fehr inzwischen zurückrudert, kann der Manager des Playmates, das auf usgang.tv eine Sendung moderiert, die Kritik verstehen.

Bildstrecke im Grossformat »

  • Artikel per Mail weiterempfehlen
Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

«Grundsätzlich vertrete ich dieselbe Meinung wie die SVPler», sagt Alena Gerbers Manager Claudio Catrambone gegenüber 20 Minuten Online. Das 20-jährige Playmate ist vor einem Monat nach Zürich gezogen, um Moderatorin auf usgang.tv zu werden. Von SVP-Exponenten hagelte es heute Kritik an ihrer Person. Der Grund: Sie spreche kein Schweizerdeutsch und habe eine typisch deutsche Arroganz, wie Erich Hess, Präsident der jungen Schweizer SVP gegenüber der deutschen Zeitung «Bild» sagte (20 Minuten Online berichtete).

Alina Gerbers Manager kann zwar verstehen, dass die SVP Kritik an der deutschen Einwanderung in die Schweiz übt, findet aber, dass die Politik sich nicht in die Unterhaltungsindustrie einmischen solle. «Die Schweiz hat jetzt weitaus wichtigere Probleme», kritisiert Catrambone.

Fehr: «Ich habe den Sack statt den Esel geschlagen»

SVP-Nationalrat Hans Fehr forderte einen Schweizerdeutsch-Kurs für alle deutschen Führungskräfte in der Schweiz. Wie 20 Minuten Online in Erfahrung brachte, belegt Alena Gerber, im Gegensatz zu den zahlreichen deutschen CEOs in der Schweiz, bereits einen Kurs in Schweizer Mundart. Die Münchnerin versteht ausserdem mühelos Schweizerdeutsch. Fehr dazu: «Das habe ich nicht gewusst.» Wenn das so sei, dann habe sie den Test bestanden: «Sie ist ein gutes Beispiel für gelungene Integration.»

Im Übrigen habe er nichts gegen Alena Gerber, er habe nicht einmal ihre Moderation gesehen. Andere hätten ihm Gerber beschrieben und er sei zum Schluss gelangt, dass die deutsche Blondine ein «maschinengewehrartige Hochsprache» spreche, die an Steinbrück, Müntefering und Konsorten gemahne.

Fehr sah darin einen Aufhänger, um das Thema der deutschen Zuwanderung und die Personenfreizügigkeit allgemein auf den Tisch zu bringen. «Ich habe den Sack statt den Esel geschlagen», meint Fehr entschuldigend. Er wolle aber betonen, dass er die ganze Angelegenheit auch nicht todernst genommen habe. Trotzdem ist er der Meinung: Vor allem in hiesigen Medienhäusern müsse man darauf achten, Schweizer Talente zu bevorzugen.

«Alena Gerber ist ein Ausnahmetalent, wie man es in der Schweiz nicht findet»

Manager Catrambone sagt, die Macher von usgang.tv hätten die Qualitäten von Alena Gerber sonst nirgendwo in der Schweiz gefunden. Die schöne Deutsche sei ein Ausnahmetalent. «Sie weiss Frechheit, Schönheit und Humor miteinander zu verbinden.» Man habe bislang nur positive Reaktionen von den Zuschauern erhalten.

Erich Hess, Präsident der jungen SVP , der Alena Gerber «deutsche Arroganz» vorwarf, bleibt trotzdem dabei: «Man hätte eine Schweizerin mit denselben Qualitäten gefunden», sagt er gegenüber 20 Minuten Online. Angesichts der Tatsache, dass es in der Schweiz einfach zu viele deutsche Arbeitnehmer gebe, müsse sich jeder Unternehmer darum bemühen, Schweizer zu bevorzugen.

Zu den Integrationsbemühungen von Alena Gerber sagt der Berner: «Schweizerdeutsch lernt man nicht von heute auf morgen.» Ausserdem gehörten zur Integration nicht nur die Sprache, sondern auch Wissen über Schweizer Themen. «Ein Mundart- und ein Integrations-Kurs für alle Deutschen in der Schweiz - das wäre das Richtige», resümiert Hess.


Alena Gerber moderiert ihre eigene Show auf usgang.tv. (Video: YouTube)

20min Login Facebook Connect
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

  • Stenareva am 30.08.2010 01:05 Report Diesen Beitrag melden

    Toleranz und Anpassungsfähigkeit üben?

    Da ich im Ausland lebe, habe ich doch viel Erfahrung mit anderen Kulturen. In Spanien ,finde ich,dass die Deutschen sich sehr gerne, als Deutsche benehmen und sich keineswegs so leicht anpassen. Adios Paella. Auf Korsika kenne ich viele Deutsche, die es in zwanzig Jahren nicht schafften, französisch, geschweige korsich zu lernen. Dies fehlt ihnen auch nicht. Sie bevorzugen ihre Landsleute . Lieben Korsika vorallem ohne Korsen. Was akzeptiert wird ist korsische Folklore, Meer und Sonne, Wein und Wurst. In vielen Gegenden werden Deutsche als überheblich empfunden. Wieso eigentlich?

  • Birtler am 02.05.2010 04:55 Report Diesen Beitrag melden

    Ex NRJ Radiofrau funkt jetzt in Berlin

    Katrin Wilde ist bei RS2 Berlin gelandet und hat die "Schweizer Gastfreundschaft" vielleicht inzwischen verdaut...

  • Meik am 05.01.2010 02:55 Report Diesen Beitrag melden

    Einfach mal die Füße still halten /prost

    Ich habe bisher bei meinen Winterurlauben/Asthma-Kuren in der Schweiz nur Gastfreundlichkeit erfahren! Es bringt nichts, alle über einen Kamm zu scheren! Zum Schweizerdeutsch: Ich finde diesen Dialekt irgendwie süß!