Opel Grandland X

04. Dezember 2017 05:05; Akt: 03.12.2017 09:58 Print

Gross, aber nicht grössenwahnsinnig

Mit dem Grandland X hat die Opel SUV-Familie ein neues Oberhaupt. Die wahre Grösse des neuen SUVs zeigt sich vor allem im Detail.

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Grösse zählt eben doch. Deshalb hat Opel den Grandland X auf die Räder gestellt, der mit 4,48 Metern rund 20 Zentimeter länger ausfällt als die Kompaktbrüder Crossland X sowie Mokka X und entsprechend auch mehr Platz bietet. Das Raumgefühl ist grosszügig, im Fond lümmeln sich selbst Erwachsene gemütlich und der Kofferraum fasst anständige 514 respektive bei umgeklappten Rücksitzlehnen 1652 Liter.

Oder ist der Modellname gar eine Anspielung auf La Grande Nation? Schon vor der Übernahme durch den PSA-Konzern waren die Rüsselsheimer mit den Franzosen eine Kooperation eingegan-gen, um den Grandland X auf Basis des Peugeot 3008 zu entwickeln. Man sieht es dem markentypisch gestylten, auf Wunsch zweifarbigen Blechkleid nicht an, das Interieur ist ungleich dezenter – um nicht zu sagen: deutscher – eingerichtet, und durch die eigene, subjektiv etwas feinsinnigere Abstimmung lässt sich auch beim Fahren keine Verwandtschaft erkennen. Doch der getestete 120-PS-Diesel stammt ebenso aus dem PSA-Regal wie der 130-PS-Benziner, und wie bei der Löwenmarke heisst es auf die Frage nach Allradantrieb: Désolé, es gibt nur Frontantrieb, aber voulez-vous stattdessen eine elektronische Traktionskontrolle, die sich auf verschiedene Fahruntergründe anpassen lässt? Für Paris, Rüsselsheim, Zürich, Bern und den sporadischen Winterausflug ist man damit bestimmt bestens gerüstet – nur das grosse Abenteuer scheint ein bisschen zu viel versprochen.

Grössenwahnsinn ist dem Grandland dennoch fremd. Der Preis ab 26'800 Franken inklusive guter Ausstattung ist fair, und die wahre Grösse des Wagens zeigt sich in kleinen Dingen. In der Möglichkeit, Lenkrad, Vorder- aber auch Rücksitze zu beheizen, etwa. In den adaptiven LED-Scheinwerfern mit automatischer Leuchtweitenregulierung. In den optionalen Ergonomiesitzen. Im Concierge-Service, über den sich neuerdings sogar Hotels buchen lassen. Ganz zu schweigen vom zeitgemässen Multimediasystem und der Fülle an Assistenten. Der Name bedeutet wohl vor allem eines: Dass Opel im boomenden SUV-Segment gross herauskommen will.

Opel Grandland X 1.6 AT

Karosserie: 4,48 Meter langer, 5-sitziger SUV.
Antrieb: 1,6-Liter-4-Zylinder-Diesel mit 120 PS (88 kW) und 300 Nm.
Getriebe: 6-Stufen-Automatik (optional).
Fahrleistungen: 0-100 km/h in 9,9 Sekunden; 185 km/h Spitze.
Verbrauch: 4,6 L/100 km (Werksangabe).
CO2-Ausstoss: 118 g CO2/km (Werksangabe).
Preis: Ab Fr. 36’750 (Basismodell ab Fr. 26’800).
Infos: www.opel.ch


IN KÜRZE

Der Hersteller sagt:
«Das Abenteuer ruft – und der Grandland X ist die Antwort.»

Wir sagen:
Mit Verlaub, aber was für ein Abenteuer? Wohl kaum eine Sahara-Expedition oder Dschungel-Safari, denn den Grandland X gibt es nicht mit Allradantrieb. Für Schotterwege und verschneite Strassen dürften der Frontantrieb und die mehrstufige elektronische Traktionskontrolle wiederum ausreichen.

Das gefällt:
Klar ist man mit 120 PS nicht übermotorisiert, aber der Wagen wiegt mit knapp 1,4 Tonnen verhältnismässig wenig und gibt sich in jeder Lebenslage souverän. Auch das Fehlen einer adaptiven Dämpferregelung fällt nicht negativ auf. Vor allem aber sticht heraus, dass Opel diverse Oberklasse-Extras zu Mittelklasse-Preisen anbietet.

Das eher weniger:
Die 6-Stufen-Automatik schaltet etwas träge. Gut, dass Opel gedenkt, nebst einem stärkeren Diesel und eventuell sogar einer allradangetriebenen Plug-in-Hybridversion eine 8-Stufen-Automatik nachzureichen.

Spannendes Detail:
Ab der dritten Ausstattungsklasse sind serienmässig Ergonomiesitze mit dem Gütesiegel AGR (Aktion Gesunder Rücken) an Bord. Die optionale Premium-Ausführung ist mit schwarzem Leder bezogen, 8-fach elektrisch einstellbar, klimatisiert und unterstützt die Lendenwirbelsäule.

Wer fährt so was?
Alltags-Abenteurer. Darunter – siehe «Spannendes Detail» – explizit auch solche mit Rückenbeschwerden.

Alternativen dazu:
Nissan Qashqai, VW Tiguan, Ford Kuga, Skoda Kodiaq, sein technischer Zwilling Peugeot 3008 und viele, viele mehr.

Am Steuer:
Nina Vetterli-Treml, Mitarbeiterin der Textlab GmbH und Testexpertin in der SRF2-Autosendung «Tacho».

(nve)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Thomas Schäfer am 04.12.2017 05:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    SUV aber...

    Habe mir den Grandland lange angesehen und auch probegefahren. Ist echt ein gelungenes Fahrzeug. Aber... Ein solches Auto ohne Allradantrieb macht für mich keinen Sinn. Entweder ich kaufe mir einen richtigen, geländegängigen SUV oder ich bleibe bei einem "normalen" Auto.

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  • Allyn am 04.12.2017 05:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ob der Opel Erfolg haben wird?

    Ich bin wahrlich kein Freund der SUVs trotzdem gefallen mir viele Details des Opels sehr gut, was die Ausstattung und das Interieur angeht machen sie vieles Richtig aber zwei sachen stören schon ein wenig und machen andere Hersteller besser. Ich kann zwar nicht für alle Sprechen aber die potenzielle Kunden die ich kenne wollen auf den Allrad nicht verzichten und da ist mehrstufige Traktionskontrolle kein richtiger Ersatz dafür genauso könnten die Motoren ein wenig mehr pfupf haben oder zumindest stärkere Motoren im Angebot haben Von da her befürchte ich das es der Opel nicht schafft den 0815 SUV-Kunden zu überzeugen

  • Lassie am 04.12.2017 10:33 Report Diesen Beitrag melden

    Mogelpackung

    Der Zusatz "X" impliziert ganz klar, dass es sich um einen 4x4 handelt (z.B. bei BMW, aber auch bei anderen Marken). Aber eben, das ist der sogenannte SUV von Opel beileibe nicht. Die schönste 2-Rad-Traktionskontrolle nützt nämlich gar nichts, wenn auf Bergstrecken Ketten obligatorisch sind. Der Grandland mag ein netter Familienwagen sein, aber sicher kein echter 4x4 SUV.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Franz Engel am 10.12.2017 13:05 Report Diesen Beitrag melden

    Leichtes SUV.

    Ein schönes Auto. Weshalb soll PSA nicht gelingen, was VW schon lange macht? Verschiedene Marken mit unterschiedlichem Design kreieren, verschiedene Ansprüche/Kundenwünsche abdecken, bewährte Technik (bei PSA, nicht VW) anbieten. Und Allrad? Peugeot hat durch Rallys genug Allraderfahrung und könnte bei Bedarf sicher nachlegen. Würde für den Kunden mehr Gewicht, mehr Verbrauch, einen höheren Preis und für PSA schlechtere CO2-Werte für die EU-Statistik bedeuten. Wer's mag!

  • Carl Benz am 06.12.2017 22:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mogelpackung

    Sowas hat mit Opel überhaupt nichts mehr zu tun. Eine französische Gurke mit aufgeklebtem Blitz. Eine Schande wie versucht wird dem naiven Käufer deutsche Wertarbeit vorzugaukeln.

    • Franz Engel am 10.12.2017 12:48 Report Diesen Beitrag melden

      Opel?

      Opel? Motorenkooperation mit Fiat, Transporter von Renault, Astra und Motoren aus Polen, 17 Jahre rote Zahlen, E-Auto aus USA, Gemeinsame Plattformen mit .... Was ist da Opel? Ich frage mich, was die 7.000 Leute in der Entwicklungsabteilung in Rüsselsheim die letzten Jahrzehnte getan haben. Logistikpartnerschaften und -wege verwaltet? Nicht enmal bei CO2- und Abgaswerten sind sie auf Höhe der Zeit.

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  • moreno am 05.12.2017 00:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nicht gut die Märkte studiert

    autos sind schon gut, aber irgendwie passen sie sich nicht an den verschiedene Länder an , kein 4×4, keine ps für den berg... tsssssss

    • Franz Engel am 10.12.2017 12:55 Report Diesen Beitrag melden

      Bergrennen.

      Da fragt man sich, ob in der Schweiz nur 4x4 gekauft wird. Für alle, welche auch mit Frontantrieb zurechtkommen: Leichter, spritziger, umweltfreundlicher, .... und der Bremsweg ist auch kürzer. Vor allen Dingen, wenn man weiß, dass es Allradfahrer gibt, die gerne mal ihren Vorteil ausloten wollen.

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  • hot chili am 05.12.2017 00:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ein panzer mit 130 ps

    130 ps, muss lachen.. und noch dazu, nichtmal 4×4 nicht wirklich oder ! neeeeeeeeeeeeee

    • Franz Engel am 10.12.2017 12:45 Report Diesen Beitrag melden

      4x4=16

      Gibt's ja auch mit mehr PS. Und bei Tempolimits von 120 km/h braucht man schon mindestens 300 PS, oder? Am besten mit angetriebenem Reserverad.

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  • hst am 04.12.2017 19:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hit verpasst

    Da wird definitiv ein "weder Fisch noch Vogel" als SUV präsentiert. Schade, dass man sich nicht ein wenig Zeit für einen richtigen SUV nahm.

    • Franz Engel am 10.12.2017 12:42 Report Diesen Beitrag melden

      Ohne Allrad? Unmöglich?

      Wenn ich auf einen Berg gehe, gehe ich auch immer auf allen vieren. Wie soll man sonst da hochkommen. Urlauber in den Alpen mieten sich auch immer einen Allrad, bevor sie über die Grenze nach Österreich oder in die Schweiz fahren. Mehr Gewicht und mehr Verbrauch sind Zukunftslösungen par excellence!

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