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Verflucht

06. Mai 2018 16:06; Akt: 06.05.2018 16:06 Print

Dieses Haus wurde vom Teufel gebaut

von M. Steiger - Das Congelier Mansion ist Schauplatz diverser Tragödien, die dem Haus seinen teuflischen Spitznamen gaben: «The House the Devil Built.»

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Das ist das York Cottage auf Sandringham Estate, dem Landsitz des englischen Königshauses. Die Queen schenkte es ihrem Enkel Harry und seiner Frau Meghan zur Hochzeit. Aber Moment: Spukt es im York Cottage etwa? Durchaus möglich: In diesem Landhaus lebte Prinz Eddy (eigentlich Prinz Albert Victor Christian Edward, Duke of Clarence and Avondale). Er starb mit nur 28 Jahren an den Folgen seines ausschweifenden Lebenswandels im York Cottage. Prinz Eddy liebte Alkohol, Tabak und Prostituierte – sowohl Männer als auch Frauen. Nicht nur sein Drogenkonsum machte ihn krank, auch mindestens eine Geschlechtskrankheit schwächte sein Immunsystem. Prinz Eddy starb am 14. Januar 1892, nach seiner einwöchigen Geburtstagsparty, an einer Lungenentzündung. Danach wohnten sein Bruder George V. und dessen Frau im Haus, fünf der sechs gemeinsamen Kinder kamen hier zu Welt. Wohl fühlten sich die Royals aber nie: Prinz Eddys Geist sei sehr präsent gewesen, die Kinder hätten es kaum erwarten können, endlich aus dem verfluchten Haus auszuziehen. Seit 1963 wohnte niemand mehr im York Cottage. Das Congelier Mansion war während rund 70 Jahren Schauplatz mehrerer Tragödien und Verbrechen. Es befindet sich in Pittsburgh, Pennsylvania, und wurde von Charles Congelier gebaut. Er lebte dort mit seiner Frau Lyda und dem Hausmädchen Essie. Das Glück sollte jedoch nicht lange währen: Charles hatte eine Affäre mit Essie. Als Lyda dahinterkam, tötete sie ihren Mann und Essie mit einem Fleischerbeil. Danach lebte angeblich ein deutscher Arzt in dem Haus, der ähnliche Experimente wie Frankenstein machte. Aufgeflogen ist er, weil die Nachbarn Frauenschreie hörten und die Polizei riefen. Die Polizei fand im Keller ein verstecktes Labor mit Leichenteilen, der Doktor blieb verschwunden. Die tragische Geschichte des Hauses lockte indes berühmte Geisterjäger und -fans an. Darunter war angeblich auch Thomas Edison, der mit einem Medium einem bösartigen Geist begegnet sein wollte. 1927 explodierte der damals grösste Gasbehälter der Welt und zerstörte alle Häuser im Umkreis von knapp einem Kilometer – darunter auch das Congelier Mansion. Aufgrund all dieser Tragödien und Verbrechen bekam das Haus seinen teuflischen Spitznamen: «The House the Devil Built». Die Summerwind Mansion steht in Wisconsin. Es gilt als eines der am meisten heimgesuchten Orte in Amerika. Das Haus, das bei einem Brand 1988 zerstört wurde, hatte in seiner Zeit mehr Geistersichtungen als Besitzer. Einer dieser Besitzer war Robert Patterson Lamont, amerikanischer Handelsminister. Er und seine Familie nutzten das Haus trotz seltsamer Vorkommnisse als Ferienhaus. Bis zu einem verhängnisvollen Abend, als Lamont und seine Frau eine Gestalt auf der Kellertreppe sahen. Lamont zückte eine Waffe und schoss auf den vermeintlichen Einbrecher – die Kugel glitten aber durch die Silhouette durch und schlugen in die Tür dahinter ein. Lamont und seine Frau kehrten nie zurück, das Haus ging an eine andere Familie, die es während 30 Jahren an Feriengäste vermietete – und angeblich fast nie selbst einen Fuss in das Anwesen setzte. Ab den Siebzigern lebten die Hinshaws im Haus, das ihnen kein Glück bringen sollte. Vater Arnold Hinshaw verlor den Verstand, Mutter Ginger versuchte sich umzubringen. Auch sie verliessen das Haus und kehrten nie zurück. Ausgerechnet Gingers Vater wollte das Haus in ein Restaurant umbauen, fand aber keine Arbeiter, die auf der verfluchten Baustelle länger als eine Woche arbeiten wollten. Auch er liess das Projekt fallen. Nun wollten 1986 drei Investoren das Schicksal des Hauses endlich wenden. Aber auch daraus sollte nichts werden. Bei einem Sturm 1988 wurde das Summerwind Mansion von einem Blitz getroffen und brannte bis auf die Grundmauern nieder. Diese Ruine ist das Château de la Solitude, das Schloss der Einsamkeit. Der traurige Name kommt nicht von ungefähr: Diese Ruine hat eine düstere Vergangenheit. Ab den 1960er-Jahren wurden in diesem Gebäude sogenannte gefallene Mädchen untergebracht. Die gefallenen Mädchen waren hauptsächlich ungewollt schwangere Teenager, die hier vor der Gesellschaft versteckt wurden. Abtreibungen waren in Frankreich bis 1975 illegal, schwangere Teenager aber völlig inakzeptabel. Die Mädchen wurden im Schloss weggesperrt, häufig auch noch, nachdem sie ihre Kinder bekommen hatten. Das Internat schloss 1976, ein Jahr, nachdem Abtreibungen legalisiert wurden. Seitdem zerfällt es und wurde von Vandalen und von zwei ungeklärten Bränden heimgesucht. Seit dem Jahr 2000 ist die Ruine für Besucher zugänglich. Die Baleroy Mansion in Philadelphia gilt als verwunschen. Grundstein für diesen Ruf legte der Erbauer: Er soll im Alkoholrausch seine Frau und seine Mutter getötet haben. Danach besass die Famile Easby das Haus für fast ein Jahrhundert. Ihr prominentestes Mitglied war der Bürgerkriegsheld George Meade (Bild). Sein Urenkel George Meade lebte bis zu seinem Tod 2005 dort. Zu den mysteriösen Vorfällen gehören Geistersichtungen und diverse unerklärliche Todesfälle von Hausangestellten, Bewohnern und Freunden der Familie. Sogar ein Geist, der dem US-Gründervater Thomas Jefferson ähnelt, soll regelmässig neben der Standuhr auftauchen. Ausserdem die Mutter des Erbauers und der verstorbene kleine Burder von George Meade. Das ist die Myrtles Plantation in St. Francisville, Louisiana. Sie ist historisch wertvoll und angeblich das Zuhause von diversen Geistern, die das Bed & Breakfast zum Spukhaus machen. Und da ist dieses sehr umstrittene Foto. Sehen Sie das Mädchen hinter der Scheibe? Diverse Organisationen, darunter auch durchaus glaubwürdige, haben eine Manipulation am Bild ausgeschlossen – es scheint echt zu sein. Aber wer ist das Mädchen? Und wer sind die anderen Geister? Es gibt mehrere Erklärungen: Einerseits wurde Myrtles Plantation auf einem indianischen Friedhof gebaut, was schon einige Sichtungen erklären könnte. Eine andere berühmte Geschichte ist die von Chloe: Chloe war eine Sklavin und hatte ein Verhältnis mit dem Plantagenbesitzer Woodruff. Als dieser genug von Chloe hatte und sich ein anderes Sklavenmädchen nahm, fürchtete Chloe um ihren Platz auf der Plantage. Ihr Plan: Sie wollte die Töchter Woodruffs ein bisschen vergiften – nur so viel, dass sie diese wieder gesund pflegen könnte und dann als Heldin dastehen würde. Dieser Plan ging schief: Die beiden Mädchen starben, nachdem sie den vergifteten Kuchen gegessen hatten. Für Chloes Tod war aber nicht ein erzürnter Vater verantwortlich, sondern die anderen Sklaven. Sie bekamen Wind von Chloes Aktion und nahmen die Sache selbst in die Hand: Mitten in der Nacht entführten sie Chloe aus ihrem Bett, zerrten sie nach draussen und erhängten sie. Anschliessend warfen die anderen Sklaven die Leiche in den Mississippi. Aber wer ist das Mädchen? Glaubt man der Facebook-Seite von Myrtles Plantation, hat ein Besucher einen Verdacht: Das Mädchen sehe zwei Figuren auf Gemälden im Spielzimmer zum Verwechseln ähnlich. Sie ahnen bestimmt , wer auf diesen Bildern zu sehen ist. Genau: Es sind die vergifteten Töchter des Plantagenbesitzers. Das ist der berühmte Leuchtturm von St. Augustine. St. Augustine ist aber nicht irgendeine Kleinstadt, sondern die älteste, durchgehend besiedelte und von Europäern gegründete Stadt der USA. Der Leuchtturm wurde 1874 erbaut. Bereits beim Bau ereignete sich eine Tragödie: Die ältesten Töchter des Bauleiters, Eliza und Mary, stürzten beim Spielen ins Meer und ertranken. Ihre Geister sollen noch heute im Leuchtturm spuken. Auf diesem Foto soll eine Geistersichtung sein. Die Aufnahme entstand, als ein Arbeiter ein Foto seines Kollegen mit dem Leuchtturm im Hintergrund machen wollte. Auf dem Bild sieht man die Umrisse einer Person auf der Plattform, es könnte ein Mädchen sein. Ein anderer Geist ist der «Mann in Blau». Im Gegensatz zu den Mädchen ist er alles andere als freundlich und vertrieb bereits mindestens einen Leuchtturmwächter von seinem Posten. Der Mann berichtete, eine Präsenz sei ihm die ganzen 219 Stufen des Leuchtturms gefolgt. Er weigerte sich, zur Arbeit zurückzukehren. Der Leuchtturm kann besichtigt werden. Für Fans von paranormalen Ereignissen gibt es sogar eine Mondschein-Tour, bei der die verschiedenen Tragödien näher betrachtet werden. Das Drish House steht in Tuscaloosa, Alabama. Tuscaloosa setzt sich übrigens aus Wörtern der Sprache der Choctaw-Indianer zusammen: «Tushka» für Krieger und «Lusa» für schwarz. Besitzer des Drish House war John Drish, ein Sklavenhalter, der durch die Heirat mit der wohlhabenden Witwe Sarah zu beträchtlichem Vermögen gekommen war. John Drish sprang 1867 betrunken von Balkon, was Sarah zum zweiten Mal zur Witwe machte – und sie in eine tiefe Depression stürzte. Sarah war besessen vom Tod und ihrer eigenen Beerdigung. Bei ihrer Beerdigung sollte alles genau so sein wie bei ihrem Mann. Sogar die gleichen Kerzen sollten für die Zeremonie benutzt werden. Als Sarah 1884 starb, waren die Kerzen jedoch verschwunden. Die Legende besagt, dass der Geist von Sarah so wütend und enttäuscht ist, dass ihr letzter Wunsch nicht erfüllt wurde, dass sie regelmässig ein Phantomfeuer im Turm legt. Die Feuerwehr rückte mehrmals unnötigerweise aus, weil Nachbarn und Passanten vermeintliche Flammen gesehen hatten. In den folgenden Jahren ging das Haus durch viele Hände. Als die Bevölkerungszahl von Tuscaloosa rapide Anstieg, wurde das Drish House in Apartments unterteilt. Später wurde es vom Tuscaloosa Board of Education als Schule genutzt, dann als Schrottplatz und Ersatzteillager. Aus dieser Zeit stammt dieses Foto des Hauses, aufgenommen von Walker Evans und ausgestellt im Metropolitan Museum of Arts. Ab 1940 wurde es von der South Baptist Church als Kirche genutzt. Ein Anbau für Sonntagsschulen stammt aus dieser Zeit. Als die Kirche 1995 schloss, fiel das Haus an die Stadt, die es abreissen wollte. Das wurde jedoch von der Tuscaloosa County Preservation Society verhindert. Sie renovierte das Haus und verkaufte es einer Privatperson. Dieser Besitzer hat das Haus wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Es gibt Führungen mit und ohne Geistergeschichten und man kann das Haus für Veranstaltungen mieten. Die Howey Mansion in Florida ist unter Einheimischen bereits eine Legende. Nicht nur wegen der rauschenden Feste, die der Hausbesitzer in den 1920er-Jahren feierte, sondern auch wegen der Geister, die die Villa noch heute heimsuchen sollen. Das Haus hat 20 Zimmer, rund 880 Quadratmeter Wohnfläche und ein eigenes Mausoleum. Das Grundstück ist sagenhafte 1,46 Hektaren gross – das sind fast 15'000 Quadratmeter. Allerdings ist es auch von der Zeit gezeichnet: Seit einem Jahrzehnt wohnt niemand mehr darin, und die Witwe des Vorbesitzers war schon davor nicht mehr in der Lage, das Haus instand zu halten. Dabei war die Villa einst Schauplatz rauschender Feste und sogar der Ausgangspunkt zur Entstehung eines eigenen Dorfes: Howey-in-the-Hills existiert seit 1925. Zu einer Feier in seinem 20-Zimmer-Haus lud der 44-Jährige William Howey Anfang des 20. Jahrhunderts 15'000 Gäste ein. Das gesamte Ensemble der New York Civic Opera Company wurde zur Unterhaltung der Gäste engagiert und eine Parade von mehr als 4000 Autos lieferten die Besucher vor den Toren der Villa ab. Der Besitzer und Erbauer William Howey hatte zwar viel Glück mit seinen Unternehmungen (er wurde mit Zitrusfrüchten steinreich), mit seiner Gesundheit aber weniger: Er starb jung an einem Herzinfarkt. Seine Witwe lebte noch 43 Jahre in dem Haus, bevor auch sie verstarb. Kurz befand sich das Haus in einem nationalen Register für schützenswerte Gebäude. Dann kaufte das Ehepaar Zona das Haus und begann Teile davon zu renovieren. Glücklich wurden aber auch sie dort nicht. Wenige Jahre nach dem Einzug verschlechterte sich der Gesundheitszustand des Ehemannes massiv. Grosse Teile des Vermögens des Ehepaars gingen für die Behandlungskosten drauf, der Rest für den Unterhalt des riesigen Grundstücks. Als ihr Ehemann schliesslich verstarb, war Witwe Marvel Zona ruiniert. Und beging einen folgenschweren Fehler. Die ältere Frau, deren eigener Gesundheitszustand sich ebenfalls stetig verschlechtert hatte, nahm bei einem fragwürdigen Immobilienmakler einen Kredit auf. In den nächsten zwei Jahren kam Marvel Zona ins Altersheim und das Haus stand vor der Zwangsvollstreckung. Die Bank, der das Haus inzwischen gehört, und die potenziellen Käufer wurden sich nicht einig, die Villa verfiel. Die Polizei musste regelmässig ausrücken, um Vandalen oder Zaungäste vom Grundstück zu entfernen. Nun soll die Villa wieder unter den Hammer kommen. Für die Einheimischen kein Thema: Sie wollen nicht in dem Haus leben, in dem so viele Menschen umgekommen und auch noch im Garten begraben sind. Das Haus kostet 480'000 Dollar, laut Experten müsste aber auch eine gute Million in Renovationen gesteckt werden. Das ist vielen Käufern schlicht zu teuer. Das ist H. H. Holmes. Würden Sie diesem Gesicht bis zu 200 Morde zutrauen? In seinem Hotel tötete der mörderische Hotelier mindestens neun Menschen – er selbst gestand dreissig Morde (an Menschen, die sich teilweise als lebendig herausstellten), und ihm werden rund 200 zur Last gelegt. Im Bild sehen Sie das Hotel. Es wurde für eine Weltausstellung in Chicago gebaut. Im Hotel versteckte Holmes Folterkammern, Falltüren, geheime Treppen und Säuretanks im Keller. Einige Zimmer waren mit Gasanschlüssen versehen, die aus anderen Zimmern bedient werden konnten. Im zweiten Stock gab es ein Hänge-Zimmer. Diese Darstellung stammt von Holly Carden, einer Illustratorin. Holmes wurde wegen eines anderen Verbrechens festgenommen, als seine schrecklichen Taten aufflogen. Am 7. Mai 1896 wurde er gehängt. Das Mörderschloss brannte teilweise nieder und wurde später ganz abgerissen. Das Hotel Cecil in Los Angeles hat eine lange und bewegte Geschichte hinter sich. Erbaut wurde es 1924, als eines von diversen Luxushotels in der aufstrebenden Gegend. Die grosse Depression durchkreuzte diese Pläne, in der Gegend um das Hotel gab es viele Obdachlose und eine hohe Kriminalitätsrate. Das Problem des Hotels waren aber nicht die Obdachlosen. Es waren die Toten: Dutzende Menschen stürzten sich in den vergangenen Jahrzehnten aus den Fenstern des Hotels. Eine junge Frau warf ihre vermeintliche Totgeburt aus dem Fenster ... ... und eine andere tötete bei ihrem Sprung aus dem neunten Stock auch den Passanten George Giannini, der gerade auf seinem Abendspaziergang war. Beide starben auf der Stelle. Aber nicht nur Suizide zog das Hotel Cecil an, auch Mörder und Vergewaltiger residierten hier. Unter anderem der «Night Stalker» Richard Ramirez, einer der bekanntesten Serienmörder der USA. Und eine andere Tragödie nahm im Hotel Cecil ihren Anfang: Elizabeth Short, die später als die «Schwarze Dahlie» bekannt werden sollte, wurde zuletzt in der Bar des Hotels gesehen. Sie wurde ermordet und teilweise zerstückelt aufgefunden. Noch nicht genug? Dann kommen wir nun zum aktuellsten Fall: dem mysteriösen Verschwinden von Elisa Lam. Sie war eine kanadische Studentin, die am 26. Januar 2013 eincheckte – und Anfang Februar verschwunden war. Zwei Wochen nach ihrem Verschwinden beschwerten sich Hotelgäste über den tiefen Wasserdruck und einen «komischen Geschmack». Bei näherer Untersuchung fanden die Behörden im Wassertank auf dem Hoteldach den leblosen Körper von Elisa Lam. Im Laufe der Ermittlungen wurde auch ein Video veröffentlicht, das die letzten Minuten von Elisa dokumentiert. Darin ist sie zu sehen, wie sie mit dem Lift fährt und sich dabei seltsam verhält: Sie schaut nervös nach draussen, steigt ein und wieder aus oder versteckt sich hinter der Lifttür. Die Spekulationen gehen von psychischen Störungen, über Mord bis hin zu einer Art Spiel, bei dem man mit dem Lift eine Geisterwelt erreichen kann. Im asiatischen Raum ist diese Sage sehr verbreitet. Bei den vielen Todesfällen erstaunt es nicht, werden aus dem Cecil regelmässig Geistersichtungen gemeldet. Kein Wunder, dass die erfolgreiche Horrorserie «American Horror Story» das Hotel als Vorlage für ihre fünfte Staffel benutzt hat. Übrigens: Nach einem Umbau heisst das Hotel heute «Stay on Main». Eine undatierte Aufnahme des Peoria State Asylum. Die Psychiatrie wurde später, als der Begriff «unheilbar» im Zusammenhang mit psychischen Krankheiten abgeschafft wurde, in ein Spital umgewandelt. Und so sieht es heute aus. Die meisten anderen Gebäude wurden inzwischen abgerissen. Dr. George Zeller war der Arzt, der die Methoden im Umgang mit psychischen Erkrankungen veränderte: Zuvor wurden die Patienten teilweise unmenschlich behandelt und weggesperrt. In dieser Zeit wurde das Spital auch umbenannt: Von Illinois Hospital for the Incurable Insane zu Illinois General Hospital for the Insane. Der Begriff «unheilbar» wurde gestrichen. Menschen mit psychischen Erkrankungen wurden früher häufig von ihren Familien verstossen. Wenn diese Menschen dann im Peoria State Asylum starben, wusste man nicht, wohin mit den Leichen. Dr. Zeller wusste eine Lösung: Er erklärte einen Teil des riesigen Grundstücks kurzerhand zum Friedhof. Angestellte und ein paar wenige Bewohner wurden beauftragt, die Toten zu beerdigen. So auch der Geist des Peoria State Hospital: Manuel A. Bookbinder, bekannt als Old Book, war Patient und arbeitete ebenfalls auf dem Friedhof. Seit seinem Tod soll er als Geist durch die Hallen spuken – und natürlich auf dem Friedhof. Die folgenden Häuser sind nichts für schwache Nerven – oder würden Sie sich trauen, dort eine Nacht zu verbringen? Das ist nämlich möglich. Das alte Farmhaus in Missouri ist schon seit 1816 das Morse Mill Hotel und beherbergte auch schon die Stummfilm-Schauspielerin Clara Bow. Die berühmteste Bewohnerin war aber Bertha Gifford, die als eine der ersten Serienmörderinnen der USA gilt. Gifford lebte und arbeitete hier. In dieser Zeit tötete sie mindestens 17 Menschen mit vergifteter Schokolade. Besucher im Hotel hören heute Schritte hinter sich und spüren Berührungen – obwohl da niemand ist. Derzeit wird das Morse Mill renoviert, Übernachtungen sind ab Frühjahr 2018 wieder möglich. Das Foley House Inn wurde 1896 von Honoria Foley auf der Asche eines niedergebrannten Hauses gebaut. Fast hundert Jahre später fanden Arbeiter bei einer Renovation Knochen in den Wänden. Es wird vermutet, dass es die Knochen eines vermissten Gastes sind – eines reichen Kaufmanns, der wohl wegen seines Geldes sterben musste. Gäste erzählen von unerklärlichen Geräuschen und Portemonnaies, die an seltsamen Orten gefunden werden – etwa im Kühlschrank und der Dusche. Im Juni 1912 fand man J. B. Moore, seine Frau Sarah, ihre vier Kinder und zwei Gäste der Familie, die Schwestern Stillinger, ermordet in diesem Haus in Iowa. Der Mörder, der nie gefunden wurde, tötete seine Opfer mit einer Axt, daher auch der Name: Villisca Axe Murder House. Wer mutig genug war, das Haus zu betreten, erzählt von «kalten Stellen», in denen die Temperatur plötzlich um fünf bis zehn Grad fällt. Im zweiten Stock wurden Geistersichtungen gemeldet, vor allem die vier Kinder scheinen dort zu spuken. Wer in der Nacht des Mordes (9. auf 10. Juni) hier übernachten darf, wird wegen der grossen Nachfrage in einer Lotterie ausgelost. Im Gegensatz zu den anderen ist dieses Haus kein Hotel – Besucher sollten Schlafsäcke mitbringen. Von aussen sieht das Captain Grant's 1754 in Preston, Connecticut, wie ein ganz normales Haus aus. Im Innern soll die Witwe von Captain Grant ihr Unwesen treiben. Sie steht an den Fussenden des Bettes und wartet immer noch auf die Rückkehr ihres auf See verschollenen Ehemannes. Wer sich von einem traurigen Geist nicht beeindrucken lässt, der kann es ja mal auf der anderen Strassenseite versuchen: Dort befindet sich der älteste Friedhof im Ort. Der Geist eines Mädchens soll sich von dort aus auch gelegentlich ins Haus verirren. Auch diesem Haus sieht man seine düstere Vergangenheit nicht an: Das Shamrock House in South Carolina war einst ein Bordell. In einem der oberen Zimmer beging Nancy, eine junge Prostituierte, Suizid. Angeblich hört man sie noch heute weinen. Gäste melden Türen, die von selbst zuschlagen, und körperlose Berührungen. Das sich das Shamrock House mitten im Wald befindet, macht es auch nicht weniger unheimlich. Dieses Haus war ursprünglich die Praxis und das Wohnhaus eines lokalen Arztes. Es heisst Sallie House und ist nach einem kleinen Mädchen benannt, das hier sterben musste. Der Legende nach sollte der Arzt Sallie den Blinddarm entfernen – aber er hat nicht gewartet, bis die Betäubung wirkte. Das Kind starb unter schrecklichen Schmerzen und spukt bis heute im Haus. Immer wieder brechen hier unerklärliche Brände aus, und männliche Besucher sagen, sie erwachten mit Kratz- und Beissspuren. Wer hier übernachtet, bekommt auch eine geführte Tour durch das Haus. Das ist das Lizzie Borden Bed & Breakfast. Lizzie war eine junge Frau, die ihren Vater und ihre Stiefmutter mit einer Axt tötete – und dafür nie verurteilt wurde. Die Tat geschah in diesem Haus in Massachusetts, das in ein B&B und Museum umgewandelt wurde. Sie können in jedem Raum übernachten, auch im John Morse Room – hier wurde Lizzies Stiefmutter Abbey Borden gefunden. Gäste sagen, dass ihnen nachts die Bettdecken weggezogen werden und sich Objekte bewegen. Es gibt ausserdem in jedem Zimmer Geisterkameras, die immer wieder huschende Schatten aufzeichnen.

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Bei verfluchten Häusern denken die meisten an das Hotel aus «Shining», das Haus aus dem Horrorfilm «Amityville Horror» oder das Gebäude in St. Louis, das die Vorlage für «Der Exorzist» war. Aber nicht über jedes heimgesuchte Haus gibt es einen Film: Das Congelier Mansion in Pittsburgh, der westlichsten Stadt von Pennsylvania, verbreitet vor allem bei den Einheimischen Angst und Schrecken – so sehr, dass sie es «das Haus, das der Teufel baute» nennen.

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Der Ursprung des Bösen

Laut der Legende wurde das Congelier Mansion in den 1860ern erbaut. Seinen Namen hat es vom ersten Besitzer: Charles Congelier lebte dort mit seiner Frau Lyda und dem Hausmädchen Essie. Und wie viele Tragödien begann auch diese mit Untreue und einem eifersüchtigen Partner.

Charles Congelier hatte eine Affäre mit Essie. Als Lyda die beiden eines Tages auf frischer Tat ertappte, machte sie kurzen Prozess: Mit einem Fleischermesser tötete sie ihren Mann und seine Geliebte. Angeblich fanden die Nachbarn sie einige Tage später, wie sie entspannt in einem Schaukelstuhl sass – den abgetrennten Kopf von Hausmädchen Essie im Schoss.

Der deutsche Doktor

Nach diesen grässlichen Morden stand das Haus eine Weile leer, bis es ein Eisenbahnunternehmen als Unterkunft für seine Arbeiter kaufte. Nur: Die Arbeiter beschwerten sich bald über komische Geräusche und unerklärliche Vorkommnisse. Das Unternehmen verkaufte das Haus wieder. 1900 kaufte es Adolph C. Brunrichter, ein deutscher Arzt.

Brunrichter wurde als zurückgezogen beschrieben, ein Mann, der selten das Haus verliess. In der Nacht des 12. August 1901 meldeten diverse Nachbarn, Frauenschreie aus dem Congelier Mansion gehört zu haben. Die Polizei machte vor Ort einen grässlichen Fund.

Ein bisschen wie Frankenstein

Die Polizei fand den leblosen Körper einer Frau – ohne Kopf. Im Keller stiessen die Beamten auf eine Art Labor, in dem sich diverse weitere Körperteile und abgetrennte Köpfe fanden. Laut seinen Unterlagen versuchte der Doktor, abgetrennte Köpfe am Leben zu halten. Von ihm fehlte indes jede Spur.

Angeblich wurde 30 Jahre später in New York ein Mann festgenommen, der betrunken behauptete, solche Experimente in Pittsburgh gemacht zu haben. Es gab allerdings keine Beweise für seine Behauptung, der verschwundene Doktor zu sein, und so liess die Polizei ihn gehen. Der Doktor oder sein Doppelgänger tauchten danach nie wieder auf.

Von Edison besucht

Die unheimlichen Geschichten sprachen sich schnell herum und lockten Geisterjäger und -fans gleichermassen an. Angeblich gehörte zu diesen Geisterjägern auch kein anderer als Thomas Edison, Erfinder der Glühbirne. Gemeinsam mit Julia Murray, einem Medium, begegnete er im Haus laut lokaler Legende einem bösartigen Geist.

Danach stand das Haus erneut leer, bis es von einem Gasunternehmen gekauft wurde – wieder als Unterkunft für Mitarbeiter. Und wieder beschwerten sich die Mitarbeiter nach kürzester Zeit über Stimmen und andere unerklärliche Geräusche. Nachdem zwei Arbeiter tot im Keller des Hauses gefunden worden waren, flohen die anderen. Das Haus stand, schon wieder, leer.

Verhängnisvolle Explosion

Im November 1927 explodierte der damals grösste Gasometer der Welt (140'000 Kubikmeter) in Pittsburgh. Die genaue Ursache ist bis heute unbekannt, die Explosion tötete 27 Menschen und verletzte über 500. Die Häuser im Umkreis von einem Kilometer wurden zerstört, darunter auch das Congelier Mansion.

Und obwohl das Haus weg war, meldeten Einheimische weiterhin unerklärliche Vorkommnisse von den Ruinen. Die Legende besagt, dass der Teufel für die Gasexplosion verantwortlich war, weil er die Gegend «säubern» wollte.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Steffi am 06.05.2018 16:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gruuuselig

    Danke! Ich lese diese Berichte immer wieder gern :-)

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  • Frank Stein am 06.05.2018 16:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schaurig?

    Früher hat man sich andersweitig die Zeit vertrieben...heute gibt es das Internet ...

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  • Brausefritz am 06.05.2018 18:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie lange noch...

    ...wird behauptet, Edison sei der Erfinder der Glühlampe gewesen? Schon Jahre vor ihm hatte u.A. Alexander Lodygin eine Glühlampe gebaut und vorgeführt. Edison hat sie, als geschickter Unternehmer, lediglich marktreif gemacht.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Martial2 am 07.05.2018 17:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Man muss das Auge haben...

    Das sind alle schöne Objekte, ein Mal renoviert, könnte man einen Bijou daraus machen!

  • Nardo am 07.05.2018 12:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abreisen

    Für nichts auf der Weld , würde ich dort leben wollen. Schön diese gruselige Vorgeschichte des Hauses , lässt einen gesunden Menschenverstand , Abstand zu nehmen . Was bleibt möglicher Abrís des Hauses .

  • Pilatus am 07.05.2018 11:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schöne Häuser

    wenn es hier so ein Haus wie die Nr.32 gäbe würde ich einziehen, hätte meine Ruhe.

  • petra hdh am 07.05.2018 10:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    jupii

    ich liebe solche geschichten!! danke!

  • Pete am 07.05.2018 09:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ja ja, das Haus

    so ein Blödsinn! Wer glaubt heute noch an Geister?

    • H.R. am 20.05.2018 18:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Nun!

      Solche die wissen, dass es solche Phänomene gibt...!

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