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60. Berlinale
12. Februar 2010 15:15; Akt: 14.02.2010 10:40 Print
Ewan McGregor und Pierce Brosnan treffen ein
von Holger Mehlig - Um ihren gemeinsamen neuen Film «The Ghost Writer» zu promoten, sind die beiden Hollywood-Stars Pierce Brosnan und Ewan McGregor in Berlin eingetroffen. Das Filmfestival kommt langsam in Schwung.
Stars wie Pierce Brosnan, Ewen McGregor und Shah Rukh Khan haben der Berlinale internationalen Glanz beschert. Während Brosnan und McGregor am 12. Februar den Politikkrimi «The Ghost Writer» von Roman Polanski präsentierten, stellte der Bollywoodstar den Film «My Name is Khan» vor. Mit der Uraufführung des frisch restaurierten Stummfilmklassikers «Metropolis» von Fritz Lang feierten die Festspiele einen ersten Höhepunkt.
Die 60. Berlinale war am Donnerstagabend mit der chinesischen Tragikkomödie «Apart Together» ruhig gestartet. Polanski musste der Berlinale fern bleiben, weil er wegen Missbrauchsvorwürfen in der Schweiz unter Hausarrest steht. Der polnische Regisseur, der 1977 aus den USA geflohen war, um einer Inhaftierung zu entgehen, wurde im September 2009 in der Schweiz wegen Vergewaltigungsvorwürfen inhaftiert, die 33 Jahre zurückliegen.
Die neue Produktion handelt von einem Mann, der die USA nicht verlassen kann, weil er seine Vorladung vor den Gerichtshof in Den Haag fürchtet. Auch sonst imitiert in dem Politkrimi die Fiktion die Realität: Die Romanvorlage des britischen Bestsellerautors Robert Harris ist auf den britischen Ex-Premier Tony Blair und dessen Verstrickungen in den Irakkrieg gemünzt.
Auf Polanski angesprochen reagierten Brosnan und McGregor zurückhaltend. «Ich war schockiert, sehr enttäuscht und traurig über seine Verhaftung», sagte Brosnan. Er habe sich um Polanskis Familie Sorgen gemacht. McGregor sagte, es sei schade, dass Polanksi nicht da sei.
Ein Inder in den USA
Khans neuer Film handelt von der Reise eines Inders in die USA und seinen Erlebnissen vor Ort. «Die Geschichte ist naiv und unschuldig, aber gerade deshalb so schön», sagte Khan. Ziel seiner Filme sei nicht die Vermittlung politischer Standpunkte, sondern dem Publikum ein Lächeln auf das Gesicht zu zaubern.
Metropolis
Für viel Aufsehen sorgte auch die Uraufführung der fast komplett frisch restaurierten Originalfassung von «Metropolis». Der Film ist eine glänzende Kapitalismuskritik - und damit aktuell wie vor 83 Jahren. Damals, am 10. Januar 1927, feierte Fritz Langs Stummfilmklassiker «Metropolis» im Berliner Ufa-Palast am Zoo Premiere. Das Werk floppte. Mehrfach schnitt die UFA Material heraus, um den Film zu retten - was aber nichts brachte. Über Jahrzehnte galten entscheidende Teile des Films als verschollen. Durch den sensationellen Fund eines 16-mm-Negativs in Buenos Aires 2008 konnte der Film ein weiteres Mal restauriert werden.
Der nun um 30 Minuten auf 147 Minuten verlängerte Film wurde am Abend des 13. Februar im Friedrichstadtpalast gezeigt werden, begleitet vom Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin. Das Ereignis wurde auf eine Leinwand am Brandenburger Tor übertragen.


























