Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Miss Schweiz
18. Juni 2009 06:04; Akt: 18.06.2009 09:58 Print
«Eine waschechte 1291-Schweizerin»
von Yvonne Zurbrügg - Marion Stutz will Miss Schweiz werden. Um sich von der Multikulti-Konkurrenz zu unterscheiden, setzt die Luzernerin voll auf Swissness – und sich damit in die rechte Ecke. Ist ihr das bewusst?
-
Miss Schweiz: Nun dürfen die Hüllen fallen
-
Die kennen wir doch?: Titel-Wahn bei Miss-Schweiz-Finalistinnen
-
Miss Schweiz 2009: Toyloys Erbinnen
-
Leser-Feedback: «Herr Lüthard, Sie verkörpern das Geschwür»
-
Missen-Hetze: «Das Blatt wendet sich gegen die Pnos»
- Was meinen Sie?
-
Wer wird Miss Schweiz 2009?
-
Miss Schweiz 2009 - die Kandidatinnen
Marion Stutz aus Hochdorf LU nennt sich auf ihrer Website eine «waschechte 1291-Schweizerin». Sie hält ihren Wohnkanton für das «Herz dieser wunderbaren Erde» und «würde nie auswandern». Mit dieser Masche empfiehlt sich die professionelle Imageberaterin für die Nachfolge von Whitney Toyloy. Wie die amtierende Miss haben rund die Hälfte der 16 neuen Kandidatinnen ihre Wurzeln im Ausland – in Asien, Amerika, Afrika. Stutz glaubt aber, das Land wünsche sich wieder eine echte Schweizer Miss, ein Pendant zum aktuellen Mister aus dem Glarnerland.
Miss-Schweiz-Kandidatin Marion Stutz (25).
Lesben-Foto: Kandidatin out
Die Miss-Schweiz-Organisation hat kein Problem mit Aktbildern von Kandidatinnen, sofern die Fotos nicht «anstössig» sind. Doch wie genau definiert sie den Begriff «anstössig»? «Das ist natürlich eine Ermessensfrage», räumt Missen-Mutter Karina Berger ein. «Wir nehmen uns die Freiheit heraus, darüber zu entscheiden.» Die Kandidatinnen müssen allfällige Nacktbilder beim Casting einreichen. Dann wird beurteilt, ob sie trotzdem zur Wahl zugelassen werden. Einmal schied eine Anwärterin aus, weil ein Foto von ihr in einer «erotischen lesbischen Szene» existierte, so Berger. «Ein Kind zum Beispiel wäre beim Anblick dieses Fotos schockiert gewesen.»
Die rechtsextreme Partei Pnos schoss letztes Jahr scharf gegen Toyloy: Anführer Dominic Lüthard nannte sie ein «braunes Geschwür». Diverse weitere nationalistische Gruppierungen haben das Gründungsjahr der Eidgenossenschaft 1291 in ihren Slogan verpackt. Trotzdem will sich Stutz als «Miss 1291» verkaufen und sagt: «Ich bin in keiner politischen Partei.» Dass sie sich auf heiklem Terrain bewegt, glaubt sie nicht: «Ich nenne mich 1291-Schweizerin, weil ich oft für eine Russin gehalten werde.»
Rating: Prinzessinnenschau oder Gruselkabinett? Wählen Sie Ihre Favoritin!



























