19. Juli 2007 16:20; Akt: 19.07.2007 16:57 Print

Tom Cruise als Hitler-Attentäter: «Das ist der grösste Scheiss!»Tom Cruise als Hitler-Attentäter: «Das ist der grösste Scheiss!»

Nazi-Flugzeuge am Himmel, fluchende Rentner am Boden und dazwischen Tom Cruise, der den Hitler-Attentäter Claus Schenk Graf von Stauffenberg spielt: Ein Augenschein in Löpten, Drehort des neusten Hollywood-Krimis.

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Vormittags in Löpten. Hier in den Kiefernwäldern eine gute Autostunde südlich von Berlin haben am Donnerstag, einen Tag vor dem 20. Juli, offiziell die Dreharbeiten zu dem Film «Valkyrie» über das gescheiterte Hitler-Attentat begonnen. Hier in den Kiefernwäldern soll auch Tom Cruise stecken, Hollywoodstar und in seiner Eigenschaft als prominentes Scientology-Mitglied hoch umstrittener Darsteller des Widerständlers Klaus Schenk Graf von Stauffenberg. Hier, irgendwo.

Bildstrecke: Nazi-Flugzeuge wieder über Berlin

Kleine Häuser, blühende Gärten. Die Gemeindeverwaltung hat geschlossen. Spuren von nackten Füssen und Pferdehufen auf dem Sandweg. Der Wald sieht nach Pilzen aus. Er ist abgesperrt mit Plastikband, so weit das Auge reicht. Am Ortsausgang Motorengeräusch. Zwei Weltkriegsmaschinen steigen über dem Flugfeld auf, knapp erkennbar die Nazi-Hoheitszeichen. Auf dem Sandwall zieht ein Wachmann mit quäkendem Funkgerät seine Runde.

«Das ist doch der grösste Scheiss!» Der weisshaarige Mann in kurzen Hosen schiebt sein Fahrrad durch den heissen Sand, aufgebracht darüber, dass hier Krieg gespielt wird. Hinter dem Wald liegt Halbe, wo im April 1945 die letzte grosse Kesselschlacht tobte und mindestens 50.000 Menschen starben. «Hier stand die Vierlingsflak», sagt der Mann erhitzt und deutet auf eine Gruppe Birken an der Wegkreuzung, «und da hinten kamen die Russen rein».

70 Jahre alt ist der Mann, als Achtjähriger hat er mitangesehen, wie seinem Vater die Waffe auf die Brust gesetzt wurde. 60 Granaten und eine Bombe haben sie aus ihrem Hausgarten gegraben, als alles vorbei war, erzählt er. «Wenn man das selber mitgemacht hat, wenn man beinahe ums Leben gekommen ist...» Er schüttelt bedrückt den Kopf. Und kann doch nicht den Blick vom Flugplatz wenden.

16 Jahre lang hat er dort gearbeitet, als Zivilangestellter das Gras gemäht und die Pisten präpariert für das Jagdfliegergeschwader «Wilhelm Pieck», das einmal jährlich mit 13 russischen MIG-Düsenjäger zu Übungsflügen einfiel, bis zur Wende. «Dann ist alles gestorben», sagt der Mann, der seinen Namen nicht nennen will.

Cruise ein «ganz normaler Typ»

Mittags an der Landstrasse nach Hammer. Schwarz-gelbes Plastikband durch den Kiefernwald, eine Schranke quer über dem Waldweg. Ein gelbes Schild «Technical Parking» verrät eine Spur Richtung Dreharbeiten, doch zwei junge Männer versperren den Weg. Haben sie wenigstens Tom Cruise schon zu Gesicht bekommen? «Vielleicht», grinst einer. Ein weiteres Schildchen weist Richtung Set, auch hier kein Durchlass. Eine Staubfahne hinter sich herziehend, taucht ein schwarzer Van mit verdunkelten Scheiben aus der verbotenen Zone auf und verschwindet auf der Landstrasse. Immerhin kann einer der Wachmänner sagen, dass er Tom Cruise schon gesehen hat. «Der Hauptdarsteller stand zwei Meter neben mir», sagt er ernst. «Das is'n ganz normaler Typ.»

Nachmittags in Klein Köris. Im See wird gebadet. Im Restaurant Cafe Erika gibt es Kaffee und Kuchen, Bockwurst mit Salat und Taschenbuchromane. Auf einem Hänger fährt ein Wehrmachtsfahrzeug vorbei. Bei Molle und Korn studiert ein Gast die Tageszeitung mit Fotos der Filmflugzeuge aus dem Wald hinter dem Ort: «Na, ist doch wenigstens mal was los hier!» Auch Matthias Wurm, der im Cafe serviert, kann den Dreharbeiten etwas abgewinnen. «Ist gut für's Geschäft», sagt er. Nicht nur Journalisten auf der Suche nach den Dreharbeiten kehren ein, auch die Arbeiter, die im Kiefernwald Hitlers «Wolfsschanze» nachbauten, haben hier gegessen.

Auch gegen den Film über die Operation Walküre, wie der Deckname für das Attentat lautete, hat er nichts. Zwar gebe es zu dem Thema schon gute Fernsehproduktionen. Aber so ein Kinofilm mit einem Star könnte doch auch jenen etwas über Geschichte beibringen, die sonst wenig damit am Hut haben: «Vielleicht gucken sich die Jugendlichen das eher im Kino an.»

(dapd)

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  • Jack Joshua am 25.08.2008 21:51 Report Diesen Beitrag melden

    Irrsinn

    Alle reden schlecht über Cruise und seinem neusten Film Walkyre. Dabei vergessen die Leute das Tom Cruise ein grossartiger Schauspieler ist und das der Regisseur Brian Singer, ein talentiertes Genie ist. Also, lasst all die Kritik über Cruise und lernt Privatleben von Künstlerische Gabe zu trennen.

  • markyzh am 22.07.2007 23:33 Report Diesen Beitrag melden

    Unverständniss

    Weiss garnicht,was das Thema die schweizer überhaupt interessiert. Das ist ein deutsches problem und fertig. Finde ebenfalls das cruise nicht in die Rolle passt. Besser wäre ein charakterschauspieler der Erfahrung mit solchen Rollen hat und nicht einer dessen Spezialität Popcorn-Filme sind.

  • Neugier in Person am 22.07.2007 16:18 Report Diesen Beitrag melden

    Ein langweiliger Kommentar mehr

    Es wird in den Medien wiedermal alles übertrieben, über - oder unterbewertet... Lasst den Mann einfach schauspielern, was dabei rauskommt sehen wir ja. Bin nicht wirklich Fan von Tom, aber mindestens 80% der Filme, bei denen er mitwirkte, waren ja gut oder? BLEIBT IN DIESEM THEMA WEITERHIN NEUTRAL!!