Affäre Hirschmann

08. November 2009 11:02; Akt: 08.11.2009 11:38 Print

Von Nacktfotos, Blasbefehl und Medien-MaulkorbVon Nacktfotos, Blasbefehl und Medien-Maulkorb

Während von offizieller Seite keine neuen Informationen zur Affäre Carl Hirschmann vorliegen, ist die Gerüchteküche gehörig am brodeln. Ehemalige Weggefährten und Opfer packen aus. Sogar Whitney Toyloy muss nun wegen Nacktfotos bangen.

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Das Urteil ist gesprochen: Carl Hirschmann wurde am 9. September 2011 vom Bezirksgericht Zürich wegen mehrfacher sexueller Nötigung, Körperverletzung und Sex mit Minderjährigen zu 33 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Davon muss er 14 Monate absitzen. Hirschmann zieht einen Teil der Anklagepunkte des Urteils weiter an das Zürcher Obergericht. Am 7. und 8. September 2011 musste sich Carl Hirschmann vor dem Zürcher Bezirksgericht verantworten. Der Millionenerbe bestritt alle Vorwürfe. Der 31-jährige Carl Hirschmann ist der Sohn von Carl Junior und der Enkel von Carl W. Hirschmann Senior, der vor über 40 Jahren die Firma «Jet Aviation» gründete. Ende 2008 wurde das Unternehmen der Hirschmanns für 2,45 Milliarden Schweizer Franken vom US-Rüstungskonzern und Flugzeugbauer General Dynamics übernommen. Für Aufmerksamkeit sorgte Hirschmann Junior erstmals 2003 mit der Behauptung, er habe eine Affäre mit Paris Hilton gehabt. 2007 eröffnete Carl Hirschmann im obersten Stock des «Bally»-Hauses an der Zürcher Bahnhofstrasse den Club «Saint Germain». Zu seinen prominenten Party-Bekanntschaften gehören US-Schauspielerin Tara Reid ... ... oder das israelische Model Bar Refaeli. Hirschmanns Club Saint Germain empfing oft internationale Musiker wie Kid Cudi und The Game. 2009 schaffte es der Jetset-Unternehmer mit seiner Kurzbeziehung zu Whitney Toyloy in die Schlagzeilen. Anfang November 2009 wurde er in Zürich festgenommen. Am 2. Dezember 2009 befand ein Basler Strafgericht Carl Hirschmann wegen einer Schlägerei in einem Club der Körperverletzung und der Tätlichkeiten für schuldig. Er hatte den Basler Jungpolitiker Raphael Guldimann spitalreif geschlagen und dessen Freundin als Antwort auf eine Abfuhr eine schallende Ohrfeige verpasst. Hirschmann zog das Urteil weiter. Im Oktober 2010 zog Guldimann aber die Anzeige überraschend zurück, das Verfahren wurde eingestellt. Ob dabei Geld geflossen ist, darüber schweigen beide Parteien. In der Nacht auf den 21. März 2010 prügelte sich Hirschmann in der Lobby des Dolder Grand mit dem Mister Schweiz 2004, Sven Melig. Am 30. März 2010 wird der Clubbesitzer erneut verhaftet - diesmal in seiner Dauersuite im Hotel Dolder Grand: Gegen ihn ging eine Anzeige wegen sexueller Handlungen mit einer Jugendlichen im Schutzalter ein.

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So berichtet der «Sonntagsblick» darüber, dass Hirschmann angeblich Nacktfotos von der damaligen Miss Schweiz Whitney Toyloy gemacht haben soll. Die Bilder von Whitney und einer weiteren jungen Dame im Bett machten schon im Sommer die Runde in einschlägigen Kreisen – Hirschmann selbst zeigte sie nur zu gern herum. Whitney zeigt sich auf Anfrage des «Sonntagsblicks» entsetzt: «Was für ein Vertrauensbruch!». Miss-Schweiz-Pressesprecher Raffy Locher prüft bereits rechtliche Schritte.

«Entweder du bläst mir einen …»

Vermehrt melden sich Weggefährten und Opfer des Milliardärsohns zu Wort. So beschreibt ein Mädchen, die ein Heimfahr-Angebot von Hirschmann annahm, die Reisebedingungen: «Entweder du bläst mir einen, oder du steigst aus.» Ein ehemaliger Kollege berichtet, dass nur die allerbesten Videokameras mit höchster Auflösung im Club St. Germain installiert wurden, und dass Hirschmann stundenlang die Aufnahmen visierte. Auch soll er seit je her sich beim Sex fotografiert und gefilmt haben und das Material akribisch archiviert haben. Doch die meisten Zeugen lassen sich nur unter Namensänderung zitieren oder geben Infos nur 'off the record' preis. Immer noch scheint die Angst gross vor dem Hirschmann-Clan und dessen als «jähzornig» beschriebenem Sohn.

Stolperte Hirschmann über Ex-Freundin?

Die zweite Frau in Whitney Toyloys Bett, vom «Sonntagsblick» unter Namensänderung 'Linda Michler' genannt, wird als Anzeige-Erstatterin identifiziert. Die «SonntagsZeitung» beschreibt sie als «Stieftochter eines prominenten Zürcher Sportmanagers» und nennt Körperverletzung als Anzeigegrund. Die Aargauer Zeitung «Sonntag» lüftet den Schleier und identifiziert sie als Luciana Miller, Model und Ex-Freundin von Carl Hirschmann (20 Minuten Online berichtete).

Noch wird nur «aus Insiderkreisen berichtet»; es werden anonym bleiben wollende Quellen zitiert; und Anfragen werden «weder dementiert noch bestätigt». Carl Hirschmann selbst, nach Bezahlung einer Kaution in der Höhe von 500 000 Franken auf freiem Fuss, bekam vom Staatsanwalt ein Medien-Sprechverbot (20 Minuten Online berichtete). Und so gilt bis auf Weiteres: Die Gerüchteküche brodelt.

(obi)