«Wetten, dass....?»

06. Dezember 2009 12:55; Akt: 06.12.2009 13:12 Print

«Hier gibt's für jeden was»«Hier gibt's für jeden was»

von Thomas Joppig - Die «Volksmusik-Stars» Wolfgang und Anneliese alias Bastian Pastewka und Anke Engelke waren mit einer humoristischen Breitseite gegen die Sendung das Highlight von «Wetten, dass...?» am Samstag. Und was passierte sonst?

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«Ja, hier ist Wetten, dass...?, hier gibt's für jeden was», sangen die stilecht mit jägergrünem Anzug und Dirndl gekleideten Comedians gleich zu Beginn der Sendung.

In ihrem Mitklatsch-Song nahmen sie die Rituale der Show humorvoll aufs Korn: «Die Superstars haben wenig Zeit, der Jet steht draussen schon bereit.» Das war noch untertrieben, denn mit Pop-Diva Mariah Carey und Ex-Spice-Girl Victoria Beckham hatten gleich zwei international bekannte Gäste abgesagt.

«Wetten, dass...?» ist eine Show der Kontraste: Während der Student Lutz Eichholz noch versuchte, mit einem Einrad von einer Mülltonne zur nächsten zu springen, machten sich auf der anderen Seite schon drei Streicher für den Auftritt von Shootingstar Leona Lewis bereit. Die britische Soulsängerin, die mit dem Song «Bleeding Love» bekannt wurde, stellte ihren neuen Titel «Happy» vor und beeindruckte das Publikum mit ihrer kraft- und gefühlvollen Stimme.


Mit Füssen Katzenfutter ertastet

Die Wettkandidaten waren auch diesmal nicht um kuriose Einfälle verlegen: Die Schülerinnen Sandra Mandelsperger und Anna Burger versuchten - allerdings vergeblich - mit den Füssen, verschiedene Sorten von Katzenfutter zu ertasten. Der Rehatechniker Oktay Mann spielte an einem riesigen Tischkicker gegen eine elfköpfige Mannschaft an und erreichte immerhin ein Unentschieden, der Justizvollzugsbeamte Detlef Markwald band mit seiner Zunge Knoten in Lakritzschnecken.

Der Gastronom Gerold Morandell zeigte sich vor der Halle auf einem Motorrad fahrend als versierter Pizzabäcker. Gottschalks Co-Moderatorin Michelle Hunziker fuhr ihm hinterher und stürzte bei der Einfahrt in die Halle, rappelte sich jedoch schnell wieder auf und führte danach weiterhin gut gelaunt durch die Show.

Wettkönig des Abends wurde mit fast zwei Dritteln aller Stimmen der Kemptener Jürgen Seliger. «Er erkennt eine ganze Welt», hatten die «Wetten, dass...?»-Macher im Vorfeld angekündigt und damit nicht zuviel versprochen: Der kaufmännische Angestellte hatte behauptet, alle Details in der Ausstellung des Hamburger Miniaturwunderlandes zu kennen. Und tatsächlich konnte er anhand von beliebig ausgewählten Fotos winziger Figuren bestimmen, wo sich diese innerhalb der grossen Modellbau-Anlage befinden. Zielsicher dirigierte er von der Messehalle aus das zugeschaltete Hamburger Kamerateam an die richtigen Orte. Eine enorme Gedächtnisleistung, die das Publikum faszinierte.

Jürgen Seligers Sieg verhinderte es zugleich, dass Schauspieler und Wettpate Hugh Grant mit einer etwas gewöhnungsbedürftig aussehenden norddeutschen Spezialität vertraut gemacht wurde: Grant hatte an Seligers Fähigkeiten geglaubt und musste daher kein Labskaus probieren.


Schweiger hatte wenig Lust auf «Lebenslang grün-weiss»

Ohnehin gingen die «Wetten, dass...?»-Macher nicht gerade zimperlich mit den Leidenschaften der Bremer um. Als die Schauspielerkollegen Til Schweiger und Nora Tschirner mit ihrem Wett-Tipp daneben lagen, mussten sie zur Strafe das Werder-Bremen-Lied «Lebenslang grün-weiss» anstimmen. Das fiel den beiden sichtlich schwer. Til Schweiger fiebert mit Bayern München, und auch Nora Tschirner hat für Werder nichts und dafür für den Hamburger SV viel übrig. Dass sie es bei ihrem Gesang an der nötigen Begeisterung fehlen liessen, entging den Zuschauern nicht.

Stimmlich eindrucksvoller präsentierte sich Michael Bublé: Mit dem Song «Cry Me A River» legte der amerikanische Jazz-Sänger mit imposanter Orchesterbegleitung einen starken Auftritt hin. Auch die Ausschnitte aus dem schrägen Musical «Hairspray» kamen beim Publikum gut an. Schauspieler Uwe Ochsenknecht ist in dem Stück als übergewichtige Hausfrau zu erleben. Diese Rolle ist ihm offensichtlich ans Herz gewachsen. Manchmal sei er nachts aufgewacht und habe sich erschrocken gefragt «Wo sind denn meine Brüste?», erzählte er später auf dem Sofa.

Und immer sorgten Wolfgang und Anneliese für Lacher. Mal schenkten sie Hugh Grant ein Malbuch mit Stiften, damit er sich in der Sendung nicht so langweilt, mal flirtete Wolfgang liebestoll der schönen Michelle Hunziker hinterher. Kurios geriet auch der Auftritt von Schauspieler Wolfgang Stumph und seiner Tochter und Kollegin Stephanie, die eine Szene aus «Romeo und Julia» auf Sächsisch spielten.


«Ich bin 40 Jahre nicht abgehauen»

Eines machte die Show jedenfalls klar. Es sind nicht immer die internationalen Top-Stars, die für eine unterhaltsame «Wetten, dass...?»-Sendung sorgen. Manchmal geht es mit deutschen Promis deutlich lustiger und unverkrampfter zu als mit Weltstars, die nach kurzem, belanglosem Smalltalk schon wieder entschwinden. Wolfgang Stumph hingegen hielt bis zum Ende der Sendung auf dem Sofa aus. Das hatte der Sachse zu Beginn auch so versprochen: «Ich bin 40 Jahre nicht abgehauen, da werd ich die drei Stunden überstehen.»