LA Auto Show

29. November 2017 10:53; Akt: 29.11.2017 11:07 Print

BMW-Manager teilt gegen Tesla, Google & Co. aus

«Es ist etwas anderes, die Produktion eines Autos zu skalieren als die eines Smartphones», warnt BMW-Manager Schwarzenbauer vor falschen Hoffnungen.

Peter Schwarzenbauer von BMW über die Zukunft der Auto-Industrie.
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Mit einer starken Keynote von BMW-Vorstand Peter Schwarzenbauer nahm die Tech-Konferenz der Los Angeles Auto Show Fahrt auf. Schwarzenbauer positionierte auf der viertägigen AutoMobility LA (bis am 30.11.2017), zu der die LA Auto Show rund 25'000 Fachbesucher erwartet, den Autobauer in der neuen Autowelt: «Es ist sicher nicht die einfachste Aufgabe, auf diesem führenden Industrieforum an der amerikanischen Westküste als Vertreter der Auto-Industrie eine Keynote zur Zukunft der Mobilität zu geben», so Schwarzenbauer. «Schliesslich glauben hier nicht wenige, dass disruptive Prozesse eher früher als später zum Untergang der Autobranche führen werden.»

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Hat der BMW-Manager recht mit seiner Kritik an Tesla, Google & Co.?

Daran glaubt das Mitglied des Vorstands der BMW AG, Mini, Rolls-Royce, BMW Motorrad und Digital Business Innovation BMW Group natürlich nicht. Mit Blick auf die Sicherheit von Hard- und Software sagte Schwarzenbauer im Elektromobilität-Mekka Kalifornien: «Wem würden Sie eher vertrauen? Jemandem, der sein erstes Auto baut oder einer Firma wie BMW, die dies über Jahrzehnte perfektioniert hat und dabei nicht nur ein Modell auf den Markt bringt, sondern innerhalb von zwei Jahren 40?»

Nichts läuft ohne Hardware

«Auch die Mobilität der Zukunft wird nicht ohne Hardware funktionieren», erklärte der BMW-Manager und betonte: «Es ist etwas anderes, die Produktion eines Autos zu skalieren als die eines Smartphones. Autos sind komplexe Systeme, unabhängig von ihrem Antrieb. Wir beherrschen die komplexen Prozesse – und das bei höchsten Qualitäts-Standards.» Mit dieser Aussage dürfte der BMW-Manager wohl in Richtung Tesla gezielt haben, wo die Einführung des Model 3 ins Stocken geraten ist.

Der BMW-Vorstand für Digital Business Innovation ist überzeugt, dass die Münchner die Zukunft der Mobilität mitformen werden: «Es wäre ein Fehler, die Innovationskraft von BMW zu unterschätzen. Wir werden die Landschaft der Zukunft mitgestalten – sei es bei neuen Fahrzeugkonzepten oder bei neuen Ökosystemen der Mobilität.»

Laut Schwarzenbauer will BMW bis 2021 vollautonome Fahrzeuge auf den Markt bringen: «Ohne Fahrer, sicher und mit überzeugender Ausstattung. Wir wollen dabei nicht Weltmeister im Ankündigen werden, sondern liefern.»

(lie/pd)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Doelf Carl am 29.11.2017 11:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selbständig

    Super! Endlich ein Automobil-Manager der Klartext redet! Genau so ist es; Liefern statt Lafern.... Automobile Kompetenz muss man sich erarbeiten und verdienen!

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  • Simu am 29.11.2017 13:12 Report Diesen Beitrag melden

    Innovativ?

    Die deutschen Autobauer hätten sich wohl nicht so sehr auf den Lorbeeren ausruhen sollen. Innovativ sein heisst, sich anzustrengen, anstatt jahrelang auf falsche Abgaswerte zu setzen. Der Abgasskandal hat gezeigt, was sie von ihren Kunden halten.

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  • Ronny C. am 29.11.2017 12:34 Report Diesen Beitrag melden

    Dinosauriergebrüll

    Wenn sich gestandene Automanager von BMW und VW zu einem Kleinhersteller wie Tesla öffentlich äussern, dann sieht man, dass eine gewisse Angst da ist. E-Autos kann praktisch jeder bauen, da sind gut 20 bewegliche Teile in Antriebsstrang und Fahrwerk, bei einem Diesel oder Benziner sinds um die 2000 schon alleine im Motor, Getriebe usw. Die Akkus, die Elektronik und die Software machen es aus. Hier ist Tesla ganz weit vorne. Wir leben in nicht-linearen Zeiten, E-Autos werden sehr viel schneller da sein als wir heute glauben.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Luchs am 08.12.2017 21:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mit grossen Sprüchen...

    um sich schmeissen, um vom Scherbenhaufen der ins Hintertreffen geratenen deutschen Automobilindustrie abzulenken. Selber Schuld wer das noch ernst nimmt.

  • Flaux am 01.12.2017 11:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Management

    Automarke hin oder her. Was das Management der deutschen Autobauer oder Zweiradfahrer betrifft: unter aller menschlichen Würde. Die Händler in der CH sind die Marionetten der grossen deutschen Marken. Geben Ihr Hab und Gut und so ihr Geld dem Kartell, um sich dann von diesen Autobauern sagen zu lassen, was sie zu welchem Preis verkaufen dürfen. Müssen überteuerte Ladeneinrichtungen, Ausstellungsräume oder Werkzeuge kaufen von denen. Sie müssen und werden merken, dass es Tesla besser macht. Hätten seit Jahren auf Elektro umstellen können, würden sie es nicht verschlafen haben.

  • Oli Oppliger am 30.11.2017 10:29 Report Diesen Beitrag melden

    Software

    Gerade bei Selbstfahrenden Autos darf die Softwarekomponente nicht vergessen gehen, und da geht nichts ohne KI und ML. Das ist einfach so. Und da sind die im Silicon Valley einfach Jahre voraus. Die Qualität der Hardware mag bei BMW sicherer sein, würde aber trotzdem der Software aus Kalifornien mehr vertrauen.

  • Aspie am 30.11.2017 09:53 Report Diesen Beitrag melden

    Wie immer...

    Die Selbstüberschätzung der Deutschen ist wie immer Grenzenlos. Und das zeigt nur immer wieder, wie man Manager wird. Totales Selbstvertrauen und von nichts eine Ahnung. Warten wir ab, bis die tödlichen Unfälle mit ausgereiften deutschen autonom fahrenden Autos passieren.

    • R. Ealist am 30.11.2017 12:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Aspie

      Ich denke, dass sich viele amerikanische Manager viel mehr überschätzen als deutsche ...

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  • DenkSprecher am 30.11.2017 08:26 Report Diesen Beitrag melden

    Viel Gemecker, wenig Wissen

    Es ist immer wieder erstaunlich, wie viele Unkundige sich über die vermeintliche Rückständigkeit der deutschen Autoindustrie äußern. Wer sich auch nur ein bisschen informiert weiß, dass z.B. BMW bereits in den frühen 90er Jahren einen E-Auto mit Natrium/Schwefelbatterie entwickelt hat. Mit dem i3, den es ja schon seit 2013 gibt, ist BMW ganz vorne dabei, auch was die Stückzahlen im Vergleich zu Tesla angeht. Vom Konzept und der konsequenten ökologische Ausrichtung (Rohstoffauswahl, der energie- und umweltschonenden Produktion, Recycling usw.) ganz abgesehen.

    • T5 e Pilot am 01.12.2017 16:06 Report Diesen Beitrag melden

      Auto war gestern, Laden ist heute!!!

      Wer hat ein funktionierendes Netz an Ladestationen? Selbstverständlich "barrierefreier" Zugang, Ladeleistungen von 120kW und das noch mit Örostrom? Ein Ami musste kommen und es uns zeigen, wie es geht. Vom Auto redet man schon gar nicht mehr. Der I 3 ist toll, wenn er nur 400 km weiter fahren würde.......

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