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20. September 2017 05:00; Akt: 18.09.2017 16:39 Print

Sex, Drogen und 3 Kinder – Keiths cooler Continental

Fast so legendär wie sein ehemaliger Besitzer: «Blue Lena», der Bentley S3 Continental von Keith Richards, ist Auto-gewordene Rock and Roll-Geschichte.

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Heute Abend zeigen die Rolling Stones im Zürcher Letzigrund vielleicht zum letzten Mal, warum sie die grösste Rockband der Geschichte sind. Selbstverständlich mit dabei: Kult-Gitarrist Keith Richards, um den man sich seit seinem Sturz von der Kokospalme vor ein paar Jahren am meisten Sorgen machen muss.

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Immerhin hat der Songwriter das exzessivste Leben nicht nur der Stones, sondern wohl auch von allen (noch lebenden) Rock-Legenden hinter sich. Für einige besonders illustre Kapitel ist sein langjähriger Bentley S3 Continental mit dem Übernamen «Blue Lena» (eine Hommage an Jazzsängerin Lena Horne) mitverantwortlich.

In seinen Memoiren «Life» schrieb er: «Dass ich dieses Auto fuhr, war an sich schon ein Regelbruch mit dem Establishment. Doch Blue Lena war uns auch bei vielen drogengeschwängerten Reisen eine treue Begleiterin».

Funken im Fond

In Paris startete1967 eine besonders legendäre Rock'n'Roll-Rundfahrt. Hauptdarsteller: Richards Bentley S3 Continental Flying Spur, damals das teuerste Modell des britischen Luxuswagen-Herstellers. Mit dabei waren Richards damaliger Bandkumpel Brian Jones sowie dessen Freundin Anita Pallenberg.

Ziel der Reise war Marrakesch. Dort soll man laut Richards 1967 legal an Drogen herangekommen sein. Ein wichtiges Detail, denn die Stones-Musiker standen zu diesem Zeitpunkt wegen illegalem Drogenbesitz in ihrer Heimat unter Anklage. Während Mick Jagger also den Flieger nach Nordafrika nahm, fuhren Richards und Co. mit dem Bentley. Doch bereits in Frankreich musste Jones die Reise wegen einer Lungenentzündung aufgeben. Richards nutzte das aus, um im Fond mit Pallenberg anzubandeln.

Laut Biografie «irgendwo zwischen Barcelona und Valencia» verliebten sich das Model und der Rocker – und starteten eine Beziehung, die 23 Jahre hielt und drei Kinder zur Folge hatte. Weil Jones später nach Marokko nachkam, flüchtete das frisch verliebte Paar im Bentley heimlich zurück nach England.

Der fliegende Wechsel im Flying Spur blieb auch für die Band nicht ohne Folgen. Die ohnehin fragile Beziehung zwischen Jones und Richards verschlechterte sich rapide; Jones verlor sich mehr und mehr in den Drogen. Zwei Jahre nach dem berüchtigten Marrakesch-Zwischenfall wurde er gefeuert. Einen Monat später ertrank Jones in seinem Swimming Pool.

Rock and Roll-Luxus

Bei einer Auktion am Rande des Oldtimerfestivals in Goodwood kam der Flying Spur 2015 für 763’000 Pfund unter den Hammer. Kein Wunder: Schon die Sonderausstattung ist Rock and Roll pur. Richards liess einen Plattenspieler einbauen, dazu ein Geheimfach zum Schmuggeln von verbotenen Substanzen. Diese waren wohl auch Grund dafür, dass der Gitarrist mit seiner «Blue Lena» ein paar Unfälle baute. 1976 schlief er nach einem Konzert am Steuer ein, er kam von der Strasse ab und fuhr in einen Baum.

Dem Bentley S3 Continental ist er dennoch treu geblieben. Nachdem er den Flying Spur Ende 1978 verkauft hatte, legte sich Richards das gleiche Modell wieder zu – und fährt es bis heute.

(rtl)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kit am 20.09.2017 07:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorbildunternehmen

    Stones sind eine Superunternehmung und tolle Alte.

  • Peter Bond am 20.09.2017 11:33 Report Diesen Beitrag melden

    Doctor No

    In diesem Fond würd ich auch gern mal anbandeln... fast wie in einem James Bond Film

  • Markus am 21.09.2017 08:07 Report Diesen Beitrag melden

    hat er denn Erinnerungen?

    Kann er sich eigentlich noch an seine eigene Geschichte erinnern? Wundere mich immer wieder, dass er überhaupt die Gitarennoten noch kennt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Markus am 21.09.2017 08:07 Report Diesen Beitrag melden

    hat er denn Erinnerungen?

    Kann er sich eigentlich noch an seine eigene Geschichte erinnern? Wundere mich immer wieder, dass er überhaupt die Gitarennoten noch kennt.

    • Konzertgänger am 21.09.2017 17:44 Report Diesen Beitrag melden

      @Markus

      Ich glaube Du verwechselst Keith Richards und Malcom Young (Ex-AC/ DC). Malcom konnte sich schon länger nicht mehr an seine Riffe erinnern, weshalb er diese immer wieder repetieren musste. Mit 60+ waren dann die durch seinen Alkoholkonsum verursachten Gehirnschäden so gravierend, dass er nicht mehr auftreten konnte. Heute lebt er in einem Pflegeheim für Demenzkranke und kann sich nicht mehr daran erinnern, wer er einmal war. Keith Richards hing zwei Jahrzehnte an der Nadel und spielt Mitte 70 noch Konzerte. Und weiss immer noch, wer er war und ist.

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  • Peter Bond am 20.09.2017 11:33 Report Diesen Beitrag melden

    Doctor No

    In diesem Fond würd ich auch gern mal anbandeln... fast wie in einem James Bond Film

  • Dr. Dromeder am 20.09.2017 09:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein Dromedar kam gesprungem

    Was für eine langweilige wirre Story. Ich war auch in Marokko und habe auch ein Kamel geritten. Meine Freundin war auch auf Kiffkiff und Casablanca liegt am Meer.

  • Kit am 20.09.2017 07:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorbildunternehmen

    Stones sind eine Superunternehmung und tolle Alte.

  • Typhoeus am 20.09.2017 06:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Komme bestens

    azch ohne Rolling Stones aus. Das Imponiergetue ist schwachsinnig.