Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
«Top Gear»
03. September 2010 12:53; Akt: 03.09.2010 13:59 Print
James May: «Stig wird gekillt»
Die Kunstfigur «The Stig» ist als Rennfahrer Ben Collins entlarvt; der geheimnisvolle Nimbus ist erloschen. Die Rache von «Top Gear» folgt aber postwendend.
Seine Identität war eines der letzten grossen Rätsel der Menschheit. Sieben Jahre lang rätselte das Publikum, wer sich hinter «The Stig», dem weiss behelmten Rennfahrer der BBC-Kult-Sendung «Top Gear» verbirgt.
Das Buch des Anstosses: Die Autobiographie von Ben Collins, die am 16. September erscheint. (Bild: PD)
Das Geheimnis, das keines mehr ist: Hinter dem mysteriösen Testfahrer von «Top Gear» steckt der englische Rennfahrer Ben Collins.
Das «Top Gear»-Team mit James May (3.v.l.) rächt sich an ihrem Testfahrer.
Bildstrecken
Die zehn besten «Top Gear»-MomenteCrash mit RaketenautoDas härteste Auto der WeltDriving CoolEine Ente kam geflogen
Nun nimmt The Stig seinen Helm ab – gegen den ausdrücklichen Willen der «Top Gear»-Produzenten, doch mit dem Segen des Londoner Obergerichts. Ben Collins, ehemaliger Soldat der Anti-Terror-Spezialeinheit SAS, danach leidlich erfolgreicher Rennfahrer und James-Bond-Stuntman, veröffentlicht am 16. September seine Autobiographie mit dem Titel «The Man in the White Suit» (20 Minuten Online berichtete).
Dabei erstaunt es wenig, dass den «Top Gear»-Machern die Enthüllung ihres bestgehüteten Geheimnisses absolut nicht in den Kram passt. Produzent Andy Wilman verteidigte die Entscheidung der BBC, die Publikation der Autobiographie von Ben Collins gerichtlich zu verhindern, glaubwürdig in einem vielbeachteten Editorial. Denn für die BBC geht es um viel. «Top Gear», die etwas andere Autosendung, hat sich zur Geldmaschine entwickelt, die wöchentlich von weltweit gegen 350 Millionen Menschen verfolgt wird. Da schmerzt es natürlich, wenn der Buchverlag HarperCollins, der obendrein dem Medienmogul und BBC-Konkurrenten Rupert Murdoch gehört, mit einer BBC-Idee das grosse Geschäft macht. «HarperCollins hat einen feuchten Dreck zur Figur-Entwicklung beigetragen», so Wilman.
Bereits «Black Stig» wurde weggekillt
Doch das Gericht wertete die Tatsache, dass Ben Collins in seinem Vertrag mit «Top Gear» eine Vertraulichkeitsklausel unterzeichnet hatte, geringer, als sein Recht auf freie Meinungsäusserung. Somit ist der geheimnisvoller Nimbus von The Stig erloschen – hochoffiziell.
Klar, dass sich das exzentrische Moderatoren-Team um Jeremy Clarkson, Richard Hammond und James May nicht ohne Weiteres gefallen lassen werden. Den neusten Äusserungen James Mays zufolge, dürfte The Stig publikumswirksam am Anfang der nächsten Staffel getötet werden. Etwas, das dem Ur-Stig der ersten Jahre (der im schwarzen Helm und Overalls) auch widerfahren ist.
Damals musste der Ur-Stig im Rahmen einer der legendären «Challenges» versuchen, auf dem Deck des Flugzeugträgers HMS Invincible in einem modifizierten Jaguar 100 Meilen pro Stunde zu erreichen – und wieder zu einem Stillstand zu kommen (siehe Video oben). Die vorgesehen Geschwindigkeit wurde erreicht, doch der Bremsweg war zu lang. Stig und Auto stürzten ins Meer. Beide tauchten nie wieder auf. Pünktlich zum Sendebeginn der nächsten Staffel wurde dann der neue, weisse Stig dem Publikum präsentiert.
«Wir nageln seinen Kopf an den Tisch»
Nun erwartet White Stig ein ähnliches Schicksal wie sein Vorgänger. «Top Gear»-Moderator James May, als der schusselige Intellektuelle im Bunde des Moderatoren-Trios eher als sanftmütig bekannt, nimmt gegenüber der Zeitung «The Sun» kein Blatt vor dem Mund: «Da gab es den Stig in den schwarzen Overalls, der von Andy abserviert wurde. Und nun haben wir den Stig in weissen Overalls, mit dem auch entsprechend verfahren wird.»
«Wir beginnen nächste Woche mit den Dreharbeiten zur neuen Staffel. Wir hatten bereits einige Ideen. Eine davon war Stig zu Hause einen Besuch abzustatten und seinen Kopf an den Tisch zu nageln», so May. «Und unsere Overalls holen wir auch gleich ab, denn die gehören ihm nicht. Und diese blöden, tuntigen Schuhe, die er dauernd trägt, die sind auch uns. Und die Handschuhe.»
Video: Der Gerichtsentscheid vom 1. September 2010:
(obi/jcg)


























