16. November 2007 07:00; Akt: 16.11.2007 11:20 Print

Rappten Aussenminister mit einem Extremisten?Rappten Aussenminister mit einem Extremisten?

Der deutsche und der französische Aussenminister rappen mit einem Deutschtürken. Doch das Integrationsprojekt kommt ins Schleudern, denn Sänger Muhabbet wird Extremismus vorgeworfen ...

Bericht über die Aktion der Aussenminister Frank-Walter Steinmeier und Bernard Kouchner. Quelle: You Tube.
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Frank-Walter Steinmeier und Bernard Kouchner hatten Gutes im Sinn, als sie mit dem Deutsch-Türken Muhabbet das Lied «Deutschland» aufnahmen: Es ging um Integration, um das Zusammenleben mit Ausländern in der Bundesrepublik wie in Frankreich.

Muhabbet: Hass auf Theo van Gogh?

Doch statt die Einigkeit zu fördern, könnte das Projekt zum Boomerang werden. Denn eine Redakteurin des «Hessischen Rundfunks» erklärte der deutschen Zeitung «Die Welt», dass der Toleranz-Botschafter Muhabbet den Mord an dem niederländischen Islam-Kritiker Theo van Gogh gutgeheissen und begrüsst habe.

Esther Schapira hatte gemeinsam mit ihrem türkischen Kollegen Kamil Taylan einen Film über die Ermordung des Filmemachers gemacht, der Mitte Oktober prämiert wurde. Schon nach der Vorstellung des Trailers für den Film kam ein aufgebrachter Muhabbet zu der Redaktorin: «Er sagte, Theo van Gogh habe Glück gehabt, dass er so schnell gestorben sei», berichtet Schapira. Der Rapper ging angeblich noch weiter. Muhabbet hätte ihn erst in den Keller gesteckt und gefoltert.

Aussagen gegen Aussagen

«Es war nicht eine kurze, missverständliche Äusserung. Er hat es wiederholt», bekräftigt Schapira. Damit nicht genug: Der 23-Jährige redete auch schlecht von Ayaan Hirsi Ali. Die Somalierin hat ein Buch geschrieben, dass die Behandlung von Frauen in dem afrikanischen Land kritisiert.

Der in Köln geborene Muhabbet dementierte den Vorfall im deutschen Fernsehen. Kenner der Branche zeigten sich ebenfalls überrascht. Steinmeier erklärte: «Er hat sich immer gegen Gewalt ausgesprochen und für Integration.» Der Aussenminister «würde aber behaupten, dass er nie und nimmer zu solcher Gewalt aufrufen würde». Er hätte sich mehr Sorgfalt bei der Recherche gewünscht.

Redaktorin Schapira antwortete darauf: «Wenn hier von mangelnder Recherche die Rede sein kann, dann von Seiten des Aussenministers.» Ihr Kollege Taylan bestätigte den Hergang. Die Politik «sollte besser aufpassen, wen sie als Integrationsfigur behandelt.»


Mehr Informationen, Zitate und Musik. Quelle: You Tube.