Umfrage

29. Dezember 2009 23:53; Akt: 05.01.2010 11:05 Print

Sex in der Schweiz: 15 Minuten sind PflichtSex in der Schweiz: 15 Minuten sind Pflicht

von Olaf Kunz - Frauen wollen etwas anderes als Männer? Das gilt bestimmt in vielen Bereichen. Doch zumindest beim Liebesspiel herrscht eine erstaunlich grosse Übereinstimmung, wie eine aktuelle Online-Umfrage zeigt.

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Im Vorfeld der nächsten Ausgabe der Web-TV-Sendung «Sex nach 9» am Dienstag, den 5. Januar, wollte es Bruno Wermuth alias Doktor Sex wissen, wie die Wunschvorstellungen in den Köpfen und die Realität in den Schweizer Schlafzimmern aussieht. Die User haben - zumindest virtuell - die Hosen herunter gelassen und anhand von 11 Fragen im Web verraten, worauf es ihnen beim Sex ankommt. Dabei offenbart sich, dass die Unterschiede zwischen Frauen und Männern in Sachen Lust bedeutend kleiner sind, als allgemein angenommen. Mit einer nicht ganz unwesentlichen Ausnahme.

«Noch nicht!»

Für zwei von fünf Befragten geht ein Kaltstart gar nicht. Für sie ist das Vorspiel absolutes Muss. 58 Prozent machen das Ob und die Dauer der Einheizphase von der jeweiligen Situation abhängig. Lediglich drei Prozent bevorzugen immer die Hauruck-Methode ohne Vorgeplänkel mit Kribbeleffekt. Dabei unterscheiden sich männliche und weibliche Vorlieben bei diesem Aspekt des Liebesspiels nur unwesentlich. Ganz anders bei der Orgasmusfrage. 95 Prozent der befragten Männer kommen nach eigener Auskunft beim Liebesspiel jedes Mal oder fast immer zum Höhepunkt. Im krassen Gegensatz zu den Frauen. Hier sind es lediglich 54 Prozent, die in den Genuss eines Oxytocin-Ausstosses nach dem ekstatischen Moment kommen.

Für 28 Prozent der Schweizerinnen gilt die Faustregel «Mal klappt es, mal nicht». Bei 6 Prozent ist der Frust gross; sie kommen laut Umfrageergebnissen überhaupt nie an den Punkt der höchsten Wolllust. Pech auch für die Männer. Für 58 Prozent von ihnen ist der Orgasmus ihrer Partnerin «sehr wichtig».Bei den Frauen sind es 51 Prozent. Allerdings werden ihre Wünsche zumindest in dieser Hinsicht ja meist auch erfüllt.

Darf es noch etwas mehr sein?

Der grösste Teil der Bevölkerung hat mehrmals wöchentlich, aber längst nicht täglich Sex. Ein Viertel gibt an, im Schnitt einmal pro Woche sich mit einem anderen Menschen zu verknoten und im Liebesrausch dahin zu gleiten. Und knapp ein Viertel guckt in die Röhre. Ihnen bleibt derzeit nur Handbetrieb, weil es für den Austausch von Körperflüssigkeiten am dazu passenden Gegenpart fehlt. Vor allem sie wünschen sich, häufiger Gelegenheit dazu zu haben. Der Durchschnitt der Vereinigung pro Woche liegt bei 2. Hätten sie freie Wahl, wäre für drei von fünf mehrmals wöchentlich die ideale Frequenz für horizontalen Sport mit eingebautem Stöhnen.

Halbes Schäferstündchen

Zumindest beim Liebesakt ist nicht unbedingt Marathon-Ausdauer gefragt. 20 bis 30 Minuten pro Akt ist die Zeitspanne, die bei der Umfrage am meisten als Wunschdauer angeklickt wurde. Am zweithäufigsten wurde 30 bis 60 Minuten gewählt. Immerhin sieben Prozent wünschen sich, dass es die halbe Nacht dauert. Im Schnitt können 15 Minuten als unterste Messlatte betrachtet werden. Lediglich vier Prozent gehören der «Quick and Dirty»-Fraktion an, die bereits früher das Ziel erreicht sehen will.

Kuschelrock und Dirty-Talk

Je oller, desto doller? Diese Volksweisheit trifft zumindest in der Schweiz nicht ganz so zu. Während mehr als jeder Zweite der bis zu 15-Jährigen von sich sagen «Ich mags lieber hart und vulgär», liegt dieser Anteil bei den über 56-Jährigen bei 11 Prozent. Aus der Gesamtheit der Teilnehmer stehen 27 Prozent auf Kuschelrock, Rosenduft und Kerzenschein. Für sie gehören Sex und Romantik einfach zusammen. 18 Prozent trennen das lieber. Für sie hat die schönste Sache der Welt nichts mit Kuscheln und liebkosen zu tun. Das Gros der Paarungswilligen indes mag auch im Bett Abwechslung: Von Power-Kuscheln bis hin zu Hardcore-Kopulation – 54 Prozent lieben es heute so, morgen so. Interessant dabei: Frauen und Männer unterscheiden sich in dieser Hinsicht bei den sexuellen Präferenzen kaum.

Bester Sex des Lebens

Ob One-Night-Stand oder Spontansex im Urlaub - sieben Prozent der Frauen und 12 Prozent der Männer hatten den besten Sex mit einer ihnen nahezu unbekannten Person. Wie gut es auch in sexueller Hinsicht ist, den anderen richtig zu kennen, belegt indes die Tatsache, dass zwei Drittel aller Befragten antworten, dass sie den aufregendsten Sex mit ihrer Partnerin oder ihrem Partner hatten.