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Whittier, Alaska

29. April 2018 17:51; Akt: 29.04.2018 17:51 Print

In diesem Haus lebte einst ein ganzes Dorf

Das Buckner Building in Whittier (Alaska) ist so gross, dass es nach dem Bau als «Stadt unter einem Dach» bezeichnet wurde.

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In Whittier gibt es nicht viel: In dem Dorf im Süden von Alaska wird es auch im Sommer nicht wärmer als 20 Grad, die Winter sind schneereich und kalt. Kein Wunder leben dort auch nur gerade 220 Menschen – die meisten davon, auch heute noch, in demselben Haus.

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Zur Überwachung gebaut

Im Dorf befindet sich auch eines der grössten verlassenen Gebäude von Alaska: das Buckner Building. Die fünfjährige Bauzeit begann 1948, das Haus sollte ein Aussenposten für das US-Militär werden. Von dort wollten die Amerikaner die Aktivitäten und Pläne der Sowjetunion im Auge behalten.

Das Buckner Building war nach der Fertigstellung sagenhafte 25'000 Quadratmeter gross und bekam schnell den Spitznamen «Stadt unter einem Dach». In seiner Blütezeit befanden sich in dem Gebäude ein kleines Gefängnis, ein Fitnesscenter, ein Spital, eine Bibliothek, eine Radiostation, ein Bowlingcenter und ein Schwimmbad.

Nicht so stabil wie geplant

Als militärisches Gebäude wurde das Buckner Building bombensicher gebaut. Zusätzlich musste das Haus die harsche Witterung in Alaska und allfällige Angriffe überstehen. Aber schon 1964, nur 11 Jahre nach dem Bau, wurde Whittier von einem Erdbeben der Stärke 9,2 erschüttert.

Das Buckner Building überstand dieses Erdbeben nicht unbeschadet und wurde aufgegeben. Ganz anders die zwei anderen grossen Gebäude in Whittier: die Begich Towers. Dieses 14-stöckige Mehrfamilienhaus wurde 1957 fertig gebaut und bietet 150 Apartments Platz.

Via Tunnel mit der Schule verbunden

Die Begich Towers haben einen Tunnel im Keller, der direkt mit der örtlichen Schule verbunden ist – damit die Kinder auch bei richtig schlechtem Wetter noch sicher in die Schule kommen. Heute lebt ein Grossteil der 220 Einwohner von Whittier in diesen Häusern.

Daneben befindet sich darin ein grosser Teil der öffentlichen Dienste: eine Post, ein Lebensmittelladen, ein Spital, der Polizeiposten, das Büro des Bürgermeisters, eine Wäscherei, ein Schwimmbad, ein kleines Hotel, ein Konferenzraum und sogar eine kleine Kirche.

(mst)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mueller am 29.04.2018 18:18 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht ganz richtig

    Solche Beiträge finde ich super aber bitte etwas detailierter.. Whitter ist mehr als sicherer Hafen für Alaska gebaut, um bei einem Sowjetischen Angriff auf den Hafen in Anchorage nicht vom Nachschub abgeschnitten zu sein.

  • Jan am 29.04.2018 19:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Whittier

    Mir sagte mal einer in Alaska über Whittier: Nothing is shittier than living in Whittier.. Ob das stimmt, kann ich nicht beurteilen :-)

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  • Chris86 am 29.04.2018 19:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    interessant

    Sehr spannend. Weiter so mit den Berichten

Die neusten Leser-Kommentare

  • Daniel Dietschi am 30.04.2018 03:52 Report Diesen Beitrag melden

    Haus am See

    Interessant. Solche Sachen liest man nicht jeden Tag. Wie wäre es mit einer Serie über misteryöse oder Geisterhäuser. Eines davin habe ich selber mal in einem Wald unweit von Lugano entdeckt. Verlassen voller Grün und inmitten vonHisto Bäumen. Bei meiner Recherche stiess ich auf ein Hotel aus der Jahrhundertwende welches später als Spitat und Irrenanstalt diente und in den 70ern aufgegeben wurde, Cooler Bericht

  • Neumann am 29.04.2018 23:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Super Bericht. Besten Dank und weiter so!

  • Peterson am 29.04.2018 22:58 Report Diesen Beitrag melden

    Interessant

    Ich interessiere mich beruflich für solche Gebäude wie das Copan in Brasilien, die Schlange in Berlin oder das Corviale. Ein Artikel über das Begich als Fortsetzung wäre sehr interessant. Man muss wissen dass man eigentlich dieses Gebäude für Monate, vielleicht sogar mehr als ein Jahr nicht verlassen müsste wenn man will. Wie schon erwähnt sind in Whittier die Witterungsverhältnisse oft sehr schlecht. Aus diesem Grund haben sich auch die meisten Einwohner dafür entschlossen im Begich zu wohnen und haben ihr eigenes Haus dafür aufgegeben.

  • Sonderegger am 29.04.2018 22:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Plattenbau

    Ala DDR

  • Peterson am 29.04.2018 22:37 Report Diesen Beitrag melden

    Gut aber

    Ich finde solche Artikel immer sehr Interessant. Etwas schade ist, dass hier nicht so genau recherchiert wurde. In Tat und Wahrheit wurde das Buckner Building nur sehr leicht beim Grossen Beben von 1964 beschädigt. Was dem Buckner zum Verhängniss wurde war vielmehr eine Umorganisation der Streitkräfte in Alaska durch deren Folge das Buckner an die Whittier Hafenbehörde übergeben wurde. Es wäre allerdings zu teuer geworden dieses Gebäude langfristig zivil zu nutzen das es doch zu sehr auf militärische Anfroderungen ausgelegt war. Deshalb hat man das Bilgich Gebäude fortan genutzt.

    • Neumann am 29.04.2018 23:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Peterson

      Guter Beitrag, vielen Dank. Ich war auch mal dort, mit dem eigenen Auto, vor vielen vielen Jahren. Anchorage-Whittier-Anchorage-Fairbanks-Denaly NP (damals noch Mt Mc Kinley)-Prudhoe Bay-Fairbanks-Tok-Northway Jct-Beaver Creek. Hart und traumhaft unvergesslich, diese Reise.

    • Sulejka am 30.04.2018 01:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Peterson

      danke herzlich für Ihre Richtigstellung

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