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Pfarrermangel
28. August 2009 13:19; Akt: 28.08.2009 14:17 Print
Kirche wirbt mit Baschi für den Pfarrberuf
von Katharina Bracher - Um den Ruf des Pfarrberufes steht es nicht zum Besten. Doch nun gibt es Hoffnung für die reformierten Landeskirchen: Schweizer Promis werben in einer Zeitschrift für die Ausbildung zum Pfarrer. Mit dabei ist ausgerechnet Baschi, der mit dem lieben Gott schon vor zwei Jahren musikalisch abgerechnet hat.
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Grassierender Pfarrermangel, leere theologische Fakultäten: Um das Image des Pfarrberufs war es schon besser bestellt. Nun starten die Reformierten eine Charmeoffensive mit prominenter Unterstützung: Schweizer Jungpromis werben im Magazin «Level 10» für das Theologiestudium. Miss Schweiz Whitney Toyloy, der Schweizer Schauspieler Joel Basman und Sänger Baschi leihen dem Magazin ihr Konterfei für das Cover und nehmen in einem Kurzinterview auf der Rückseite zu Fragen des Glaubens Stellung. Ihr Auftritt soll dem angestaubten Image des Pfarrberufes einen Hauch von Coolness verleihen und wieder mehr Maturanden dazu bringen, sich für das Theologie-Studium einzuschreiben.
Er will es eigentlich gut haben, mit Gott: Baschi wirbt für den Pfarrberuf.
Reformierte Pfarrer: Bis 2020 wegpensioniert
Hinter der Aktion stecken die reformierten Landeskirchen und die theologischen Fakultäten der Universitäten Basel, Bern und Zürich. Die Wahl des Dreiergespanns «Toyloy-Basman-Baschi» war kein Zufall: «Wir haben die drei ausgesucht, weil sie jeder sofort erkennt und weil sie im Alter unserer Zielgruppe sind», erklärt Urs Meier, Gesamtverantwortlicher für die Imagekampagne, zu der nebst einem Magazin auch ein Internetportal gehört.
Zweck der Kampagne ist laut Meier, der drohenden Personalknappheit und den rückläufigen Studierendenzahlen den Kampf anzusagen. Die Kirche steckt nämlich tief in der personalpolitischen Bredouille: «Ab 2011 wird der Pfarrermangel noch grösser, denn ab da bis etwa 2020 gehen die grossen Pfarrerjahrgänge in Pension», sagt Meier. Mitte der 1960er war die bislang letzte Blütezeit für die Beliebtheit der Seelsorgerausbildung.
Wirtschaftliche Argumente für den Pfarrerjob
Heute wissen Kirche und theologische Fakultäten geschickt die Situation für sich zu nutzen: Im Magazin verweisen sie an mehreren Stellen auf die finanziellen Aussichten nach Abschluss des Theologiestudiums, aber auch auf die Eigenschaft des Pfarrberufes als krisensicherer Job. In der ersten Ausgabe etwa zeigt das Magazin einen «Schutzindex» für verschiedene Berufe in der Schweiz. Darunter die Aussage: «Der Pfarrberuf kann nicht ins Ausland verschoben werden.»
«Wenn das Gott wüsst, er würd vom Himmel gheie», sang Baschi einst und suchte den Medienrummel mit einem ebenso pubertären wie provokativen Songtext, der ihn über Nacht aus dem puderrosa Himmel der Mädchenzimmer in die Niederungen der «Grüsel» und Gotteslästerer katapultierte. Doch das scheint die Initianten nicht zu stören, im Gegenteil. Die Reformierten setzten Baschi gleich auf das Titelblatt der ersten Ausgabe von ihrem Magazin.
Baschi: «Weil ich ein lieber Siech bin»
Doch nicht nur Baschi ist bereit, seinen Beitrag zur Imagepflege der Seelsorger zu leisten. Der 18-jährige Schauspieler Joel Basman und die amtierende Miss Schweiz Whitney Toyloy (19) verteilen im Interview mit «Level 10» Gemeinplätze: «Es ist wichtig, an sich selbst zu glauben»(Basman), «eine Frau ist nicht schön, wenn sie nur schön ist» (Toyloy). Baschi nutzte die Plattform, um seinen musikalischen Frontalangriff auf Gott wieder gutzumachen: «Eigentlich will ich es gut mit ihm haben, weil ich ein lieber Siech bin.»

























