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19. Juli 2007 14:01; Akt: 19.07.2007 16:18 Print
Nazi-Flugzeuge wieder über Berlin
Da staunten die Bewohner des Örtchens Löpten bei Berlin nicht schlecht: Als sie gen Himmel schauten, erspähten sie Hakenkreuz-Jagdflugzeuge. Der Grund: Dreharbeiten für den neuen Tom-Cruise-Film.
Klar zu erkennen: Die Nazi-Embleme auf der Heckflosse der Junkers 52, die auf einem alten Flugplatz im brandenburgischen Wald stehen. Die Filmaufnahmen für den Hollywood-Thriller über das Hitler-Attentat mit Hollywoodstar Tom Cruise in der Hauptrolle haben begonnen. Wann der Star selbst Einzug hält und wer Hitler spielt, blieb weiterhin geheim.
Tom Cruise spielt den Hitler-Attentäter Claus Schenk Graf von Stauffenberg.(Bild: Reuters/Str)
Wieder über Deutschland unterwegs: Die Luftwaffe.(Bild: WENN)
Claus Schenk Graf von Stauffenberg
war Oberst im Generalstab der deutschen Wehrmacht. Er war massgeblich am rechtsnationalistischen Widerstand gegen das Nazi-Regime beteiligt, der sich angesichts der drohenden Niederlage in der deutschen Generalität formierte.
Stauffenberg platzierte am 20. Juli 1944 eine Bombe im Führerhauptquartier Wolfsschanze und flog nach der Explosion nach Berlin, um den Umsturz («Operation Walküre») zu leiten. Hitler überlebte die Detonation jedoch wider Erwarten, und der Putsch fiel in sich zusammen, als er mit einer Rundfunkrede die Nachricht von seinem Tod widerlegte.
Stauffenberg und eine Reihe weiterer Verschwörer wurden am 21. Juli im Bendlerblock in Berlin erschossen.
Auf dem Flugplatz in Löpten nahe Berlin - laufen die Vorbereitungen seit Tagen. «Stundenlang flogen zwei JU-52 und zwei Messerschmitt-Bf109-Jagdflieger am Himmel, begleitet von einem Hubschrauber, aus dem wohl gedreht wurde», sagte Amtsdirektor Ulrich Arnts gegenüber dem Onlinedienst netzeitung.de. Die aufgemalten Nazi-Embleme seien vom Boden aus ganz genau zu sehen gewesen.
Tatsächlich ist auf dem Rollfeld in Löpten eine Junkers JU-52 («Tante Ju») mit einem Hakenkreuz auf dem Heck vom Wald aus zu erkennen. Näher wird niemand heran gelassen. Die Hollywood-Produzenten wollten zumindest für die ersten Wochen ein «geschlossenes Set» - also keine Medien vor Ort. Streng geheim bleibt, wann Tom Cruise persönlich erscheinen wird.
Einen offiziellen Titel hat der Hollywood-Streifen über das gescheiterte Bombenattentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 noch nicht. Arbeitstitel für den Cruise-Film ist nach Auskunft des Studiosprechers nach wie vor «Valkyrie» - in Erinnerung an die «Operation Walküre», wie die Widerständler ihre Umsturzpläne genannt hatten. Als internen Namen verwende die Filmcrew «Rubicon». Tom Cruise spielt darin den Hitler-Attentäter Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Wegen der Mitgliedschaft des Schauspielers in der Scientology-Sekte hatte es darüber erregte Debatten gegeben. Unter anderem meldete die Familie Stauffenberg ihre Bedenken an (20minuten.ch berichtete). Stauffenberg war nach einem gescheiterten Bombenattentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 standrechtlich erschossen worden.
«Würde des Ortes»: Drehverbot im Bendlerblock
Doch nicht alle Wünsche Hollywoods werden erfüllt: Zum Drehbeginn des Stauffenberg-Films hat das deutsche Bundesfinanzministerium seine Entscheidung verteidigt, keine Filmaufnahmen im Berliner Bendlerblock zu genehmigen. Auch die Verantwortlichen für das Projekt im Studio Babelsberg seien damit zufrieden, sagte Ministeriumssprecher Torsten Albig am Donnerstag in Berlin.
Man habe alle beantragten Drehgenehmigungen bis auf eine erteilt, sagte Albig. Im Bendlerblock, dem heutigen Bundesverteidigungsministerium und zugleich dem Ort von Stauffenbergs Hinrichtung, sei es um die «Würde des Ortes» gegangen. Die entsprechenden Szenen könnten jedoch auch in geschaffenen Kulissen gedreht werden, betonte Albig.

























