Auto-Ratgeber

20. Juni 2018 05:00; Akt: 20.06.2018 12:41 Print

Automech – eine gute Wahl für ein Mädchen?

von Olivier Maeder - Alex hat eine Tochter, die sich für Autos interessiert und eine Lehrstelle sucht. Soll er ihr davon abraten, eine Lehre in einer Garage anzutreten?

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Etwa 5 Prozent des Nachwuchses in den technischen Berufen sind Frauen Tendenz steigend. Der beste Weg, um herauszufinden, ob eine Ausbildung in Frage kommt, ist und bleibt die Schnupperlehre. (Bild: AGVS)

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Frage von Alex ans AGVS-Expertenteam:

Ich weiss, dass ich bei euch wohl keinen völlig neutralen Rat bekomme. Trotzdem meine Frage: Meine Tochter (14) ist in der zweiten Sekundarschule und hat dort ziemlich gute Noten. Sie interessiert sich sehr für Autos und spricht von einer Lehre als Mechatronikerin. Ist das eine geeignete Ausbildung für ein Mädchen? Wie hoch ist der Anteil an Mädchen? Und viel wichtiger: Hat dieser Beruf überhaupt noch eine Zukunft? Ich frage dies, weil Marken wie Tesla behaupten, man brauche gar keine Werkstatt mehr und könne alles übers Internet flicken. Stimmt das tatsächlich?

Antwort:

Lieber Alex

Dass deine Tochter gute Schulnoten hat, ist schon mal keine schlechte Voraussetzung für eine Grundbildung im Autogewerbe. Wenn Sie Automobil-Mechatronikerin werden will, braucht deine Tochter neben den guten Noten in den Fächern Mathematik und Physik (in der obersten Stufe der Sekundarschule) auch handwerkliches Geschick. Interesse an Technik und Freude an Autos scheinen ja vorhanden zu sein.

Damit ist deine Tochter übrigens nicht allein: Immerhin etwa 5 Prozent unseres Nachwuchses in den technischen Berufen sind Frauen – Tendenz steigend. Der beste Weg, um herauszufinden, ob eine Ausbildung in Frage kommt, ist und bleibt die Schnupperlehre. Am besten bewirbt sich deine Tochter in einer AGVS-Garage, um sich während einigen Tagen ein genaues Bild von der Arbeit in einer Werkstatt zu machen. Danach folgt ein Eignungstest in einem unserer Ausbildungscenter. Dieser Test gibt auch Auskunft, ob die vierjährige Grundbildung zur Automobil-Mechatronikerin EFZ in Frage kommt. Wir bieten daneben eine dreijährige Grundbildung zur Automobil-Fachfrau EFZ und die Lehre als Automobil-Assistentin EBA an. Diese dauert zwei Jahre.

Auch in Zukunft braucht es die Auto-Werkstatt noch

Auf die Grundbildung im Autogewerbe sind wir stolz. Die Qualität der Ausbildung ist hoch, unsere Jungen sind gut gerüstet für den Arbeitsmarkt und die vielen Herausforderungen, die unsere Branche in den nächsten Jahren erfahren wird: Autonomes Fahren, Elektrofahrzeuge, Konnektivität – da kommt viel Spannendes auf uns zu. Die Behauptung, man brauche in Zukunft gar keine Werkstatt mehr, ist schlicht falsch: Wohl muss man beispielsweise bei Tesla für Software-Updates nicht mehr in die Werkstatt fahren. Aber Reparaturen oder Reifenwechsel wird es auch mit Elektrofahrzeugen geben. Viele Experten gehen übrigens davon aus, dass der Verbrennungsmotor noch lange überleben wird – als Hybrid kombiniert mit einem Elektroantrieb.

Last but not least sind unsere Weiterbildungsangebote sehr vielfältig – und eröffnen auch branchenübergreifend sehr gute Karrieremöglichkeiten. Deiner Tochter wünsche ich viel Erfolg auf ihrem Berufsweg!
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Du planst den Kauf eines neuen Autos und weisst nicht, welcher Antrieb zu dir passt? Du möchtest Dein Fahrzeug aufpeppen und fragst Dich, was erlaubt ist? Du hast Fragen zu Nm, PS, Zoll und dB? Dich interessieren rechtliche Fragen rund ums Auto? Ein kompetentes und motiviertes Team von AGVS-Experten beantwortet jeden Mittwoch deine Frage zum Thema individuelle Mobilität.

Sende deine Frage(n) einfach per Mail an autoratgeber@20minuten.ch. Die interessantesten und aktuellsten Fragen und natürlich die Antworten publizieren wir jeden Mittwoch unter dem Vornamen des Fragenden hier im Autochannel auf 20min.ch.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • W. Bold am 20.06.2018 07:33 Report Diesen Beitrag melden

    Unterstütze deine Tochter

    Egal welche Ausbildung deine Tochter macht: Unterstütze sie. Eine handwerkliche Grundausbildung ist etwas vom besten was sie machen kann. Da sie ja gut in der Schule ist, wird sie sich danach ziemlich sicher weiterbilden. Leute mit guter handwerklicher Grundausbildung und Weiterbildungen sind schon heute sehr gefragt.

  • Jos am 20.06.2018 07:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum nicht

    Wenn sie sich eignet und es Ihr Freude macht, warum nicht? Ob künftig Autos noch repariert werden und wenn ja in welcher Weise, wird sich zeigen. Sie wird diese Entwicklung hautnah miterleben und kann sich entsprechend weiterbilden. Und auf Weiterbildung kann in der heutigen Zeit eh niemand verzichten.

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  • Cartman am 20.06.2018 07:37 Report Diesen Beitrag melden

    Aus meiner Sicht ...

    ... ist ein Lehre als Mechatronikerin auch für Frauen eine gute Grundausbildung. Wenn die schulischen Leistungen gut sind würde ich darauf achten, dass sie die Berufsmittelschule machen kann. Damit stehen nach der Ausbildung viele Türen offen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Automech am 21.06.2018 16:11 Report Diesen Beitrag melden

    Ausbildung top, Arbeit nicht so fordernd

    Als ich in der Lehre zum Automech mit BMS war, wusste ich bereits nach dem 2. Lehrjahr, dass ich nie auf dem Beruf bleiben werde. Die Ausbildung habe ich beendet, da sie eine super und praxisnahe technische Grundausbildung ist. Die Arbeit ist aber nicht so fordernd. Zur Diagnose gaukelt einem der Computer das meiste vor, dann ersetzt man das Bauteil. Die Arbeit an z.B. Baumaschinen ist da viel interessanter, es ist auch viel mehr dran. Wenn sie die Ausbildung machen will soll sie es tun. Mit einer solchen Ausbildung kann man auch sehr einfach ein Quereinstieg machen. Viel Erfolg!

  • simi am 21.06.2018 06:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    das war einmal

    der Automechaniker gibt es nicht mehr, das war einmal als man die Teile noch reparierte, Kühler lötete oder schweißte. heute kann man doch nur noch sagen; Teile Wechsler

    • Automech am 21.06.2018 16:15 Report Diesen Beitrag melden

      @simi

      Das stimmt leider, ist aber bestimmt interessanter als Töffmech. Auf z.B. Baumaschinen ist es viel interessanter. Da hat es viel mehr Technik und es wird noch repariert. Die Ausblidung ist aber sehr interessant.

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  • Automech am 21.06.2018 00:16 Report Diesen Beitrag melden

    Aber sicher doch, sie soll!

    Wir haben auf Arbeit immer nur Würstchenparty, wäre super wenn da noch ein paar Mädels in knappen Outfits wäre um uns anzuheizen und Kaffee zu kochen.

  • luca müller am 20.06.2018 23:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    lehre

    Ich bin selbst in der Lehre als Automobil-Mechatroniker ( im 3. Lehrjahr, komme jetzt ins 4.) und empfehle eine gute Werkstatt zu suchen, weil du sonst nur putzen musst oder Servicearbeiten erledigen musst.

    • iris am 21.06.2018 05:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @luca müller

      Richtig meine Tochter hat es erlebt, vor allem als Frau bist du die Putze! Auch Staatliche Betriebe sind so. Rede aus Erfahrung.

    • @Johni am 21.06.2018 06:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @luca müller

      Ja der Lehrling ist in vielen Garagen die billige Putzkraft! Kein Wunder lehrnen sie nichts oder können am Ende nichts, wobei wenn man die heutigen Lehrlinge anschaut, denke ich würde ich ihn auch zum putzen nehmen.

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  • Mike am 20.06.2018 23:06 Report Diesen Beitrag melden

    Mike

    Der erste Job ist heutzutage selten der letzte in der Arbeiter-Karriere. Eine schulische Weiterbildung mit vorgängiger Praxiserfahrung ist das beste was Deine Tochter machen kann.