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Unterhaltung
17. Mai 2010 13:30; Akt: 17.05.2010 14:29 Print
Gabriela Amgarten verlässt das SF
Die Unterhaltungschefin des Schweizer Fernsehen hat genug: Überraschend hat Gabriela Amgarten ihren Job gekündigt. Sie will sich als Beraterin selbstständig machen.

Will ihren Traum von der Selbständigkeit verwirklichen: Gabriela Amgarten, Abteilungsleiterin Unterhaltung und Mitglied der Geschäftsleitung. (Bild: Keystone)
Beim Schweizer Fernsehen (SF) kommt es zu einem gewichtigen Rücktritt. Unterhaltungschefin Gabriela Amgarten verlässt den Sender auf Ende 2010. Sie will sich als Beraterin selbstständig machen, wie Sprecher Urs Durrer gegenüber 20 Minuten Online bestätigt. «Der Abgang kam für uns überraschend», sagt er. Die Stelle für die Nachfolge werde im Sommer ausgeschrieben.
Traurige Berühmtheit: Der «Risiko»-BschissEinem breiteren Publikum bekannt wurde Gabriela Amgarten als Moderatorin der Quizsendung «Risiko». Allerdings bleibt diese Sendung vor allem wegen dem berühmten «Bschiss»-Versuch in kollektiver Erinnerung: Wie konnte ein «Risiko»-Kandidat die korrekte Antwort auf eine Quizfrage wissen, die Gabriela Amgarten noch überhaupt nicht gestellt hatte?
Im Januar 1998 liess sich der «Risiko»-Teilnehmer Tommaso Ramundo von Kollegen, welche die Hauptprobe der Sendung besucht hatten, die Fragen und die dazu gehörigen richtigen Antworten besorgen und ging auf diese Weise mit einem Gewinn von
Allerdings wurde die Summe niemals ausbezahlt, weil die Verantwortlichen vom Schweizer Fernsehen nachträglich Verdacht schöpften. Ramundo wurde zum Verhängnis, dass er auf die Frage, wer von der «Tagesschau» zum Kopf des Jahres 1997 gewählt wurde, nicht den Präsidenten des Holocaust-Fonds Rolf Bloch nannte, sondern den damaligen GC-Gussballer Fussballer Viorel Moldovan. Diese Bloch-Antwort war zwar richtig auswendig gelernt worden, passte aber erst auf die übernächste Frage.
Während des Quiz-Geschehens fiel Gabriela Amgarten dieser Fehler nicht auf. «Diesmal stimmt Moldovan», sagte sie noch, als zum zweiten Mal die Antwort kam, diesmal auf die richtige Frage.
In Untersuchungshaft gestand Tommaso Ramundo schliesslich nach einigen Tagen hartnäckigen Leugnens die Schummelei. Er wurde schliesslich wegen Betrugs zu einer bedingten Gefängnisstrafe von viereinhalb Monaten verurteilt.
Gabriela Amgarten sagte später zum TV-Magazin «TR7» zum Fall Ramundo: «Das war sehr unangenehm, weil die Glaubwürdigkeit der Sendung auf dem Spiel stand. Mit dem Fall sind wir in die Geschichte des Schweizer Fernsehens eingegangen.» (obi)
Amgarten verlässt SF auf eigenen Wunsch. Grund ist offenbar die anstehende Fusion von Radio und Fernsehen, wobei ihr Anspruch auf den Posten als Unterhaltungschefin ungefährdet gewesen wäre. Das Schweizer Radio hat keine Abteilung Unterhaltung. Doch Amgarten hätte sich für einige Jahre verpflichten müssen. «Danach hätte ich meinen Traum, mich selbstständig zu machen, kaum mehr verwirklicht», lässt sich die 48-jährige Amgarten in der Medienmitteilung zitieren. Beratung und Coaching sei nach 20 Jahren in der Fernsehunterhaltung ein weiterer Lebenstraum, den sie nun anpacken wolle.
Fernsehdirektor Haldimann bedauert
Seit 2005 steht Amgarten der Unterhaltungsabteilung als Chefin vor. Sie ist gleichzeitig Mitglied der SF-Geschäftsleitung. Fernsehdirektor Ueli Haldimann bedauert laut Medienmitteilung Amgartens Abgang. Sie habe als Unterhaltungschefin viel bewegt und viele neue Formate erfolgreich lanciert. Amgarten habe die SF-Unterhaltung entscheidend geprägt, so Haldimann, zunächst vor der Kamera, später als Programmverantwortliche und als Geschäftsleitungsmitglied.
Gabriela Amgarten feierte im Januar 2010 ihr 20-jähriges Dienstjubiläum beim Schweizer Fernsehen. Bekannt wurde Amgarten als Gesicht der Quizshow «Risiko», die sie von 1992 bis 2000 moderierte (siehe Box). Danach moderierte sie verschiedene weniger bekannte Sendungen und war ab 2001 Redaktionsleiterin Spiele, bevor sie 2005 ihre heutige Aufgabe als Abteilungsleiterin Unterhaltung übernahm. Amgarten ist ausgebildete Krankenschwester und arbeitete nach dem Wechsel in die Medienbranche beim Lokalradio Pilatus und bei den Luzerner Neuesten Nachrichten.
(mdr)
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Alle 66 Kommentare































veraltete Bilder...
aber hallo: da macht ihr kritische Bemerkungen an die werte Frau Amgarten, aber selber schafft ihr es nicht, eine aktuelle Bilderauswahl zu erstellen, sondern blendet einfach was uraltes ein -> lest mal die Bildunterschriften....
Chapeau SF!
Das Schweizer Fernsehen muss mit beschränkten Mitteln viel unter einen Hut bringen und hat daher einen harten Job. Den erfüllt es meiner Meinung nach mehr als gut, in sehr vielen Sparten. Ich fühle mich als Schweizer gut reflektiert und bin oft aufs Angenehmste überrascht vom Programm. Weiter so aus meiner Sicht, kritisieren ist immer das Einfachste.
Erstaunlich...
Ich habe alle 54 Kommentare gelesen, doch niemand hat sich positiv über SF geäussert! Woran liegt das? Lesen die, die SF gerne schauen, keine Online-Zeitungen? Es scheint tatsächlich so, dass das SF-Publikum im Alter von 50 bis scheintot ist. Das würde mir als Verantwortlicher von SF zu denken geben...