Schwere Vorwürfe

15. April 2009 23:06; Akt: 15.04.2009 22:45 Print

No-Angel-Nadja: Ein Ex packt ausNo-Angel-Nadja: Ein Ex packt aus

von Yvonne Zurbrügg - Nadja Benaissa sitzt weiter in U-Haft. Jetzt erhärtet ein weiterer Ex-Lover die HIV-Vorwürfe gegen den einstigen Popstar.

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Wenn der Vorfall um Nadja Benaissa ein «Beben» ausgelöst hat, wie der «Spiegel» schreibt, ist eine aktuelle Medienschau ein Seismograph. In der Fogegeschichte beleuchten die Hamburger mit Insider-Informationen ... ... den Charakter der Sängerin. Die BZ klärt dagegen über Grundlagen auf: «Eine HIV-Infektion kann zur ImmunschwächekrankheitAids führen.» Die «Frankfurter Rundschau» zur ersten Meldung der Polizei: «In einer ersten Stellungnahme des Polizeipräsidiums Südhessen am Dienstagmorgen deutete noch alles auf eine ganz gewöhnliche Musiker-Eskapade hin.» Die «Bild» schreibt: «Es ist ein Kriminalfall, wie es ihn in der deutschen Musikszene noch nie gegeben hat!» Der Kölner «Express»: «Um 10.58 Uhr schickte die Sekretärin der Staatsanwaltschaft Darmstadt eine kurze Pressemitteilung heraus, die einen Schock in der deutschen Musikszene auslöste.» Die Hamburger Zeitung «Die Welt» titelte: «Der böse Verdacht gegen Nadja Benaissa» und berichtet wie 20 Minuten Online von vorhergehenden Foren-Einträgen, die vor Nadjas Krankheit gewarnt haben. Das Hochglanzmagazin «Bunte» zitiert Benaissas Anwalt, der «keine irgendwie gearteten Anhaltspunkte» für eine Straftat sieht. Die «Süddeutsche Zeitung» behandelt das Thema auch in seinem Jugendmagazin «Jetzt», das auf Aufklärung setzt: «Trotzdem irritiert die Meldung. Vielleicht auch, weil sie einem drastisch vor Augen führt, dass man eigentlich ... ... ohne Test immer auf die Verwendung eines Kondoms bestehen sollte.» Die «Hamburger Morgenpost» sieht in Nadja einen möglichen Todesengel: «Der strahlend-schöne Engel Nadja - hat sie finstere Geheimnisse?» Das «Hamburger Abendblatt» weiss von Staatsanwalt Gerd Neuber, dass die Sängerin von der Polizei observiert worden ist. Im «Stern»-Magazin erklärt ein Anwalt über ungeschützten Verkehr als HIV-Positiver: «Dann kommt der Straftatbestand der gefährlichen Körperverletzung nach Paragraph 224 des Strafgesetzbuches in Betracht, auf den ... ... eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren steht.» Selbst US-Blogger Perez Hilton hat das Thema aufgegriffen und auch ... ... die seriöse britische BBC berichtet über den Fall. Die Stellungnahme von Nadjas Anwälten, die monieren: «Durch eine Indiskretion ist der Umstand der Festnahme unserer Mandantin an die Medien gelangt.»

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«Zuerst verhüteten wir noch – doch später verzichteten wir auf den Schutz», meldet sich ein weiterer ehemaliger Liebhaber der HIV-posi-tiven Nadja Benaissa bei der «Bild». Damit bestätigt der 37-Jäh-
rige, der anonym bleiben will, die schweren Vorwürfe eines ersten Klägers gegen die No-Angels-Sängerin. Er habe erst nach ihrer gemeinsamen Affäre von der Krankheit erfahren – und sie gestellt: «Sie meinte nur, wenn ich jetzt auch infiziert wäre, müsse es ja nicht von ihr sein.»

Derweil kämpft der Rechtsanwalt der Sängerin um ihre Freilassung: «Für ein aktuelles strafrechtliches Verhalten unserer Mandantin gibt es keine irgendwie gearteten Anhaltspunkte», liess er verlauten. Der Staatsanwalt erklärte jedoch, ein Ende der U-Haft sei nicht in Sicht.

Ein Gutachten eines Immunologen soll nun feststellen, ob der Mann, der Benaissa zuerst anzeigte, tatsächlich von ihr infiziert wurde. Erhärtet sich der Verdacht, muss das Bandmitglied der No Angels mit bis zu zehn Jahren Haft rechnen.