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«Tatort»
31. März 2009 16:40; Akt: 16.08.2011 13:08 Print
Die «hässliche Schweizerin»
Das wird die Sympathien der Eidgenossen für die Deutschen nicht verstärken: Im letzten «Tatort» tauchte eine Schweizerin auf, die einer Karikatur gleicht. Nachträglich entschuldigt sich die Schauspielerin sogar für ihren Auftritt.
Eigentlich hätte in der letzten Folge von «Tatort», die unter dem Namen «Der Gesang der toten Dinge» lief, alles ganz einträchtig sein können: Eine Schweizer Kriminalbeamtin namens Gabi Kunz reist aus Basel nach München an, um die Kollegen Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl zu unterstützen. Doch die dümmliche Ausgestaltung der Rolle sorgt für Ärger: «Neu-Ermittlerin Gabi Kunz (Sabine Timoteo) brilliert zwar mit analytisch-organisatorischen Fähigkeiten, wird aber durch das übertriebene und schwer verständliche Schwyzerdütsch ihrer Aussprache zur Witzfigur degradiert», so der Kommentar von Stern.de-Kritikerin Kathrin Buchner. Revanchieren sich die Nachbarn jetzt mit der Klischeerolle für Schweizer Zeitungstitel, die ihr Coverbild von Finanzminister Peer Steinbrück mit «Der hässliche Deutsche» überschrieben haben?
Kriminalbeamtin Gabi Kunz (2. r.) störte mit ihrem übertriebenen Schweizer Dialekt den Gesamteindruck des Münchner «Tatorts».
Timoteo will nicht mehr darüber reden
Auf der Website der Schauspielerin lassen auch die Fans und Zuschauer des letzten «Tatort» Dampf ab über den klischeehaften Auftritt von Timoteo. Ein Luke Duke schreibt dort: «Was um Himmels willen sprechen Sie denn da für eine Sprache in dem Film? Das geht einfach gar nicht!» Auch auf anderen Kommentar-Sites herrschen Kommentare vor, die in eine ähnliche Richtung gehen. Doch es gab durchaus auch Lob für Gast-Ermittlerin Gabi Kunz: «Ich fand den Tatort ganz gut und die Gabi Kunz, ja, die fand ich toll. Das Deutsch war nicht so weit weg von dem, was vor Jahren unser Bundesrat Ogi von sich gegeben hat ...», schreibt Peter R. auf Timoteos Fansite.
Die Schauspielerin indes äussert sich auf ihrer Homepage undurchsichtig. Einerseits findet sie den «Aufruhr, den Gabi Kunz erzeugen konnte, spannend», andererseits entschuldigt sie sich auf ironische Weise bei den Zuschauern: «Bitte verzeiht mir, sehr geehrtes Tatort-Publikum, wenn euch auch das schon zu viel war.» Ihr Management mochte auf Nachfrage nichts mehr zu dem Thema sagen, um es nicht künstlich aufzubauschen.
Regisseur wollte einen lustigen Krimi drehen
Thomas Roth, der sich als Regisseur für den letzten «Tatort» verantwortlich zeichnet, sagte: «Nur schon sprachlich ist die Idee einer Schweizer Verstärkung recht unterhaltsam», wie der «Tages-Anzeiger» den österreichischen Filmemacher zitiert. Nun, lustig ist so ein Auftritt wie der von Gabi Kunz schon seit Ende des letzten Jahrtausends nur noch bedingt. Ein Klischee pflegen und hegen passt da schon besser.
Quelle: ARD
(tom)



























