Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
In Handschellen im Gericht
09. Februar 2010 06:52; Akt: 09.02.2010 08:42 Print
Michael Jacksons Arzt: «Bin nicht schuldig»
Gut ein halbes Jahr nach dem Tod von Michael Jackson hat sein angeklagter Leibarzt die Vorwürfe vor Gericht zurückgewiesen. Narkosemittel hätte er aber Jackson kurz vor dessen Tod gegeben.

Conrad Murray im Gericht von Los Angeles. (Bild: Reuters)
Der Kardiologe Conrad Murray plädierte am Montagnachmittag (Ortszeit) zum Beginn seines Prozesses in Los Angeles auf nicht schuldig. Der Arzt ist wegen Totschlags angeklagt, weil er Jackson starke Medikamente verschrieb. Ihm drohen bis zu vier Jahren Gefängnis. Die nächste Anhörung ist für den 5. April geplant.
Murray hat zugegeben, dem an Schlafstörungen leidenden King of Pop kurz vor dessen Tod das Narkosemittel Propofol und andere Beruhigungsmittel verabreicht zu haben, um ihm zum Einschlafen zu verhelfen. Aber nichts von dem hätte Jackson töten dürfen, erklärte der Arzt. Die Anklage dagegen wirft ihm vor, «ohne die nötige Vorsicht und Umsicht» vorgegangen zu sein, als er Jackson Propofol verabreichte.
Der 56-Jährige wurde zwar von Polizisten vorgeführt, musste aber keine Handschellen im Gerichtssaal tragen. Gegen eine Zahlung von
Der Arzt muss zwar zunächst nicht ins Gefängnis, darf aber nach Anordnung des Richters Keith Schwartz nicht mehr Medikamente wie in Jacksons Fall verschreiben. «Ich will nicht, dass Sie jemandem Beruhigungsmittel geben», sagte der Richter. Nach Angaben von Staatsanwältin Trina Bell wollen die kalifornischen Behörden die Zulassung Murrays entziehen. Dies würde sich aber nur auf den Staat auswirken.
Der Kardiologe war der Letzte, der Jackson lebend sah. Er stand seit dem plötzlichen Tod am 25. Juni im Zentrum der Ermittlungen. Damals bereitete sich der 50-jährige Jackson auf eine Serie von Comeback-Konzerten in London vor.
Der Mediziner schloss für die mit
Familie spricht von Mord
Jacksons Familie, die ebenfalls im Gerichtssaal war, wiederholte ihren Mordvorwurf. Seine Schwester Latoya erklärte nach der Anhörung, sie glaube, dass ihr Bruder ermordet worden und nicht nur Murray an seinem Tod beteiligt gewesen sei. Sie werde bis zur Aufklärung weiterkämpfen.
In einem Prozess dürften Experten mit Aussagen über den Einsatz von Propofol zu Wort kommen. Unter anderem muss geklärt werden, ob es sich um grobe Fahrlässigkeit handeln kann, wenn das Mittel in einem Privathaushalt verabreicht wird. Üblicherweise wird es in Krankenhäusern eingesetzt.
(dapd)


























