Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
GNTM-Staffelstart
05. März 2010 17:42; Akt: 05.03.2010 17:42 Print
«Thumbs down» für Q und Kristian
von Philipp Dahm - Obwohl Heidi Klum nun bereits zum fünften Mal «Germany's Next Topmodel» sucht, startete die neue Staffel mit ungewohnten handwerklichen Fehlern. Überraschungen gab es kaum – mal abgesehen von der Qualität der Quote und der neuen Jury.
Mehr als 2000 Mädchen standen am 20. Januar 2010 in Köln Schlange, um sich für Heidi Klums Show «Germany's Next Topmodel» vorzustellen.
- Was meinen Sie?
-
«Next Topmodel» around the world
«Woher kommt ihr?», fragte Heidi Klum einige Mädchen beim offenen Casting in Köln, zu dem rund 2000 Möchtegern-Models angetreten waren: Hier wurden die Kandidaten der fünften Staffel von «Germany's Next Topmodel» rekrutiert. «Aus Wuppertal», antwortet eine. «Aus der Schweiz», eine andere. Und zwischendurch kreischen die Mädchen und geben begeisterte Kommentare ab, von denen der Zuschauer oft den Eindruck hat, sie seien eigentlich in einem ganz anderen Kontext gebracht worden.
Talentsichtung «aus 20 Metern Entfernung»
Apropos Zusammenhang: Die Deutsche Moderatorin hat zwei neue Juroren an ihrer Seite. Zum einen wäre da «Marketing-Profi» Q: In der Modebranche «kennen ihn eigentlich alle», weiss Heidi Klum. Im Publikum kennt ihn hundertprozentig niemand. Der junge dunkelhaarige Mann selbst verrät, dass er «aus 20 Metern Entfernung» schon sieht, ob ein Model Talent hat. Er ist der Typ, der mit Heidi Klum abklatscht, als er den Saal mit den Kandidaten betritt, und dazu «High Five» sagt. Er ist der Typ, der beim Anblick der kreischende Girlie-Gruppe Kommentare wie «Unglaublich» wiederholt zum Besten gibt.
Dieselbe Weisheit bringt auch der zweite neue Juror Kristian Schuller. «Unglaublich, unglaublich», trompetete der Fotograf beim ersten Auftritt vor der Kamera. Heidi sagt, der Mann «kann den Mädchen helfen». Schuller «konkretisiert» das Ganze dahingehend, dass er die Kandidatinnen «unterstützen» und ihnen «etwas beibringen» will - was auch immer das heissen mag. Auf den ersten Blick ist die neue Jury eine Enttäuschung, auch wenn eine etwas zu stark geschminkte Frau Klum bekundet, dass Q «supersüss und superniedlich» ist.
Mit 15 zur Miss-Bikini-Wahl
Das Casting selbst ist recht schnell abgehandelt: Der Damen-Durchlauf auf dem Catwalk wird von langweiligen Einlagen unterbrochen, wenn einige Mädchen etwa ein Ei auf einem Löffel im Mund balancieren oder beim Laufen einen Fussball spielen müssen. Hier erinnert die Show ein wenig an einen Kindergeburtstag, während die Chefin meint, das diene dazu, die Mädchen «zu kitzeln». Vorhersehbar sind auch die eingestreuten Schicksale: Wenn eine Bewerberinnen besonders hübsch ist oder aber eine Geschichte zu erzählen hat, drückt die Jury einen «Buzzer» und stoppt die Fleischbeschau.
Dann werden Schicksale beleuchtet wie dass der am Knie operierten Aspirantin, die seit elf Jahren Reha macht. Wenig überraschend ist das der Model-Karriere nicht gerade zuträglich: Trotz peinlicher Heul-Musik und Druck auf die Tränendrüse muss die Dame gehen. Wenig damenhaft gibt sich eine Kandidatin einer «Miss Bikini»-Wahl, denn Vanessa läuft als einzige im sommerlichen Strandoutfit. Bei dem vorherigen Wettbewerb hatte die 17-Jährige zwei Jahre zuvor mitgemacht: Haben Teenager mit 15 eigentlich nichts anderes mehr zu tun, als sich für nichts freizumachen? Wenigstens fliegt die Österreicherin raus.
Der «DSDS-Effekt»
Der «DSDS-Effekt» der Sendung stellt sich ein, als die Freaks, die Hässlichen und die Dicken gezeigt werden, die sich beim Casting versuchten. Und wenn Kandidatin Anna weiter gewunken wird: Die Miss Russia 2009 hat bereits an 16 Schönheitswettbewerben teilgenommen und wird in der Staffel wohl die Rolle der zickigen Diva übernehmen. Die dufte Powerfrau spielt dieses Mal Miriam: Die 22-jährige übernimmt als Stuntfrau die Rolle der Bodenständigen, die sich später gewiss über die Mädchenallüren ihrer Konkurrentinnen aufregen darf. Zum Model reicht es bei der sympathischen Frau aber nicht: Sie wird beizeiten den Ich-habe-heute-leider-kein-Foto-für-dich-Tod sterben.
Wer Runde eins überstanden hat, musste sich am Folgetag gleich wieder bewiesen. Abermals mussten die Kandidatinnen einen Lauf absolvieren und anschliessend für vier Fotos posieren. Was in der Masse des ersten Castings mit durchgerutscht war, konnte so schnell noch aussortiert werden. Auffällig bei den Mädchen, die weiterkamen, waren die 21-jährige Studentin Kera-Rachel (mit ihrem Mauseohr, das sie «Freddy» nennt), die 16-jährige Aline (die Zahnspange trägt, aber ein interessantes Foto-Gesicht hat) oder die 20-jährige Alisar, die an Moderatorin Collien Fernandes erinnert. Sie hat bereits eine beste Freundin gefunden und ist ganz erleichtert, als nach ihrem Weiterkommen auch «Nadine ihr Name aufgerufen wurde», so der wenig intelligente O-Ton der Bayerin.
Na dann, Nasdarowje!
Während die Kandidatinnen der Show gar nicht so uninteressant dahergekommen sind, sorgte die Jury für einen faden Beigeschmack. Juror Q etwa meinte beim ersten Anblick von Anna mit ihrer Miss-Russia-Schärpe: «Nasdarowje!» Als er nach seinem Urteil gefragt wird, sagt er: «Thumbs up!». Klingt ja auch irgendwie cool. Juror Nummer zwei Kristian Schuller mag zwar ein guter Fotograf sein, das Schauspielerische geht ihm aber ab. Zum Beispiel bei den nachgedrehten Buzzer-Szenen, bei denen er so tun soll, als würde er eine Geschichte gerade zum ersten Mal hören, ist er völlig unglaubhaft.
Andere Produktionsschnitzer traten beim Jubel-Casting zutage: Wenn Mädchen-Kommentare in andere Szenen geschnitten werden wie bei Heidi Klums ersten Auftritt, fühlt sich der Zuschauer nicht wirklich ernst genommen. Die Quote zeigt zudem, dass es langsam vorbei ist mit dem Heidi-Hype: Mit 2,32 Millionen Zusehern bei den 14- bis 49-Jährigen (Marktanteil 18 Prozent) legte die Sendung den schwächsten Staffelstart seit 2006 hin. Letztes Jahr waren es noch 3.01 Millionen (Marktanteil 24,1 Pozent).
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»
Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.
«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»
Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.
«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»
Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)
Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?
Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.
-
Alle 23 Kommentare




























Sind die schön?
Ich finde, dass Heidi und die Jury dieses jahr wieder mal bewiesen haben, dass Sie nicht wissen was Schöhnheit bedeutet. Die Mädchen sind nun wirklich nichts besonderes und werden sicher nicht gross rauskommen. Traurig aber wahr..Heidi möchte nimmt ja immer die Mädchen weiter, die garantiert nicht schöner sind als sie selber..
Schade...
dass die Mädels nicht schnallen, wie sehr La Klum die aussagt, da würde jede Zecke neidisch. Aber eben, wer sich so ins Rampenlicht stellen muss, hats wohl nicht anders verdient :-)
Wenn sich niemand diese Sendung...
... anschauen würde, gäbe es sie auch nicht mehr. Also, nicht aufregen sondern wegschalten.