Get sick with Paula Deen

21. Januar 2012 09:08; Akt: 21.01.2012 11:24 Print

Ein Unheimchen am HerdEin Unheimchen am Herd

von Susanne Lüthi - Wer die Köstlichkeiten der US-Starköchin nachkochen will, braucht viel Salz, Zucker, Fett. Dass diese Diät Diabetes verursacht, hat sie nun am eigenen Leib erfahren.

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Schuld, dass aus Paula Deen eine mit dem Emmy-Award ausgezeichnete TV-Köchin wurde, ist ihre Agoraphobie. Ihre Angst, an bestimmte Orte zu gehen, war früher so stark, dass sie das Haus nicht mehr verlassen konnte. Also stellte sie sich hinter den Herd und kochte für ihre Familie. Später entstand daraus ein Catering-Service. Deen kochte, ihre Söhne Bobby and Jamie (nein, nicht der Oliver) trugen die Speisen aus.

Hauptsache fettmachend

1996 eröffnete Paula Deen das Restaurant «The Lady & Sons» in Savannah, Georgia. Die Gäste bedienten sich am Buffet, auf dem typische Südstaaten-Gerichte bereitstanden. Von Brathähnchen über Makkaroni mit Käse bis zu Twinkies, kleinen, frittierte Küchlein, gefüllt mit Schlagrahm, wurde alles geboten. Mit jedem Biss der aufgetischten Speisen gab es eine frappant hohe Dosis Kalorien.

Im November 2002 flimmerte erstmals die TV-Show «Paula’s Home Cooking» in die Stuben und Küchen der Südstaaten. Deen zeigte den amerikanischen Hausfrauen, wie sie ihre Familien mit traditionellem, kalorienhaltigem «comfort food» mästen konnten. Dazu gehören Dickmacher wie Pizza, Hot Dogs, Eiscreme, Kartoffelsalat und –stock.

Cheesecake zum Frühstück

Viel zu salzig, fettig und süss seien diese Kalorienbomben, monieren Kritiker. Als ein an Kinder gerichtetes Kochbuch erscheint, platzt ihnen endgültig der Kragen. Eine in den USA bekannte TV-Journalistin fand es shocking, dass Deen darin Cheesecake zum Frühstück und Schokoladekuchen, Hackbraten und Fritten zum Lunch empfiehlt. Eine Komikerin bezeichnete «Lunch-Box Set» als «Abschiedsbrief von Selbstmördern».

Und tatsächlich lebt gefährlich, wer sich so ernährt, wie Deen es nicht nur vorschlägt, sondern offenbar auch selber tut: Kürzlich wurde bekannt, dass die Köchin an Diabetes 2 leidet, dem Typ der Zuckerkrankheit, der durch Übergewicht verursacht wird. Fast könnte einem die mollige Küchenfee wegen diesem Schicksal dauern. Aber nur fast.

Denn der gerissenen Business-Woman wurde die Diagnose bereits vor Jahren beschieden. Was sie aber nicht davon abhielt, weiterhin mit Käse überbackene Makkaroni, Pasta mit dreierlei Fleisch, oder Suppe aus Süsskartoffeln, Rahm und Datteln auf ihrer Homepage anzupreisen. Fehlen darf dort auch nicht der Burger für den Brunch einer Lady. Inklusive zwei mit Zuckerguss beschmierten Doughnuts eingeklemmten Fleischfladen, Speck und Ei.

Die neue, leichte Website

Dass diese bleischweren Speisen, angepriesen von einer Frau, die vermutlich genau an diesen erkrankt ist, wohl nicht mehr so hoch im Kurs stehen, hat die findige Köchin auch gemerkt. Also schaltet sie flugs eine zweite Website auf. Dort findet die Leidensgenossin entschlackte Rezepte, Tipps, wie man mit Diabetes leben kann und das Versprechen von Küche zu Küche, dass Paula Deen immer bei ihr sein wird.

In ihrer neuen Leichtigkeit verschwitzt die Gewitzte es aber leider, zu erwähnen, wie Diabetes 2 vermieden werden könnte. Nämlich mit mehr Bewegung und weniger Essen. Sie fokussiert viel mehr darauf, wie ihre ebenfalls erkrankten Mitesser das Leben leichter meistern können. Von Prävention keine Spur. Warum?

Darum: Auf der schlanken Website findet der Leser, auch wenn er gar nicht so genau hinschaut, noch etwas – das Logo von Novo Nordisk. Wer richtig kombiniert, weiss, was nun kommt: Die dänische Firma vertreibt ein Mittel gegen Diabetes Typ 2. So lange der Sponsor sich auf ihrer Website breit macht, wird Deen sich hüten, präventive Tipps abzugeben.

Letzten Mittwoch hatte Lady Dickmacher in der TV-Show NBC's Today ihren Auftritt. Laut «Atlantic» versuchte Moderator Al Roker seinem Gast die Wahrheit zu entlocken: «Wir sollten erwähnen, dass Sie eine bezahlte Sprecherin für Novo Nordisk sind.» Doch die pfiffige Paula liess sich nicht ins Bockshorn jagen: «Ganz richtig. Ich werde entschädigt, so wie Sie auch für Ihre Arbeit bezahlt werden.»

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Lady Dickmacher in der TV-Show NBC's Today

Bleibt zu hoffen, dass die sich mehrenden Kritiker die Hartgesottene doch noch weichkochen können. Für ihre Psyche und ihre Fans wäre es sicher gesünder. Was Sie hoffentlich nicht all zu oft auf Ihrem Teller haben, können Sie sich ganz ohne Risiko in obiger Bildstrecke anschauen.

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  • m. meyer am 23.01.2012 00:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    naja

    Naja in einen gesunden Mass nichts gegen diese Speisen.. sie sollte sowas aber eher als Wheinachtsrezept publizieren, für den täglichen Konsum doch sehr ungeeignet. En guete :)

  • hanes am 21.01.2012 15:53 Report Diesen Beitrag melden

    Essen und fressen

    ich kann das nicht verstehen, wie ein Mensch so ungesund essen kann. Wirklich es ist für mich ein Rätsel, wie man so das Mass verlieren kann. Ich finde es immer erschreckend, wenn meine übergewichtigen Freunde meinen sie essen "sooo" wenig aber nehmen trotzdem nicht ab. Dabei essen sie Berge und merken es nicht mal, dass es viel zu viel ist und absolut unnötig und ungesund!

  • Minnie Mouse am 21.01.2012 14:18 Report Diesen Beitrag melden

    Pfui wie eklig

    Meine Güte, da wird mir schon vom Anschauen der meisten Bilder schlecht... die sehen schon eklig süss aus. Und was ein Burger mit Speck und Ei inmitten von mit Zucker beschmierten Doughnuts zu suchen hat?... allein die Vorstellung wie das schmeckt lässt den Appetit vergehen!