Steuern sind okay

11. Oktober 2009 12:35; Akt: 11.10.2009 12:52 Print

Dieter Bohlen findet die Schweiz spiessigDieter Bohlen findet die Schweiz spiessig

«DSDS»-Juror Dieter Bohlen findet Steuern ganz ok, bloss mit den Steuererklärungen bekundet er seine liebe Mühe. In die Schweiz ziehen, um zu sparen, will er nicht. Grund: Der Entertainer will «nicht in einem so spiessigen Kanton hausen».

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Dieter Bohlen wurde am 7.2.1954 in Oldenburg geboren. Er war ein guter Schüler, machte schon mit 17 sein Abitur studierte Diplom-Kaufmann. Er wollte schon immer Musiker werden, lernte Gitarre und Keyboard spielen. 1982 traf er seinen späteren Partner Thomas Anders. Als Duo «Modern Talking» stürmten sie 1985 mit «You're My Heart, You're My Soul» die europäischen Charts. Hitsingles wie «Cheri, Cheri Lady» oder «Brother Louie» folgten. Der Erfolg des Duos war überwältigend: Bis heute sind Bohlen und Anders mit mehr als 100 Millionen verkauften Platten das erfolgreichste deutsche Pop-Duo aller Zeiten. Trotz des phänomenalen Erfolgs gabs Probleme zwischen Bohlen und Anders. Bohlen - der die Songs schrieb - fand, Anders setze sich zu wenig ein. Zudem vertrug er sich immer weniger mit Anders' damaliger Frau Nora. 1987 lösten sich «Modern Talking» auf; Bohlen und Anders verfolgten Solo-Projekte. Bohlen legte den Schwerpunkt auf seine Arbeit als Songschreiber und Produzent, startete aber unmittelbar nach der Trennung von Anders das Projekt «Blue System». Bis 1998 war er damit auf Tour und holte einige Chart-Platzierungen. Ab 1994 hatten Bohlen und Anders wieder Kontakt. 1998 starteten die beiden dann ihr «Modern Talking»-Comeback. 1999 erhielt «Modern Talking» bei der Verleihung des Deutschen Schallplattenpreises den «Echo» in der Kategorie Rockpop national. In der Schweiz hingegen schien die Begeisterung eher lau: Bei ihrem Konzert im September 1998 konnten Bohlen/Anders das Hallenstadion kaum zur Hälfte füllen. Bohlen machte jedoch nie nur als Musiker Schlagzeilen. Seine Scheidung von Verona Feldbusch im Mai 1997 war ein Medienereignis erster Güte. Feldbusch klagte in einer Talk-Show unter Tränen, Bohlen habe sie geschlagen. Bohlen wiederum bemängelte Feldbuschs Qualitäten als Hausfrau. Es ist wohl nicht falsch, den Medienrummel während ihrer Zeit mit Bohlen als Initialzündung für ihre eigene Karriere zu bezeichnen. Verona Feldbusch... ... geniesst seither eine hohe Medienpräsenz. Sie blieb nicht die einzige: Auch Bohlens Beziehung zu Nadja ab del Farraq aka «Naddel» fütterte die Medien über eine geraume Zeit. Und auch Naddel nutzte diese Aufmerksamkeit,... ... um ihre eigene Karriere auf Touren zu bringen - wenn auch weniger erfolgreich als Verona Feldbusch.Über eine kurze Begegnung mit Rapperin Sabrina Setlur schrieb Bohlen in seiner Autobiographie «Nichts als die Wahrheit»:... Im August 2002 machte Bohlen Schlagzeilen, als er nachts in seiner Villa in Tötensen bei Hamburg mit einer Schrotflinte auf Polizeibeamte schoss. Er hatte die Polizisten, die sein Grundstück wegen eines falschen Notrufs betreten hatten,... ... für Einbrecher gehalten. Wirbel entstand um Bohlens Autobiographie «Nichts als die Wahrheit», die im Oktober 2002 erschien und erreicht sofort den Spitzenplatz der Bestseller-Liste. Einige Personen, vor allem aber Bohlens Ex-Gespielinnen,... bekamen ihr Fett weg. In einem Interview über die Verfilmung des Buches attestierte Bohlen seiner Ex-Gattin Feldbusch das «Niveau von Knäckebrot». Kein Wunder, dass Bohlen ein beliebter Gast in allerhand TV-Shows ist. Es gibt auch unfreiwillige Schlagzeilen: In der Silvesternacht 2002 brach in der Cessna, mit der Dieter und Estefania von Moskau nach Deutschland unterwegs waren, ein Kabelbrand aus; das Flugzeug musste notlanden. Mit zitternder Stimme habe der 48-Jährige der deutschen Zeitung «Bild» gesagt: «Noch nie hatte ich so eine furchtbare Todesangst.» Mit Freundin Estefania bekam Bohlen 2005 einen Sohn. Die Beziehung endete im August 2006. Kurz darauf kam der Träger des deutschen Bundesverdienstkreuz mit Fatma Carina zusammen, die rund 30 Jahre jünger ist. Erfolg wie Aufregung produziert Bohlen mit der 2003 gestarteten Casting-Show «Deutschland sucht den Superstar».

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Den Musiker und Produzenten nervt der «unglaubliche Aufwand» für die Steuererklärung. «Tausende von Ausnahmeregelungen und vermeintlicher Steuerverringerungsregelungen - einfach furchtbar», sagte Bohlen dem Magazin «Focus». Nach seiner Ansicht sollte ein Höchststeuersatz von 35 Prozent gelten; Steuersparmodelle sollten entfallen.

Er gebe fast die Hälfte seines Einkommens dem Staat, sagte Bohlen. Der Steuern wegen in die Schweiz umziehen will er nicht. Er habe «keinen Bock», in «so einem spiessigen Kanton zu hausen», meinte er weiter. Ist der Juror etwa immer noch sauer, weil «MusicStar» seine Hilfe nicht annehmen wollte?