17. Juli 2007 15:50; Akt: 17.07.2007 15:50 Print

Der Paparazzi als Promi-ImpressarioDer Paparazzi als Promi-Impressario

Haben Sie geglaubt, dass Paparazzi die Promis mit ihren Kameras «erwischen»? Dann waren Sie wohl sehr naiv, denn Promis lassen zunehmend ihre «Skandalfotos» inszenieren, wie der Fall des deutschen Schauspielers Bernd Herzsprung beweist.

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Der Fall Herzsprung bringt ein neues Geschäftsmodell in Sachen Promi-Vermarktung ans Licht: Der deutsche Schauspieler, bekannt durch Serien wie «SOKO 5113» oder «Freunde fürs Leben» wurde Mitte Mai von seiner Frau verlassen. Doch diese Rolle gefiel ihm nicht: «Bernd wollte nicht als verlassener Ehemann dastehen, sondern mit einer eigenen Story in der Presse auftauchen», erzählt der vermeintlich Paparazzi-Fotograf Bijan Bijan gegenüber dem Nachrichtenmagazin Focus.

«Eine mit grossen Brüsten»

Der Schauspieler wandte sich an den Fotografen mit seiner Idee: Bilder, sollten seine Affäre mit einer jungen, attraktiven Frau belegen, am besten «eine mit grossen Brüsten», habe Herzsprung gewünscht. Bijan schlägt das Münchner Partygirl Sara Schätzl vor: Die 19-Jährige wolle um jeden Preis berühmt werden. Prompt nimmt sie das Angebot an. Bald sitzen Herzsprung und Schätzl in einem Wellness-Hotel im Tirol.

Der Schauspieler und der Fotograf wollen mit der «Paparazzi-Variante», die Story packend machen. Es werden diverse Motive inszeniert und vermeintlich aus dem Gebüsch fotografiert: Herzsprung und Schätzl beim Sonnenbaden, beim Plantschen im Pool, beim Austausch von Zärtlichkeiten.

Die Bilder werden den Klatschblätter verkauft

Zurück in Deutschland bringt Bijan die geknipsten Bilder zu etlichen Boulevardzeitschriften. Doch zu seiner grossen Überraschung will keiner die Bilder drucken. «Rechtliche Gründe wurden mir meist genannt», erzählt Bijan. Bernd Herzsprung hatte offenbar vorher eine renommierte Anwaltskanzlei eingeschaltet, nachdem die «Bild»-Zeitung die Liebesaffäre – ohne Bijans Fotos – publiziert hatte.

Der Schwindel wurde erkannt

Alleine die «Bunte» veröffentlichte die Geschichte, allerdings nicht als «Liebesaffäre» sondern als «heiteres Sommertheater», wie Focus schreibt: Die Redaktion hatte die Inszenierung hinter den Bilden erkannt und wusste, dass es sich nicht um Paparazzi-Bilder handelte.

Herzsprung wechselte mittlerweile zur Rolle des Medienopfers und beklagte sich in Interviews, er sei «wahrscheinlich abgeschossen» worden. Und Fotograf Bijan reichte per Anwalt eine Schadenersatzklage ein: «Ich werde mir die Kosten der Reise und die entgangenen Honorare von Herzsprung zurückholen».