Car of the Week

02. Februar 2018 11:30; Akt: 02.02.2018 15:48 Print

Der Weg des Samurai zum WOW

von Michael Köckritz - Wie man Elektromobilität in pure Leistung umsetzt, bewies Honda, als die Marke mit der Neuauflage des Supersportwagen NSX einen neuen Weg beschritt.

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Für die Neuauflage wollten die Designer eine Retroversion ihres Klassikers vermeiden. Am Ende dauerte es neun Jahre, bis der nächste NSX auf die Strasse kam. Das Warten hat sich gelohnt. Das Heck des NSX beeindruckt mit weitausladenden Hüften und einem breiten, durchgehenden Lichtband. Auch hier sind die amerikanischen Stilelemente nicht zu übersehen. Die Aerodynamikwerte sind so gut, dass auf einen Flügel verzichtet wurde. Das Design stammt von Michelle Christensen und Chief Engineer Ted Klaus in Hondas Studio in Marysville im US-Bundesstaat Ohio und lehnt sich nur leicht ans Original aus dem Jahr 1990 an. Rein elektrisch schafft der NSX in seinem sogenannten «Quiet»-Modus gerade mal einen (nahezu) lautlosen Kilometer. Das Gesicht des NSX wirkt gedrungen aggressiv. Grosse Lufteinlässe vor den Hinterrädern beherrschen das Profil. Die Karosserie ist ein SpaceFrame Konzept aus Aluminium und «ultra-high strength steel». Honda liess sich grosse Teile der Konstruktion patentieren. Der 3,5 Liter Twin Turbo V6 ist unter einer spektakulären SciFi Abdeckung verborgen. Einer der drei Elektromotoren baut direkt an den Motorblock an. Die zwei weiteren E-Motoren treiben die Vorderachse an. Zusammen liefern sie 581 PS und ein Drehmoment von 645 Newtonmetern. Plüschig, auf den amerikanischen Markt zugeschnitten, und wirkt nur auf den ersten Blick etwas barock. Sitzt man aber erstmal in den hervorragenden Sitzen, ist alles ergonomisch perfekt. Die Preise für den Boliden aus Fernost beginnen übrigens bei 216 000 Franken.

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Eine Legende im Angebot zu haben, ist super. Sie nach Jahren wieder zum Leben zu erwecken? Nicht ganz so toll. Oder?

Als Hondas Supersportwagen NSX im Jahr 2005 nach fünfzehn Jahren das Ende seiner Produktionszeit erreicht hatte, versprach die Marke kurze Zeit später einen Nachfolger. Für die Neuauflage wollten die Designer in Minato eine Retroversion ihres Klassikers vermeiden, plagten sich aber eine Zeit lang mit dem richtigen Konzept. Am Ende dauerte es neun Jahre, bis der nächste NSX auf die Strasse kam. Das Warten hat sich gelohnt.

Mit Ayrton Senna zu Kultstatus

Unter all den Supersportwagen dieser Welt war der Honda NSX immer schon ein Aussenseiter. Keine exotische Nomenklatur einer exklusiven Untermarke schmückt das Fahrzeug, italienische Einflüsse gab es nur beim Ur-Ur-Protypen, dem Honda HP-X, dem Honda Pininfarina eXperimental, der 1984 den Grundstein für die NSX-Legende legte. Die Mitarbeit eines Ayrton Senna hingegen an der Entwicklung des japanischen Einzelkämpfers – und sein grosses Lob für den resultierenden NSX – sicherte Hondas Samurai erstaunlich schnell weltweiten Kultstatus.

Unterdessen schritt die Elektrifizierung des Supersportwagen-Genres munter voran, mit Honda in einer Vorreiterrolle. Aber während andere Hersteller mit ihren elektrischen Sportversionen Umweltbewusstsein demonstrieren sollten und wollten, ging Honda nach jahrelangen Testläufen mit der NSX-Neuauflage einen anderen – und überraschend logischen – Weg: dass nämlich modernste Hybrid-Technologie der bessere Weg zum WOW ist, wenn man die Kilowatts zur Leistunssteigerung nutzt.

Mit 581 PS und 645 Nm in nur 10,4 Sekunden von 0 auf 200 km/h

Rein elektrisch schafft der NSX in seinem sogenannten «Quiet»-Modus gerade mal einen (nahezu) lautlosen Kilometer. Aber der mächtige 3,5 Liter V6 und die drei Elektromotoren – zwei an der Vorderachse, einer als Unterstützung direkt am Verbrenner – sorgen für ein rasantes Fahrverhalten. Zusammen mit dem Sechszylinder kommen 581 PS und 645 Nm Drehmoment unmittelbar auf die Strasse. Den Standard-Sprint von Null auf 100 km/h gibt es in 3,4 Sekunden, sieben Sekunden später ist die 200-km-Referenz abgehakt. Die Nordschleifen-Runde – nach wir vor die aussagenkräftigste Sportwagen-Referenz – bügelt der Allrad-Renner in ebenso unterhaltsamen wie ernsthaften 7:35 Minuten.

Das alles mit einem grundsätzlich fein geschliffenen Auftreten, in einer kompakten Aluminium-Karosserie und mit einem superpräzisen Doppelkupplungs-9-Ganggetriebe versehen, und der NSX verschiebt beim frühen Herausbeschleunigen aus selbst kritischsten Kurven nicht nur die physikalischen Gesetze, sondern auch den Glückshormon-Horizont ins Hochrote. So macht Strom Spass. Die Preise für den NSX beginnen bei 216 000 Franken.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Silvio am 02.02.2018 12:08 Report Diesen Beitrag melden

    Vtec die wahre Kunst des Motors

    Technologisch wieder weit voraus... Genau wie seine Vorgänger... Nur leider sind die Europäer so festgekratzt auf Ihre deutschen, französischen und italienischen Marken, dass der NSX wahrscheinlich wieder einmal in Europa kaum wahrgenommen wird... Hätte ich das nötige Kleingeld, ständen sie alle in meiner Garage... :)

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  • Point Man am 02.02.2018 11:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    NSX

    Ein Traumwagen genau wie der Vorgänger damals seinen Konkurrenten weit voraus.

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  • daniel düüsentrieb am 02.02.2018 14:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    cooles auto

    tolles auto sehr innovativ und qualitativ auf höchstem niveau das ist japanische ingenieurskunst von welcher gewisse hersteller nur träumen können apropo preis der ist mehr als gerechtfertigt bei der technik und dem aufwand der in diesem meisterwerk steckt

Die neusten Leser-Kommentare

  • Df. am 18.02.2018 09:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sorry Freunde !?

    Echt jetzt, eine Reisschüssel für über 200 000.- Oken ? Wiederverkaufswert nach 2 Wochen - 50% ! Da kann ich mein Geld auch aus dem Fenster werfen!

  • Der Fan am 03.02.2018 18:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    V8

    geht nichts ber einen ami v8 alles andere ist nur pinatz.

    • Reto am 03.02.2018 19:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Der Fan

      Fahre auch einen V8, man kann aber auch anderes akzeptieren. Das nennt man Toleranz. Ausserdem sind die Ami V8 nicht das Mass aller Dinge.

    • Rheintal am 03.02.2018 20:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Der Fan

      Eine Passstrasse hoch mit einem Amy v8, na dan gute Nacht. Ein Superseven mit 4 Zylindern und 160ps wird sie alt aussehen lassen!

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  • Martial2 am 03.02.2018 15:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lieber Aston Martin...

    Wirklich tolles Auto, aber nur zum anschauen!

  • Ronny C. am 03.02.2018 15:16 Report Diesen Beitrag melden

    Technisch weit vorne

    Konnte kürzlich in den USA einen NSX fahren, der Wagen kostet mit Vollausstattung zwar gegen CHF 300'000.--, zeigt aber was möglich ist. Dagegen ist der in Europa vergötterte 911 mit seinem Krötendesign ein simpler Rasenmäher, technologisch aus einem anderen Zeitalter. Die Designvorlage vom 911er war eine kotende Kröte, aber das ist Geschmacksache, technisch sind aber die Japaner um Galaxien weiter. Gut, der neue 911er kommt mit Hybrid, aber wieder viel viel später als alle anderen, VW/Audi halt. LowTech aus Germany.

    • autosammler am 03.02.2018 18:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ronny C.

      für 300 k bekommt man auch einen richtigen Sportwagen der viel wertstabiler sein wird. eine Porsche GT3 RS wird in 20 Jahren viel mehr wert sein. und das bessere Auto auch noch. oder mein sls hat viel weniger gekostet und ist heute schon mehr wert. das ist ist ein Spielzeug und total überteuert

    • kurt am 03.02.2018 18:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ronny C.

      Porsche kommt . Porsche war neben dem p1 und laferrari der erste hybrid sportwagen

    • Illumination am 03.02.2018 19:16 Report Diesen Beitrag melden

      @Ronny C.

      Einen NSX gegen CHF 300`000.-- müssen Sie dann schon mit einem Porsche 911 Turbo S vergleichen (CHF 270`500.--), mit 580 PS/750 Nm, 0-100 km/h in 2,9 s und über 330 km/h Vmax dem NSX in jeder Hinsicht mindestens ebenbürtig bzw. überlegen - "Krötendesign" hin oder her.. ;-)

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  • Snuggi am 03.02.2018 09:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Chevrolet

    Cooles Auto, würde aber lieber eine Corvette Z07 haben.

    • G.f.B. am 03.02.2018 18:57 Report Diesen Beitrag melden

      Kein Vergleich

      Ja, wenn dir Geradeausfahren mit begleitendem Tankwagen reicht!

    • Gergor Zbinden am 04.02.2018 18:39 Report Diesen Beitrag melden

      Die alte Leier

      @G.f.B : Wieder das unsinnige Geschwurbel aus deutschen Autoheftchen. Heute sollte bekannt sein, dass US-Sportwagen nicht nur gerade aus fahren können, nicht mehr Benzin brauchen als deutsche "Inscheniörskunst...hüstel, hüstel" und der Innenraum nicht aus "Hartplastik" besteht. Als Autointeressierter sollten sie mal ein nicht-deutsches Magazin lesen/schauen. Da siehts für die Deutschen Hersteller teilweise ganz ganz übel aus, wenn mal jemand die Wahrheit über die Produkte schreiben darf. Deshalb : Bleiben Sie open minded, glauben Sie kein Propaganda-Geschwurbel.

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