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11. März 2010 12:32; Akt: 11.03.2010 13:49 Print
Schweizerinnen sind die besten Teilzeit-Mütter
von Kathrin Fischer - Wen überraschst's? Wenn es darum geht, wie man am besten Arbeit, Eheleben und die Kinder unter einen Hut bringt, sind die Schweizerinnen im europäischen Vergleich die geschicktesten Zauberinnen.
Ein Paar hat sich gefunden und will eine Familie gründen. Aber auf welches Modell bei der Arbeitsteilung soll es sich einigen? Was lassen die wirtschaftlichen Verhältnisse zu? Was ist das Beste für das Wohl der Kinder? Das Bundesamt für Statistik hat erstmals einen internationalen Vergleich der Erwerbsmodelle in Paarhaushalten mit Personen zwischen 25 und 49 Jahren publiziert.
Schweizerinnen bringen Beruf und Familie am besten unter einen Hut. colourbox.com
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Die Studie zeigt deutlich: In Paarhaushalten in der Schweiz wird gearbeitet – ob Kinder da sind oder nicht. Das Doppelverdienermodell, bei dem sowohl der Mann als auch die Frau einer Erwerbstätigkeit nachgehen, kommt durchschnittlich auf über 65%. Das traditionelle Alleinverdienermodell, bei dem einer arbeitet und der andere sich zuhause um die Kinder kümmert, bringt es nicht mal ganz auf 25%. Nicht von anderen Ländern unterscheidet sich die Schweiz allerdings in der Tatsache, dass meist der Mann Vollzeit arbeitet. Und zwar in mindestens 8 von 10 Paarhaushalten.
Der Schweiz geht es wirtschaftlich noch gut. Denn nach den Niederlanden weist die Schweiz den geringsten Anteil an Familienhaushalten auf, in denen beide Partner Vollzeit erwerbstätig sind (Niederlande 15,3%, Schweiz 23,4%, Deutschland 28,3% Österreich 32,2%).
Betrachtet man etwa Länder mit traditionellerweise ausgeprägten Familienwerten wie Italien oder Spanien, zeigt sich, dass in diesen Ländern über 30% der Frauen auch mit kleinen Kindern unter 6 Jahren Vollzeit arbeiten (Italien 30,6% bei Kindern unter 6 Jahren, Spanien 38,1%, Portugal 68.9%, Finnland 52,7%). In Rumänien, einem wirtschaftlich schwachen Land, lassen sich kaum noch Unterschiede zwischen Paaren mit und solchen ohne Kinder bei der Erwerbstätigkeit feststellen. Und auch das Alter der Kinder hat keinen Einfluss auf die von Eltern gelebten Erwerbsmodelle. Ganz anders in der Schweiz.
Kinder beeinflussen das Erwerbsmodell
Die Lebenssituation von Familienhaushalten verändert sich grundlegend, sobald Kinder im Haushalt leben. Und hier belegen die Schweizer Mütter in der Rangliste einen Spitzenplatz. Mit einem Kind unter 6 Jahren im gleichen Haushalt arbeiten sie nämlich hinter den Niederländerinnen mit Abstand am wenigsten Vollzeit (Niederlande 7%, Schweiz 8%, Deutschland 12,6%, Österreich 19,3%).
Kommen die Kinder mit 6 Jahren in die Schule, erhöht sich die Vollzeit-Erwerbstätigkeit der Schweizer Mütter um lediglich 4%. In den Niederlanden gehen über 30% der Mütter wieder Vollzeit arbeiten, in Deutschland und Österreich sind es etwa 10%.
Die besten Teilzeit-Mütter
Sind Kinder da, passen Frauen in der Schweiz ihr Arbeitspensum den veränderten Bedingungen an. Nach den Niederlanden weist die Schweiz mit 58,4% den höchsten Anteil teilzeitbeschäftigter Frauen auf. Wird eine Frau in der Schweiz Mutter, so gibt sie in der Regel ihre Vollzeitstelle für eine Teilzeitbeschäftigung auf. Schon arbeiten mehr Mütter mit kleinen Kindern Teilzeit als dass sie sich voll auf die Mutterrolle konzentrieren. 44,5% der Frauen in der Schweiz mit Kindern unter 6 Jahren arbeiten Teilzeit, der Anteil erhöht sich auf 54,1%, wenn die Kinder in die Schule kommen.
Zum Vergleich: 37,5 % der Frauen arbeiten nicht, wenn Kinder unter 6 Jahren im gleichen Haushalt sind. Kommen die Kinder in die Schule, verringert sich der Anteil auf 24,8%.
Ist Teilzeitarbeit denn die Lösung für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie? Die Zahlen deuten darauf hin. Allerdings machen die Väter hier noch nicht wirklich mit. In einem Haushalt mit Kindern unter 6 Jahren sind gerade mal 5,7% der Männer teilzeiterwerbstätig. Bei Kindern über 6 Jahren reduziert sich ihr Anteil auf 3,9%.
Während in Italien oder Spanien das Alter des jüngsten Kindes keinen Einfluss hat auf die Erwerbstätigkeit und den Erwerbsgrad der Mütter, zeigt sich bei den Schweizer Frauen ein ganz anderes Bild. Sie sind die besten Teilzeit-Mütter und tragen den Löwenanteil der Lösung im Problem der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

























