Jeep Compass

27. November 2017 05:30; Akt: 27.11.2017 08:01 Print

Aus dem Weg, ich will nach oben!

Schickes Design, hohe Praktikabilität, fairer Preis – mit dem neuen Jeep Compass will die Marke zeigen, wo’s im Kompakt-SUV-Segment langgeht.

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Ausgerechnet mit einem Modell namens Compass hatte sich die Geländewagenmarke 2007 geschmacklich verirrt. Das Auto sah aus wie eine von Kinderhand gezeichnete Jeep-Karikatur und verschwand nach zwei erfolglosen Jahren in Europa wieder aus dem Programm. Der 2011 lancierte Nachfolger ging in die richtige Richtung, erreichte beim Euro-NCAP-Crashtest allerdings nur zwei von fünf Sternen. Erst die neue, optisch am Flaggschiff Grand Cherokee angelehnte und in puncto Sicherheit einwandfreie dritte Generation weiss, wo sie hingehört: mitten ins Boom-Segment der alltagstauglichen Kompakt-SUVs und in die Herzen derer, denen VW Tiguan, Seat Ateca Co. zu gewöhnlich sind.

Modernes Design, gute Connectivity, bewährter Allradantrieb

Stadttaugliches Format, agiles Handling, grosszügige Platzverhältnisse mit zig Ablagemöglichkeiten, moderne Assistenzsysteme und Connectivity-Features, effiziente 4-Zylinder-Benziner- und -Diesel mit 140 oder 170 PS – alles an diesem Auto sagt: Aus dem Weg, ich will nach oben! Hohe Kundenansprüche an die Verarbeitung, Materialanmutung und den Komfort dürften ihn dabei nicht aufhalten, ebenso wenig der Preis ab 30'000 Franken. Und falls unterwegs doch mal ein Hindernis auftaucht, bietet der Compass an, darüber zu kraxeln. Bis auf das Basismodell sind alle Versionen allradangetrieben und mit verschiedenen Offroad-Programmen ausgerüstet; der Topdiesel mit Trailhawk-Ausstattung zieht sogar mit zusätzlicher Bodenfreiheit und Geländeuntersetzung ins Feld.

Schade nur, bleibt der Fahrspass beim getesteten 1,4-Liter-Benziner auf der Strecke. Nicht, dass die 170 PS und 250 Nm zu wenig wären, um flott von A nach B zu gelangen, doch beim Anfahren schwächelt der an eine 9-Gang-Automatik gekoppelte Motor und ist auch sonst nicht gerade ein Ausbund an Temperament. (Vielleicht wäre der drehmomentstärkere Diesel die bessere Wahl?) Somit ist nicht der Weg das Ziel – das Ziel bleibt das Ziel. Die gute Nachricht lautet: Man findet es auf Anhieb. Der Name ist auch diesmal nicht wörtlich zu nehmen, denn statt eines Kompasses hat das Fahrzeug ein tadelloses Navi an Bord.

Jeep Compass 1.4 MultiAir

Karosserie: 4,39 Meter langer, 5-sitziger Kompakt-SUV.
Antrieb: 1,4-Liter-R4-Turbobenziner mit 170 PS (125 kW) und 250 Nm.
Getriebe: 9-Gang-Automatik (serienmässig).
Fahrleistungen: 0-100 km/h in 9,5 Sekunden; 200 km/h Spitze.
Verbrauch: 6,9 L/100 km (Werksangabe).
CO2-Ausstoss: 160 g CO2/km (Werksangabe).
Preis: Ab Fr. 41'100 (Basismodell ab Fr. 30’000).
Infos: www.jeep.ch

IN KÜRZE

Der Hersteller sagt:
«Neuberechnung jeder Möglichkeit.»

Wir sagen:
Das Auto an sich ist zum Glück nicht halb so sperrig wie sich dieser Werbeslogan liest.

Das gefällt:
Der Jeep Compass ist ein äusserst angenehmer, komfortabler Alltagsbegleiter mit überraschend vielen Ablagemöglichkeiten.

Das eher weniger:
Der 1,4-Liter-Benziner ist etwas brummig und hat eine gewisse Anfahrschwäche. Und die Parkpiepser schlagen Alarm, wenn ein anderes Auto nur schon in Sichtweite ist. Im mehrspurigen Stop-and-Go-Verkehr kann das manchmal nerven.

Spannendes Detail:
Eine abkoppelbare Hinterachse und ein Verteilergetriebe sorgen dafür, dass die Allradmodelle einen verbesserten Kraftstoffverbraucht aufweisen. Mit 6,9 Litern vermeldet der Compass mit 170-PS-Benziner denselben Normverbrauch wie der kleinere, leichtere Renegade mit derselben Motorisierung.

Wer fährt so was?
Asphaltcowboys und -girls, die für den Fall der Fälle auch für die Pampa gerüstet sein wollen.

Alternativen dazu:
VW Tiguan, Seat Ateca, Opel Mokka X, Nissan Qashqai, Hyundai Tucson, Kia Sportage, Peugeot 3008, Renault Kadjar und viele mehr.

Am Steuer:
Nina Vetterli-Treml, Mitarbeiterin der Textlab GmbH und Testexpertin in der SRF2-Autosendung «Tacho».

(nve)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Zuckerwassermotörli am 27.11.2017 12:21 Report Diesen Beitrag melden

    1.4 l

    hoppla, ein wenig dürftig würde ich sagen. Da sollte minimum das doppelte oder dreifache rein, damit das Gestell normal bewegt werden kann.

  • Brumm am 27.11.2017 09:36 Report Diesen Beitrag melden

    Meine ich das nur?

    Oder gibt es pro Jahr mehr neue Autos als Handy's?

  • Jeep Compass am 27.11.2017 11:16 Report Diesen Beitrag melden

    Endlich

    Endlich stimmt das Design - dass der Motor für so ein Gerät aber reichlich unterdimensioniert ist, hab ich mir schon gedacht. Schade, sonst wäre der tatsächlich in Frage gekommen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • alessi am 29.11.2017 11:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gefälliges SUV

    Frontpartie gelungen, Heck ok und die hinteren Radkästen so wie die oberhalb seitliche geführten Hintertüren sind designmässig nicht der Hammer trägt die Handschrift eines Fiat und muss einem gefallen. Design ist ja Geschmacksache dito Innenraum. Preis ab CHF 30000.- ein fairer Grundpreis. Was die Motorisierung angeht wird wohl genügen, da 99.9% aller SUV auf normalen Strassen unterwegs sind, ausser mal einem Waldweg nie Gelände unter den Rädern haben werden. Die restlichen 0.1% die regelmässig im Gelände fahren wollen, die sollten sich wohl vorher eine alternative zulegen als dieser JEEP C

  • Kein Weg ist zu holperig am 28.11.2017 22:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein Jeep mit Zuckerwassermotor?

    Bis in ca. drei Jahren bringen die grünen Klimaapostel und Fiat es noch fertig, dass in einen Jeep (!!!)-Geländewagen ein 900 ccm 45PS-Motörchen eingebaut wird. Das ist Verrat an der Idee eines Geländewagens. Unbrauchbar im Gelände. Dann kauf ich mir doch gleich besser einen Lupo 4WD mit Handwinch und Betrugsanschluss für die Abgasmessung und den Service via iPhone.

  • GC mit Bumms am 28.11.2017 22:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verrat an den eigenen Genen?

    Anfahrschwäche mit 170 PS und Automat? Wie geht den sowas? Ein brauchbarer Jeep der seinem Namen Ehre macht ist das jedenfalls kaum, wenn dem wirklich so ist. Im Gelände braucht es Drehmoment aus dem Keller und nicht einen Turbo auf einem Mini- Zucherwassermotörchen. Wohl wirklich nur ein Tiguan mit falschem Logo.

  • Zack am 27.11.2017 20:20 Report Diesen Beitrag melden

    Grösserer Motor

    Der Wagen gefällt mir gut aber ich wünsche mir einen grösseren Benzin Motor z.b. einen 2.0 oder sowas.

    • @Zenoa am 27.11.2017 21:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Zack

      Wen ein Jeep dan ein Range Rover V8 Kompressor mit 510 PS. Das sind die richtigen mit Kult nicht diese möchte gern Geländewägeli!

    • RS am 28.11.2017 23:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @@Zenoa

      Versuchs mal mir einem SRT 8 oder ab kommendem Jahr mit einem Trackhawk. Dann kannst Du Deinen RR direkt zur Altmetallpresse bringen. Preis/Leistung ist hier ungeschlagen!!

    • @Julius am 29.11.2017 19:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @RS

      Ach komm schnach weiter, leisten kannst du dir das nie! Vieleicht einen Lada! Lets go Lada.

    • @Zenoa am 29.11.2017 19:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @RS Soldat

      SRT8, hatte ich vor dem Ranger! Nein Danke im Vergleich nie diese Qualität und das Fahrverhalten keinen Vergleich. Und dein Monster Wägeli hat hier keinen Platz. Ich denke du bist noch jung und gehst in die RS.

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  • Dr. Bo am 27.11.2017 17:49 Report Diesen Beitrag melden

    Jeep Compass

    Habe den Compass im Juli bestellt, wird im Januar geliefert. Sehr schönes Auto, viel Comfort und nichts von billig! (vorab schon Probe gefahren) hatte schon BMW, Mercedes, Audi. Der neue Compass kann da durchaus mithalten! Ach ja...ich bin eine Frau und blond! :-)