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Longyearbyen

31. März 2018 07:21; Akt: 31.03.2018 07:21 Print

In diesem Dorf ist Sterben verboten

von Meret Steiger - In einem der nördlichsten Dörfer der Welt ist das Tragen einer Waffe Pflicht, Sterben dagegen verboten.

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Im Longyear-Tal auf der Inselgruppe Spitzbergen (norwegisch: Svalbard), die zu Norwegen gehört, liegt eine der nördlichsten Ortschaften der Welt: Longyearbyen. Das hört sich ein bisschen an wie die Ausgangslage eines skandinavischen Krimis, ist hier aber Realität.

Waffenpflicht und Sterbeverbot

In dem kleinen Dorf mit den bunten Häuschen gibt es alles, was die Bewohner zum Überleben brauchen. Aber etwas Wichtiges fehlt: ein Friedhof. Und da niemand sterben darf und es keinen Platz für die Toten gibt, muss jeder der ungefähr 2000 Bewohner von Longyearbyen eine Waffe tragen – falls er auf einen der Eisbären in der Gegend trifft.

Das Sterbeverbot im Dorf, in dem hauptsächlich Wissenschaftler und Mineure leben, trat vor fast 70 Jahren in Kraft – aus Angst vor einer Pandemie. 1950 entdeckten lokale Wissenschaftler, dass die Leichen auf dem Friedhof des Dorfes nicht nur nicht verwesen, sondern durch die Witterungsbedingungen auch wieder an die Oberfläche gebracht werden.

Eingefrorenes Killervirus

Die Temperaturen in Longyearbyen erreichen regelmässig -26 Grad – tief genug, um nicht nur die Leiche zu konservieren, sondern auch alle allfälligen Viren, die der Tote vor seinem Ableben eingesammelt hatte. Die Wissenschaftler fürchteten sich vor allem vor einem Ausbruch der Spanischen Grippe, die zwischen 1918 und 1920 bis zu 100 Millionen Menschen das Leben kostete.

Aus Angst vor einem weiteren Ausbruch und der erneuten Verbreitung des gefährlichen A/H1N1-Virus wurden Bestattungen sofort verboten. Bewohner werden kurz vor oder sofort nach ihrem Tod nach Oslo geflogen.

Eine Ausnahme

Es gibt allerdings eine Möglichkeit, dieses Gesetz zu umgehen. Bewohner, die unbedingt auch nach ihrem Tod in Longyearbyen bleiben möchten, können sich kremieren lassen. Und auch wenn sie in Longyearbyen nicht sterben dürfen: Leben, wohnen und arbeiten können sie in dem kleinen Dorf ohne Einschränkungen. Die Inselgruppe Spitzbergen ist der einzige Ort der Welt, für dessen Besuch niemand ein Visum benötigt.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Martin Fürst am 31.03.2018 08:07 Report Diesen Beitrag melden

    FAKE NEWS

    Reisserischer Artikel. Es handelt sich um ein Bestattungsverbot, nicht um ein Sterbeverbot. Sterben ist und bleibt erlaubt bzw. straflos.

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  • jane77 am 31.03.2018 07:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    jetzt logisch

    achso die Erdbestattung ist verboten und nicht das sterben...

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  • Sarkas Mus am 31.03.2018 07:58 Report Diesen Beitrag melden

    Macht Sinn

    Wenn man die Bildlegende durch hat erkennt man den Sinn hinter dem Gesetz sofort. Streng genommen ist nicht das Streben verboten sondern nur das auf der faulen Haut liegen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Lina K am 01.04.2018 22:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gebären auch

    Gebären ist dort auch verboten habt Ihr vergessen zu erwähnen Schwangere werden 3 Wochen vor Termin ausgeflogen da das Krankenhaus keine Geburtstation hat.

  • Dominik am 01.04.2018 14:17 Report Diesen Beitrag melden

    zu kalt

    Das ist wohl auch nicht ein Ort an dem man seinen Lebensabend verbringen möchte. Es sieht schön aus aber mit Rheuma und nachlassender Sehkraft geht man wohl lieber an einen wärmeren Ort ohne Eisbären.

  • Versteher am 01.04.2018 12:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    was ist was

    Aa..da hat jemand in der Schule was verschlafen /verstorben..

  • ChriguBern am 31.03.2018 21:24 Report Diesen Beitrag melden

    Anfüttern vermeiden

    Andernorts haben hungrige Bären die Leichen ausgegraben und auf ihre Weise entsorgt. Weil dies offenbar nicht so schlecht war, haben diese Bären die letzten Hemmungen vor den Menschen verloren und wurden aggressiv (verständlich: Keine Robben, dafür Beute ohne mühsames Fell). Deshalb gilt in Teilen von Spitzbergen (nebst strengen Auflagen zur Müll-Entsorgung) auch ein Bestattungsverbot für nicht-kremierte Leichen.

  • Picard am 31.03.2018 21:18 Report Diesen Beitrag melden

    In Dorf ist Sterben verboten

    In diesem Dorf gibt es wenigstens keine Bergogliansiche Papisten und vatikanische Spitzel.Immerhin doch noch was positives.

    • Dominik am 01.04.2018 14:08 Report Diesen Beitrag melden

      Echt jetzt?

      Sie befinden sich hier im INTERNET. Aber vom Papst fühlen sie sich verfolgt und bespitzelt...?

    • Richelieu am 01.04.2018 23:18 Report Diesen Beitrag melden

      @Picard

      Sind Sie sich dessen absolut sicher? Mal schauen was meine Agenten schon über Sie wissen!

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