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30. April 2008 15:46; Akt: 26.05.2008 11:34 Print
Miley Cyrus, das 1-Milliarden-Girl
von Manfred Sim Toppel - Der Disney-Konzern erwirtschaftet mit Miley Cyrus («Hannah Montana») einen Milliarden-Umsatz. Deshalb will Disney das saubere Image von Cyrus auch um jeden Preis erhalten.
Eine äusserst erfolgreiche Franchise des Disney-Konzerns ist in Gefahr: Seit der Veröffentlichung der «Vanity Fair»-Bilder, fotografiert von Annie Leibovitz, bestürmen erzürnte Eltern den Unterhaltungs-Konzern und regen sich darüber auf, dass er es zuliess, dass sich sein Teenager-Star Miley Cyrus halbnackt ablichten liess. Die Eltern argumentieren, dass die Jungschauspielerin ein Vorbild für ihre Kinder sei, und dass sie nun um deren Wohl bangen, wie verschiedene US-Medienberichten verlauten lassen.
122 Spielwarenartikel
Die emotionsgeladenen Reaktionen der besorgten Eltern nehmen die Disney-Bosse mehr als ernst. Erwarten sie doch alleine für 2008 Einnahmen von umgerechnet über einer Milliarde Franken aus dem Geschäft mit der Marke «Hannah Montana», wie die US-Zeitung «New York Times» berichtet. Und dieses Geschäft wollen sie sich auf keinen Fall entgehen lassen.
Neben der eigentlichen Sitcom, die seit 2006 in den USA und seit 2007 auch in Europa läuft, gibt es eine Unzahl an Merchandising-Artikeln rund um «Hannah Montana». Alleine die Spielwarenkette «Toys 'r us» listet 122 einzelne Artikel zu dem Suchbegriff «Hannah Montana» auf. Zu kaufen gibt es unter anderem den «Backstage Make Up»-Schminkkoffer, eine akustische und eine elektrische Gitarre, Computer- und Konsolen-Games, Spielzeugpuppen und einen LCD-Fernseher im sternenübersäten Kitschdesign à la «Hannah Montana».
Daneben ist Mitte April eine neue CD mit Songs von Miley Cyrus erschienen, ein abendfüllender Film soll 2009 die Fans ins Kino locken, und erst vor kurzem unterschrieb die 15-Jährige bei ihrem Arbeitgeber Disney einen Buchvertrag für ihre Memoiren über einen siebenstelligen Betrag.
Ein erheblicher Wirtschaftsfaktor für Disney
Im Wettbewerb um die hart umkämpften Kabelfernseh-Marktanteile in der Zuschauerkategorie der 6- bis 14-Jährigen Mädchen, die als sehr konsumfreudig gelten, ist Disney einer der ganz Grossen. Immerhin die Hälfte der erfolgreichsten zehn Sitcoms im US-Kabelfernsehen stammen aus dem Hause des Konzerns mit der Maus.
Das alles zeigt auf, wie viel von «Hannah Montana» abhängt. Da erscheinen die anklagenden Worte der Disney-Bosse gegenüber der Modebibel «Vanity Fair» und die blitzschnell veröffentlichte Entschuldigung von Miley in gänzlich anderem Licht. Cyrus ist ein Wirtschaftsfaktor erster Güte, den sich die Disney-Chefs erhalten wollen. Da hat es keinen Platz für halbnackte «Kunst-Fotografien».
Ach ja, was hat eigentlich Miley von dem ganzen «Hannah Montana»-Trubel? Nun, letztes Jahr füllten sich ihre Kassen um satte 18,2 Millionen Franken. Macht das Entschuldigungen einfacher?

























