Eis und Schnee

01. Dezember 2017 08:56; Akt: 03.12.2017 17:06 Print

Sie müssen heute Auto fahren? Beachten Sie dies!

Der erste Schnee sorgt für Unfälle und Chaos auf den Strassen. Zwei Experten geben Tipps, wie Autolenker sicher unterwegs sind.

Autofahren auf Eis und Schnee: Eine 20-Minuten-Reporterin wagte den Selbstversuch. (Video: Murat Temel)
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Der erste Schneefall bis ins Mittelland hat zu mehreren Unfällen und chaotischen Zuständen auf den Strassen geführt. Die A1 musste in der Region Bern-Solothurn nach einem Unfall gesperrt werden. Bei Glatteis und Schnee unterwegs zu sein, erfordert einige Vorsicht. «Am besten sollte man dann gar nicht unterwegs sein», sagt Willi Wismer, Präsident des Zürcher Fahrlehrerverbands. Wer nicht ums Autofahren herumkommt, kann sich an diese Tipps halten:

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Glatteis: «Wenn es sich nicht vermeiden lässt, sollte man warten, bis die Winterdienste ihre Arbeit erledigt haben», sagt der Fahrlehrer Willi Wismer. Sollte das nicht möglich sein, empfiehlt er, sämtliche Bewegungen ganz sanft auszuführen und höchstens mit Schritttempo zu fahren. «Wenn die Strassen schneebedeckt oder nass sind und die Temperatur 5 Grad Celsius oder weniger beträgt, ist mit Glatteis zu rechnen», sagt TCS-Sprecher David Venetz. Besondere Vorsicht ist laut TCS bei Ampeln oder Kreuzungen geboten. Auch exponierte Stellen wie Brücken, Waldstücke oder Strecken entlang von Bächen und Flüssen sind mit Vorsicht zu befahren.

Abstand: Der TCS empfiehlt, dass der Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Auto etwa dreimal so gross sein sollte wie auf trockener Fahrbahn.

Winterreifen: Ab Temperaturen unter 8 Grad braucht es Winterreifen, wie Willi Wismer sagt. Wer die Winterreifen jetzt noch nicht montiert hat, sollte handeln. «Winterreifen führen zu einem kürzeren Bremsweg, mehr Halt und bieten einen besseren Aquaplaning-Schutz», sagt TCS-Sprecher Venetz. Damit Winterreifen sicher sind, brauchen sie mindestens vier Millimeter Profiltiefe. Eine gesetzliche Winterreifenpflicht gibt es übrigens nicht. Versicherungen könnten bei Unfällen aber Regress nehmen. «Heutzutage sollten Reifen schneller gewechselt werden. Bei etwa 10'000 bis 20'000 Kilometern ist ein Wechsel angesagt», sagt Fahrlehrer Wismer. «Das hängt damit zusammen, dass die Laufruhe besser geworden ist, was sich auf die Reifen durchschlägt. Die Laufflächen aussen gehen nicht so tief wie das Profil.»

Eiskratzer und Schneebesen: Sind ein Muss im Winter. «Scheiben, Lichter, Rückstrahler, Dach und Aussenspiegel sind von Schnee und Eis sauber zu halten», sagt TCS-Sprecher Venetz. «Wer sich nicht daran hält und nur mit einem Guckloch losfährt, gefährdet sich und die anderen Verkehrsteilnehmer und riskiert eine Busse und den Ausweisentzug.»

Bremsen bei Schnee und Glatteis: «Fährt man ein Auto mit ABS, sollte man die Kupplung bedienen, die Bremse drücken und – nur wenn nötig – gefühlvoll lenken», sagt Willi Wismer vom Zürcher Fahrlehrer-Verband. Bei einem Auto ohne ABS sei die Vorgehensweise die folgende: «Kupplung runterdrücken, Bremse gefühlvoll drücken, ohne die Räder zu blockieren, und auch hier, falls nötig, sanft lenken.»

Hohe Gänge fahren: Im Winter gilt als Faustregel, dass höher besser ist. Fahrlehrer Wismer empfiehlt, früh hochzuschalten, um zu vermeiden, dass beim Beschleunigen zu viel Kraft auf die Räder wirkt. Dann könnten die Räder durchdrehen. Beim Langsamerwerden sollte man zudem nicht zu früh in einen tieferen Gang wechseln. «Die Bremse soll diese Arbeit erledigen.» Der TCS empfiehlt, allenfalls im zweiten Gang anzufahren und möglichst früh in einen höheren Gang zu schalten, auch wenn der Motor ein wenig stottert.

Unterwegs mit Roller oder Bike: Der TCS weist darauf hin, dass es auch für Roller empfehlenswerte Winterreifen gibt. Im Winter sollten Besitzer von Zweirädern besonders auf die Batterie achten, die bei tiefe Temperaturen stark beansprucht wird. Auch eine regelmässige und gründliche Pflege des Antrieb-Ketten-Satzes ist empfehlenswert, weil dort Salzverschmutzungen zu verstärkter Korrosion führen.

Warme Kleider: Fahrlehrer Willi Wismer empfiehlt, im Auto immer warme Kleider dabeizuhaben. Wenn etwas passiert, steht man dann nicht schutzlos in der Kälte.

Sicherheitsgurt: Gurte wirken nur dann, wenn der Fahrer keine dicken Jacken oder Pullover trägt. Darum: Winterjacken vor dem Einsteigen ins Auto immer ausziehen.

Trügerische Technik: Die Allrad-Antriebe seien ein Problem, sagt Fahrlehrer Wismer. «Beim Beschleunigen hat man als Autolenker keine grossen Probleme mehr mit einem Allrad und merkt dann erst beim Bremsen, dass das Auto rutscht», sagt er. «Die Technik hilft uns sehr, gibt uns aber auch ein trügerisches Sicherheitsgefühl.»


Teile dieses Artikels erschienen in ähnlicher Form am 10. Januar 2017 und am 24. November 2015.

(lie/20M)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • sirLiftalot am 01.12.2017 09:03 Report Diesen Beitrag melden

    Und gaanz wichtig...

    während des Trinkens nicht durch den Mund einatmen. Auch sollten Sie nicht gegen den Wind pinkeln. Es wird überdies dringend empfohlen, feste Nahrung vor dem Schlucken zu kauen. Und jetzt setzen Sie sich wieder vor den Fernseher und verblöden weiter, herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

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  • Schlitzer McGörk am 01.12.2017 09:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Komisch..

    ..war aber auch wieder sehr überraschend der Winter dieses Jahr..

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  • Jonny am 01.12.2017 09:02 Report Diesen Beitrag melden

    Was soll das?

    Warum muss man jedes Jahr den Autofahren erklären wie sie zu fahren haben wenn es Schnee und Eis hat. Haben die nicht alle mal eine Fahrprüfung gemacht?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • PatricK am 02.12.2017 10:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Winterfahrkurs

    Für alles sei es im Beruf oder Hobby bildet sich Herr und Frau Schweizer aus. Nur fürs Autofahren da tun nur wenige etwas. Winterfahrkurs! Wo die eigene Angst abgebaut werden kann.Das Fahrzeug so bewegt werden kann dass man die Angst auf rutschigem Untergrund verliert.So geht man dann mit der nötigen vorsicht auf die Strasse und weiss was sein Wagen tut wens Schee hat. Ich tu das jedes Jahr für mich bedeutet das aber ein riesen Gaudi für einen Tag.

  • Spitzmaus am 02.12.2017 09:23 Report Diesen Beitrag melden

    geht gar nicht

    Nicht bei laufenden Motor die Scheiben von Schnee + Eis befreien!

  • Bertb am 01.12.2017 23:18 Report Diesen Beitrag melden

    An alle Fahrer;

    die unsicheren fahrer sollten ganz verzichten im winter auto zu fahren. bei unsicherheit und angst ist die reaktion beim auto fahrer gehenmt und meist negativ und langsamer als bei den anderen die ein sicheres gefühl haben beim fahrern! und die in kleinst lücken reinfahrer sollten bei schlecht wetter und winter auch dies unterlasen fördert das voran kommen auch nicht birgt aber grosse gefahren.

  • Desirée Sommer am 01.12.2017 22:57 Report Diesen Beitrag melden

    hatte unverschuldet auch fast Pech

    Ich hatte auch fast Pech, aber unverschuldet. Ich ging davon aus, dass mein Mann an meinem Twingo die Winterreifen draufgeschraubt hat. Hat er aber nicht, der faule Kerl. Als ich losfuhr, drehten die Rädchen schon in der Ausfahrt durch und ich musste den Twingo wieder in die Garage stellen. Da sieht man, dass man manchmal nichts dafür kann, selbst wenn man aufpasst.

  • Stellar am 01.12.2017 20:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Meister fällt vom Himmel

    Alle wissen wies perfekt geht. Warum knallts denn so oft? Eben meistens wegen den sich überschätzenden Kandidaten, welche nicht mehr bremsen können. Es gibt zigverschiedene Strassenzustände die rasch ändern. Wenns mir nicht geheuer ist, bin ich langsam unterwegs. Habe viel Fahrpraxis, habe immer in der Innenstadt ohne PP gearbeitet, Weg mit ÖV. Jetzt ausserhalb, zT um 5h. Heisst, auch ich wage mich neu aufs Glatteis im wahrsten Sinne. Schnee ist mir lieber auf der Bahn als Nass und um 0 Grad. Versuche immer kurz zu testen wenn ich noch 'einsam' unterwegs bin. Seit bloss nicht so überhaben...