Porno-Krise

20. November 2008 16:55; Akt: 20.11.2008 17:04 Print

«Eine Bumserei bringt immer noch 700 Euro»«Eine Bumserei bringt immer noch 700 Euro»

von Adrian Müller - Die Porno-Industrie steckt in der Krise: Nun zieht sich das Schweizer Porno-Starlet Louisa Lamour vom Porno-Set zurück. Ganz kann sie die Finger aber nicht vom Sex-Business lassen.

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«Langweilig! Mein Leben neben dem Pornobusiness ist langweilig». Noch im September 2007 hatte der Pornostar Louisa Lamour ausser Sex nichts im Kopf. «Ja, ich bin unersättlich», kicherte sie in einem Interview mit 20 Minuten Online. «Wer gewinnt beim Teenie-Casting» oder «Scharfer Sex mit geilen Puppen» hiessen ihre Sex-Streifen. Doch jetzt ist Schluss mit dem bunten Treiben: Die 22-Jährige zieht sich aus dem Porno-Business zurück. «Früher konnte ich von meinen Gagen gut leben. Inzwischen ist das Geschäft völlig zusammengebrochen», erklärte sie dem «Blick».

Strip-Stange statt Porno-Set

Doch das ist offenbar nicht die ganze Wahrheit: «Sie ist jetzt in der Telefonsexbranche tätig und arbeitet als Stripperin in Winterthur», erklärt ihr früherer Chef Peter Preissle. Dies will der aktuelle Manager von Lamour, Noldi Steiner, nicht bestätigen: «Sie macht jetzt Tanzshows, das stimmt. Aber keinen Telefonsex», entgegnet er auf Anfrage. Louisa war telefonisch nicht erreichbar.

Porno-Produzent Preissle hat Louisa Lamour entdeckt und zum Porno-Starlet gemacht: «Sie war ein guter Werbeträger für die Branche», erklärt er gegenüber 20 Minuten Online. Er verneint, dass man mit Pornos kein Geld mehr verdienen kann: «Für eine Bums-Szene kriegt man immer noch zwischen 600-800 Euro, je nachdem, was man macht».

Comeback der Sex-Kinos

Doch das Geld wird in der Porno-Industrie immer knapper: Billigproduktionen aus den USA, aber vor allem Gratis-Porno-Seiten graben der Porno-Industrie das Wasser ab. «In exotischen Ländern wie Japan wächst jedoch die Nachfrage nach europäischen Pornos», erklärt André Grab von Mascotte Film. Generell sei das Geschäft mit DVDs stagnierend. Ein Hoffnungsschimmer ist laut Grab die Blue-Ray-Technologie, welche Pornos in HD-Qualität ermöglicht. «Dort muss die Qualität stimmen, sonst sieht man alle Schludrigkeiten».

Einen ganz eigenartigen Trend hat Porno-Produzent Pressler festgestellt: «Die Sexkinos laufen je länger, je besser. Die Leute wollen billiges Vergnügen, ohne Spuren zu hinterlassen.»