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«GNTM»-Casting
21. Januar 2010 10:11; Akt: 21.01.2010 11:09 Print
«Wenn wir eine erwischen, die Fotos macht ...»
Wie sich doch die Zeiten ändern: Früher recherchierte Günter Wallraff undercover bei der «Bild», heute schleicht sich eine Reporterin der Zeitung beim Casting für «Germany’s Next Topmodel» ein.
Knapp 2000 Mädchen standen am 20. Januar 2010 in Köln Schlange, um sich für Heidi Klums Show «Germany's Next Topmodel» vorzustellen.
Genau 1936 Mädchen - darunter auch zwei Schweizerinnen - kamen zum einzigen offenen Casting nach Köln, um bei der Heidi-Klum-Show «Germany’s Next Topmodel» dabei zu sein. Unter ihnen war mit Claudia Settegast auch eine Reporterin der «Bild», die die Schönheitsprobe aufs Exempel machte. Mit dabei hat sie einen für 14 Tage gepackten Koffer: Das war eine Vorbedingung für die Mädchen. Die erste Qualität, die die Journalistin beweisen muss, ist Geduld.
Ab 7.25 Uhr geht die Warterei los. Um 8 Uhr darf die «Bild»-Frau in Grüppchen mit anderen Bewerberinnen einen Zettel mit ihren Daten ausfüllen – inklusive einer Verschwiegenheitsverpflichtung, wonach keine Inhalte der Sendung vorab verraten werden dürfen. Eine dreiviertel Stunde später werden die Mädchen «wie eine Kuhherde» in eine Halle verfrachtet, in der sie sich bei zehn Grad Kälte umziehen müssen – und wieder warten.
Bis zwölf Uhr passiert nichts. Ein Produktionsgehilfe warnt jedoch die Bewerberinnen: «Kameras sind verboten. Wenn wir eine erwischen, die Fotos macht, nehmen wir sie euch ab und zertreten sie am Boden», zitiert «Bild» den Mann. Ihr Mittagessen müssen die Damen selber zahlen: Erdnüsse und Schokoriegel kosten 1.50 Franken, ein Käsebrötchen schlägt mit fünf Franken zu Buche. Die Gepäckstücke der Mädchen sind weggeschlossen worden.
Erst um 13.30 Uhr kommt Klum: Ihr habt hier vorne nur eine Minute, um uns zu überzeugen», ruft sie den Wartenden zu. Die werden jedoch vorselektiert: Ein Mitarbeiter holt die Mädchen auf die Bühne, die vorsprechen dürfen. Als eine der Bewerberinnen sagt, sie spiele Fussball, hat Heidi zufällig auch einen Ball parat und fordert die Dame auf: «Zeig mal was!» Bis 17 Uhr wird gecastet, die «Bild»-Reporterin wird nicht auserwählt. Zum Trost bekommt sie am Ende aber ein Foto und Geschenke: einen Lolli, einen Energy-Drink, Gummibärchen, ein kleines Wärmekissen, einen Auto-Prospekt und Gepäck-Chaos, als die Mädchen ihre Koffer abholen.
(phi)

























