09. Oktober 2007 22:47; Akt: 10.10.2007 10:48 Print

Kerner warf Herman aus dem StudioKerner warf Herman aus dem Studio

Johannes B. Kerner hat während der Aufzeichnung seiner ZDF-Talkshow die umstrittene Ex-Moderatorin Eva Herman aus der Gesprächsrunde ausgeschlossen.

Kerner hatte die 48-Jährige fast 50 Minuten lang immer wieder gefragt, ob sie ihre in die Kritik geratenen Äusserungen zu den familiären Werten im Nationalsozialismus heute so wiederholen würde. Doch Herman wich mehrfach aus und ergänzte: «Wenn man nicht über Familienwerte der Nazis reden darf, kann man auch nicht über die Autobahnen sprechen, die damals gebaut wurden. Und heute fahren wir darauf.»

Zudem sagte sie: «Ich muss einfach lernen, dass man über den Verlauf unserer Geschichte nicht reden kann, ohne in Gefahr zu geraten.» Daraufhin sagte Kerner: «Ich entscheide mich für die anderen drei Gäste und verabschiede mich von Eva Herman.» Die Sendung ist am Abend um 22.45 Uhr mit dieser Szene ausgestrahlt worden.

Die drei weiteren Gesprächspartner, Schauspielerin Senta Berger, Ex-Talkmasterin Margarethe Schreinemakers und der Komiker Mario Barth, hatten zuvor Unmut über den Verlauf des Gesprächs zwischen Kerner und Herman geäussert. Es sei müssig, über ein Buch zu reden, das die anderen Gesprächspartner nicht gelesen hätten, sagte Berger.

Klage gegen Kündigung

Die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» (Mittwochausgabe) berichtete unterdessen, dass Herman Klage beim Amtsgericht Hamburg gegen ihre Kündigung durch den Norddeutschen Rundfunk (NDR) eingereicht haben soll. Der Sender hatte die Zusammenarbeit mit der Moderatorin nach ihren missverständlichen Äusserungen beendet.

Herman hatte Anfang September bei der Vorstellung ihres Buches «Das Prinzip Arche Noah. Warum wir die Familie retten müssen» über familiäre Werte und Nationalsozialismus gesprochen. Familiäre Grundwerte seien in der Nazizeit «instrumentalisiert und für verwerfliche politische und gesellschaftliche Zwecke missbraucht worden».

Der Entnazifizierung durch die 68er als Folgereaktion sei auch die Wertschätzung für die Familie weitgehend zum Opfer gefallen, sagte sie weiter.

(sda)