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15. Dezember 2004 23:28; Akt: 15.12.2004 23:29 Print
«Tell»: National-Epos wird zum Computer-Game
Mit Wilhelm Tell die Nation befreien: Im PC-Game «Tell – Dawn of a Legend» wird der Nationalheld zum Ego-Shooter. Das sorgt für eine Kontroverse.
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Tell als Ego-Shooter-Held: Ist das in Ordnung?
«Wir wollen die Sage Tell entmystifizieren», sagt Reto Schmid (22) aus Frick, der mit seinem 16-köpfigen Team mitten in der Entwicklung des Spiels steckt. Im PC-Game, das 2006 erscheinen soll, kämpft der Spieler an der Seite des Nationalhelden und erlebt auf dem Streifzug durch die Innerschweiz Abenteuer, Intrigen, Romanzen und Gemetzel. «Die Game-Story ist frei erfunden», sagt Schmid zu einem «Facts»-Bericht. Gekämpft wird mit Armbrust, Schwert oder Axt, und auch die Innerschweiz wird landschaftlich realistisch dargestellt – ansonsten sind Realität und Historie zweitrangig.
«Tell war ohnehin nie geschichtlich», sagt Historiker Urspeter Schelbert. Auch Jugendberater Daniel Niederberger sieht im neuen PC-Game keine Gefahr: «Jugendliche identifizieren sich schon lange nicht mehr mit Tell.» Sylvia Allenbach von den Tellspielen Interlaken sieht das anders: «Die Jugend würde besser Schillers ‹Tell› lesen.» Und Willi Pfund von Pro Tell, der Gesellschaft für freiheitliches Waffenrecht, sagt: «Wir lehnen Gewalt in PC-Spielen ab.»
«Damals ging man nicht zimperlich miteinander um», kontert Schmid. «Tell wird aber nicht zum Mittelalter-Rambo, sondern ist ein stinknormaler Mensch.»
(ewi)



























