30. April 2008 15:46; Akt: 26.05.2008 11:34 Print

Miley Cyrus, das 1-Milliarden-GirlMiley Cyrus, das 1-Milliarden-Girl

von Manfred Sim Toppel - Der Disney-Konzern erwirtschaftet mit Miley Cyrus («Hannah Montana») einen Milliarden-Umsatz. Deshalb will Disney das saubere Image von Cyrus auch um jeden Preis erhalten.

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«Hannah Montana» ist eine erfolgreiche Popsängerin, die ein geheimes Doppelleben führt. Wenn sie nicht mit blonder Perrücke auf der Bühne begeistert, geht sie als Miley Ray Stewart ganz normal zur Schule. Gespielt wird sie von Destiny Hope «Miley» Cyrus. Sie kam am 23. November 1992 im US-Bundesstaat Tennessee zur Welt. Mit neun Jahren begann sie mit der Schauspielerei,... ... im Alter von zwölf Jahren sprach sie für die Rolle der Hannah Montana vor. Sie hat einen kleinen Bruder, eine jüngere Schwester und drei Halbgeschwister. In der Serie ist sie ohne ihre (Film-)Mutter aufgewachsen. Die Jungdarstellerin ist die Tochter des County-Sängers Billy Ray Cyrus, der auch im TV ihren Vater spielt. Als Robby Ray Stewart spielt er ebenfalls einen Ex-Country-Sänger, der als Hannahs Manager und Produzent agiert. Miley Stewart hat zwei Serienfreunde, die ihr zur Seite stehen. Da wäre zum einen ihre Freundin Lillian «Lilly» Truscott, die schon Hannah Montana-Fan war, bevor sie Mileys Geheimnis kannte. Lilly ist die Verrückte, die immer... ... andere Perücken trägt und sich immer wieder neue Fantasienamen gibt. Sie wird von Amily Osment gespielt, die genau so alt ist wie Miley Cyrus. Mileys zweite Vertrauensperson ist Oliver Oscar Jackson, mit dem sie schon seit der Vorschule befreundet ist. Oliver war in Hannah verliebt bis er heraufand, wer hinter der Star-Fassade steckt. Wenn er in der Serie mit Hannah und Lilly... ... auftritt, nennt er sich «Mike Standley, der Dritte». Gespielt wird seine Rolle von Mitchel Musso, der im wahren Leben lange mit «Lilly» Emily Osment zusammen war. Er ist ein Jahr älter als seine Schauspielkolleginnen. Jason Earles spielt Mileys Bruder Jackson Rod Stewart. Das Geschwisterpaar streitet häufig, wenn es jedoch drauf ankommt, halten die beiden zusammen. Jackson jobt in einem Surf-Shop. Die Serie feierte 2006 seine Premiere. In der zweiten Staffel wechselt Miley Stewart von der Middle School auf die High School. Eine dritte Staffel ist in Arbeit. Miley Cyrus mit Mutter Leticia.

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Eine äusserst erfolgreiche Franchise des Disney-Konzerns ist in Gefahr: Seit der Veröffentlichung der «Vanity Fair»-Bilder, fotografiert von Annie Leibovitz, bestürmen erzürnte Eltern den Unterhaltungs-Konzern und regen sich darüber auf, dass er es zuliess, dass sich sein Teenager-Star Miley Cyrus halbnackt ablichten liess. Die Eltern argumentieren, dass die Jungschauspielerin ein Vorbild für ihre Kinder sei, und dass sie nun um deren Wohl bangen, wie verschiedene US-Medienberichten verlauten lassen.

122 Spielwarenartikel

Die emotionsgeladenen Reaktionen der besorgten Eltern nehmen die Disney-Bosse mehr als ernst. Erwarten sie doch alleine für 2008 Einnahmen von umgerechnet über einer Milliarde Franken aus dem Geschäft mit der Marke «Hannah Montana», wie die US-Zeitung «New York Times» berichtet. Und dieses Geschäft wollen sie sich auf keinen Fall entgehen lassen.

Neben der eigentlichen Sitcom, die seit 2006 in den USA und seit 2007 auch in Europa läuft, gibt es eine Unzahl an Merchandising-Artikeln rund um «Hannah Montana». Alleine die Spielwarenkette «Toys 'r us» listet 122 einzelne Artikel zu dem Suchbegriff «Hannah Montana» auf. Zu kaufen gibt es unter anderem den «Backstage Make Up»-Schminkkoffer, eine akustische und eine elektrische Gitarre, Computer- und Konsolen-Games, Spielzeugpuppen und einen LCD-Fernseher im sternenübersäten Kitschdesign à la «Hannah Montana».

Daneben ist Mitte April eine neue CD mit Songs von Miley Cyrus erschienen, ein abendfüllender Film soll 2009 die Fans ins Kino locken, und erst vor kurzem unterschrieb die 15-Jährige bei ihrem Arbeitgeber Disney einen Buchvertrag für ihre Memoiren über einen siebenstelligen Betrag.

Ein erheblicher Wirtschaftsfaktor für Disney

Im Wettbewerb um die hart umkämpften Kabelfernseh-Marktanteile in der Zuschauerkategorie der 6- bis 14-Jährigen Mädchen, die als sehr konsumfreudig gelten, ist Disney einer der ganz Grossen. Immerhin die Hälfte der erfolgreichsten zehn Sitcoms im US-Kabelfernsehen stammen aus dem Hause des Konzerns mit der Maus.

Das alles zeigt auf, wie viel von «Hannah Montana» abhängt. Da erscheinen die anklagenden Worte der Disney-Bosse gegenüber der Modebibel «Vanity Fair» und die blitzschnell veröffentlichte Entschuldigung von Miley in gänzlich anderem Licht. Cyrus ist ein Wirtschaftsfaktor erster Güte, den sich die Disney-Chefs erhalten wollen. Da hat es keinen Platz für halbnackte «Kunst-Fotografien».

Ach ja, was hat eigentlich Miley von dem ganzen «Hannah Montana»-Trubel? Nun, letztes Jahr füllten sich ihre Kassen um satte 18,2 Millionen Franken. Macht das Entschuldigungen einfacher?