Model 3

05. August 2017 16:31; Akt: 05.08.2017 16:54 Print

Spioniert Tesla Fahrer und Beifahrer mit Kamera aus?

Oberhalb des Rückspiegels im Tesla Model 3 steckt eine Kamera, die Fahrer und alle Beifahrer überwachen kann. Wozu? Weshalb wurde das nicht kommuniziert?

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Keine Frage: Was Elon Musk und sein Team in den vergangenen Jahren erreicht haben, hat und wird die Autowelt grundsätzlich verändern. Zwar weist die Konkurrenz noch immer darauf hin, dass Tesla seine Autos nur in homöopathischen Dosen verkauft, doch mit der Lancierung des Model 3 soll dieser Vorwurf in den kommenden Monaten entkräftet werden. Immerhin sollen ab 2018 pro Woche 10'000 Exemplare des Einstiegsmodells vom Band rollen. «Daran gibts für mich keine Zweifel», liess Musk anlässlich der Auslieferung der ersten 30 Exemplare verlauten.

Umfrage
Verletzt die im Tesla Model 3 verbaute Kamera die Privatsphäre?
69 %
20 %
11 %
Insgesamt 2898 Teilnehmer

Kamera noch nicht aktiv

Was der sonst so offensiv kommunizierende Tesla-Boss aber nicht sagte: In der Halterung des Rückspiegels des Model 3 ist eine Kamera verbaut, die den ganzen Fahrgastraum von A bis Z überwachen kann. Auf Nachfrage von electrek.co, deren Mitarbeiter die Kamera entdeckt haben, bestätigte Tesla, dass tatsächlich eine Kamera verbaut ist. «Die Kamera ist derzeit aber noch nicht aktiv», hiess es bei den Elektropionieren. «Das wird sie erst nach weiteren Software-Updates.» Wann die bereit sind und zu welchem Zweck die Kamera dann benötigt wird, kommentierte Tesla nicht.

Obwohl Experten davon ausgehen, dass die Kamera in erster Linie für Level 3, die nächste Stufe des autonomen Fahrens benötigt wird, erstaunt es trotzdem, dass Tesla das Vorhandensein der Kamera nicht aktiv kommuniziert hat. «Sonst wird bei Tesla jedes Detail hervorgehoben», staunen die US-Experten. Zudem sind sie überrascht, dass die Kamera nicht nur den Fahrer beobachtet, sondern die ganze Fahrgastzelle. «Viele Käufer dürften sich so in ihrer Privatsphäre gestört fühlen.»

Big Brother im Tesla

Die Kamera könnte bei Stufe 3 des autonomen Fahrens, bei der der Fahrer quasi nur noch als «Backup-System» für die Bordelektronik fungiert, den Fahrer überwachen – Big Brother is watching you. Der aktuelle Autopilot von Tesla ermöglicht autonomes Fahren der Stufe 2. Hier kann das Auto schon mehrere Aufgaben gleichzeitig übernehmen. Auf Grundlage verschiedener Informationen ist das System in der Lage, innerhalb eines bestimmten «Driving Mode» das Fahrzeug zu beschleunigen, zu bremsen und zu lenken – allerdings nur in einem abgesteckten Rahmen, beispielsweise bis 60 km/h. Der Fahrer selbst muss dabei die Umgebung im Blick behalten und, sofern etwa höhere Geschwindigkeiten wieder möglich sind, das Steuer übernehmen.

Stufe 3 könnte bald folgen

Obwohl Tesla derzeit auf Stufe 2 unterwegs ist, geht man bei den Elektropionieren davon aus, dass man die Stufen 3 bis 5 («Bedingte Automation», «Hohe Automation» und «Volle Automation») mit der aktuellen Hardware bewältigen kann. Für das Aufschalten sei nur ein Software-Update nötig.


(lab)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bl1 am 05.08.2017 16:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kamera

    Einen Klebstreifen drüber und Problem erledigt ;-)

    einklappen einklappen
  • Mani Motz am 05.08.2017 16:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    NSA lässt grüssen

    Tesla ist Amerikanisch und die Amis halten nichts von Privatsphäre. Ob das Tesla oder Apple ist, spielt eigentlich keine Rolle.

    einklappen einklappen
  • Flachländer am 05.08.2017 16:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ohne Kamera kein Level 5

    Spätestens auf Level 5 muss ein Systemhersteller garantieren, dass das komplette Fahrzeug zweckmässig benützt wird. Denn bei einem Unfall in Level 5 wird der Fahrzeughersteller in die Beweispflicht genommen und muss Rechenschaft ablegen, dass der Fehler nicht am System liegt. Dazu braucht er zwingend einen rechtsgültigen Beweis des gesamten Systems. Also auch eine Auswertung der Fahrgastzelle - und das einergeht nunmal am ehesten per Bild - und wenns nur darum geht zu beweisen oder auszuschliessen, dass der Wagen überladen (zuviele Personen oder Gepäck) oder sonstwas war.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Guschtaff am 05.08.2017 20:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Riiiesenproblem gelöst.

    Bim Teslasprung en Gummi drum! Auch ein kleines Tesa- Klebbandstückchen genügt!

  • Daniel am 05.08.2017 20:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Level 5???

    So ein Quatsch. Jedes elektrische Bauteil hat eine statistische Ausfalleahrscheinlkeit. Aktuell hat kein OEM Lenkungssysteme mit einer genügend tiefen Ausfallrate. Mit der aktuellen Hardware kann Tesla Level 4 nicht bewältigen und Level 5 erst recht nicht.

  • Marc am 05.08.2017 20:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wundert mich so gar nicht

    Wer solch ein Ding kauft ist selber schuld... nur wenn ich autonom fahren und Tesla höre, wird mir schlecht und jetzt kann man in den Dingern nicht mal ungestört Liebe machen.. naja ausser man liebt es gesehen zu werden... das waren noch Zeiten, als Autos das machten was der Mensch wollte und nicht umgekehrt..

  • Mr. Elegant am 05.08.2017 20:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Kamera ist...

    Für die Smartphone App für Kinder- oder Hunde-Ueberwachung. Bald soll ja die Software frei geschaltet werden, dass ich von meinem Smartphone die Innenthemperatur, die Geräusche höre, während der Wagen parkt plus die Klimaanlage die Temperstur während dessen kontrolliert. Ich freue mich jedenfalls bereits darauf und bin vom S sehr begeistert. (Die Betriebskosten gegenüber dem vorherigen Wagen sind nach 2Jahren mindestens 60% tiefer, der Anschaffungspreis etwa gleich.

  • Mathias am 05.08.2017 20:00 Report Diesen Beitrag melden

    Der Kunde hat keine Wahl

    Teslas werden unablässig getrackt. Die Zentrale in Hawthorne weiss jederzeit alles über jedes jemals produzierte Fahrzeug und kann schon heute zwar nicht ins Fahrzeuginnere reinsehen, aber bereits durch die für die Sprachsteuerung verbauten Mikros mitlauschen. Nicht zuletzt dienen die gesammelten Daten auch der Entwicklung der Fahrassistenzsysteme: Nur durch diese dreiste "Spionage" konnte Tesla in so kürzester Zeit auch so grosse Fortschritte machen! Im Gegensatz zu Android/iOS kann der Tesla-Nutzer das Aushorchen und Analysieren übrigens NICHT via Preferences unterbinden.