Ferrari der Woche

14. November 2017 05:10; Akt: 13.11.2017 18:39 Print

Der Traumwagen

Dieser Ferrari 335S von 1957 hat nicht nur eine feine Renngeschichte - er gehört zu den teuersten Autos überhaupt.

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Es ging bei Enzo Ferrari immer um: besser. Bei einem Ferrari-Rennwagen also: schneller. Einmal sagte «il Commendatore»: « Ich möchte ein Auto bauen, das schneller ist als alle anderen - und dann möchte ich sterben.»

Die letzte Mille Miglia

Dieser Ferrari begann sein Leben als 315S mit einem 3,8-Liter-V12, der 360 PS auf die Strasse brachte. So motorisiert schaffte er bei den 12 Stunden von Sebring 1957 den sechsten Rang. Mit gleich vier 315S trat Ferrari im gleichen Jahr bei der Mille Miglia an - dieses Fahrzeug erreichte mit Wolfgang Berghe von Trips am Steuer den zweiten Rang hinter Teamkollege Piero Taruffi. Es war allerdings auch einer dieser Ferrari 315S, mit denen Alfonso de Portago bei dieser Mille Miglia in den Tod fuhr (und seinen Beifahrer und Freund Edmund Nelsen sowie neun Zuschauer mit sich riss); die Mille Miglia wurde danach nie wieder ausgetragen.

Doch nach dem tragischen Rennen zwischen Bresica nach Rom und zurück ging der Spider mit dem Scaglietti-Aufbau zurück ins Werk - und erhielt einen 4-Liter-V12, der auf rund 400 PS kam. Und den nur etwa 800 Kilo schweren Ferrari über 300 km/h schnell machte. Das war auch nötig, denn Erzfeind Maserati hatte in jenem Jahr mit dem 450S ein extrem schnelles Gerät am Start. Es muss aber auch geschrieben sein, dass diese Entwicklung vielleicht etwas gar schnell ging, das Chassis war immer noch das gleiche wie beim 290 MM - und vor allem die Hinterachse und die Bremsen waren wohl etwas zu schwächlich dimensioniert für die extremen Fahrleistungen.

«Es passte einfach alles zusammen»

Mike Hawthorn schaffte mit dem verbesserten Wagen dann auch prompt einen neuen Rundenrekord in Le Mans, die erste Runde in der Sarthe mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von mehr als 200 km/h; er musste das Rennen allerdings nach fünf Stunden mit mechanischen Problemen aufgeben. Im Januar 1958 gewannen Masten Gregory und Stirling Moss mit der Chassisnummer 0674, die eigentlich als 315S/335S bezeichnet werden müsste, dann noch Grossen Preis von Kuba. Phil Hill meinte, der 335S sei wahrscheinlich der beste Frontmotor-Sportwagen, den Ferrari je gebaut hat: «Der Wagen war ein Traum aus der Sicht des Fahrers; nicht nur hatte der 335 S mehr Kraft als seine Vorgänger, auch sein Chassis war deutlich besser und konnte auf allen Arten von Strassenoberflächen brillieren. Es passte einfach alles zusammen, der Motor, das Chassis und das Handling».

Genau dieses Fahrzeug war viele Jahre lang ein wichtiger Teil der grossartigen Sammlung des Franzosen Pierre Bardinon. Der auch ein enger Freund von Enzo Ferrari war. Auf die Frage, weshalb er selber denn kein Museum für seine Fahrzeuge habe, antwortete Enzo Ferrari: «Das brauchen wir nicht, das hat Bardinon für uns erledigt.»

Der Ferrari 315S/335S von 1957 gehört heute nicht wie zuerst vermutet dem Fussballspieler Lionel Messi, sondern einem Sammler, der Anfang 2016 den Rekordpreis von 32,1 Millionen Euro für dieses aussergewöhnliche Fahrzeug bezahlte.

Mehr Ferrari gibt es immer auf www.radical-mag.com.

(pru)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • emf949 am 14.11.2017 06:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dankeschön

    Tolles Auto verdient tolle Geschichte

  • Tolga am 14.11.2017 08:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das waren noch Autos

    Wow einfach nur wunderschön!

  • Illumination am 14.11.2017 22:10 Report Diesen Beitrag melden

    Motor, Fahrwerk, Design beeindruckend...

    Anzufügen wäre vielleicht noch, dass der 335 S/V12-390 PS mit Vmax über 300 km/h der bis dahin schnellste und stärkste Ferrari war - Motor mit 6 Weber DCN-Vergasern, Doppelzündung, Leichtmetall-Zylinderkopf/Motorblock, Trockensumpfschmierung etc. - mit Fahrleistungen, die erst zehn Jahre später mit dem Prototyp 330 P3/V12-420 PS übertroffen wurden.. Vom 335 S wurden auch nur 4 Stück gebaut, drei davon im Originalzustand erhalten - was auch den hohen Auktionspreis erklärt.. ;_)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Illumination am 14.11.2017 22:10 Report Diesen Beitrag melden

    Motor, Fahrwerk, Design beeindruckend...

    Anzufügen wäre vielleicht noch, dass der 335 S/V12-390 PS mit Vmax über 300 km/h der bis dahin schnellste und stärkste Ferrari war - Motor mit 6 Weber DCN-Vergasern, Doppelzündung, Leichtmetall-Zylinderkopf/Motorblock, Trockensumpfschmierung etc. - mit Fahrleistungen, die erst zehn Jahre später mit dem Prototyp 330 P3/V12-420 PS übertroffen wurden.. Vom 335 S wurden auch nur 4 Stück gebaut, drei davon im Originalzustand erhalten - was auch den hohen Auktionspreis erklärt.. ;_)

  • Tolga am 14.11.2017 08:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das waren noch Autos

    Wow einfach nur wunderschön!

  • emf949 am 14.11.2017 06:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dankeschön

    Tolles Auto verdient tolle Geschichte