Car of the Week

09. Februar 2018 08:34; Akt: 09.02.2018 08:46 Print

Iron Man’s Marsraker

von Michael Köckritz - Während die bereits etwas länger etablierte Autowelt noch überlegt, wie man Elon Musk zum Mond schiessen könnte, zieht der wieder einmal schneller und schiesst Richtung Mars. Und zwar einen Tesla Roadster.

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Elon Musks persönlicher Roadster sitzt in der Kapsel der SpaceX Falcon Heavy. Im riesigen Laderaum wäre Platz genug für Teslas gesamte Modellpalette gewesen. Genug Power hätte sie schon – das maximale Payload Gewicht liegt bei 63.800 Kilo. Die Falcon-Heavy-Rakete ist die leistungsstärkste Raumfahrrakete der Welt und könnte eine vollbeladene Boeing 737 ins All transportieren. Für alle Aliens gibt es ein kleines grünes Metallschildchen mit dem eingravierten Hinweis «Made on Earth by humans». Der Tesla gehört Elon Musk, ebenso wie die Falcon Heavy Rakete, die den Elektro-Roadster im Paket mit frisch gezündeten Zukunftsfantasien zum offenen Weltraum-Stromer beschleunigte. Hinterm Steuer des Mars-Tesla sitzt Starman, ein CrashTest-Dummy. Auf der Konsole liegt ein Überraschungsei. Und auf dem Display der Mittelkonsole prangt der beruhigende Spruch «Dont Panic.» Starmans rechte Hand hält das Steuer im zapperdusteren Weltall. Aber sollte er bei einer Geschwindigkeit von weit über 40.000 km/h den linken Arm wirklich so leger aus dem Fenster hängen lassen? Das Nachfolgemodell, den Tesla Roadster 2.0, stellte Elon Musk im November 2017 vor. Der soll 2020 auf den Markt kommen und, laut Tesla, über 400km/h schnell sein. Seit letztem Jahr kann der Roadster vorbestellt werden. Wer einen will, muss eine Anzahlung von 50000 Schweizer Franken leisten. Der Roadster hat drei Elektromotoren, einen für die Vorderachse und je einen für jedes Hinterrad. Bei der Reichweite will Tesla die Tausendermarke knacken und Tempo 100 soll nach gerade mal 2,1 Sekunden erreicht werden.

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Mit David Bowies «Space Oddity» als Hintergrundmusik sitzt «Starman» am Steuer eines Midnight-Cherry roten Tesla Roadsters und ist auf dem Weg zum Mars. «Starman» ist ein CrashTest-Dummy im offiziellen SpaceX Raumanzug. Für alle Aliens gibt es ein kleines grünes Metallschildchen mit dem eingravierten Hinweis «Made on Earth by humans». Das Armaturenbrett des kleinen Roadsters schmückt ein knallgelbes Überraschungs-Ei mit einem Mini-Tesla im Innern als Preis. Das Display in der Mitte empfiehlt «Don’t Panic.» Starman bleibt entsprechend gelassen. Da hat einer nicht nur wunderbare Visionen, sondern auch einen besonderen Humor. Und klar, dass die Bilder diese Woche um die Welt gingen. War ja auch beabsichtigt.

«Wir entschieden uns, etwas Ungewöhnlicheres zu tun»

Der Tesla gehört Elon Musk, ebenso wie die Falcon Heavy Rakete, die den Elektro-Roadster im Paket mit frisch gezündeten Zukunftsfantasien zum offenen Weltraum-Stromer beschleunigte. Die üblichen Messinstrumente oder Massensimulatoren an Bord von Testraketen waren dem Publicity-erfahrenen Freidenker und Chef von SpaceX, Tesla und kalifornischen Tunnelbohrern/ Feuerwerfern zu langweilig für einen Publicity-Stunt zum Jungfern-Start seiner Super-Rakete. «Deshalb entschieden wir uns, etwas Ungewöhnlicheres zu tun, etwas, das unsere Emotionen weckt,» sagt Elon Musk auf seiner Website.

Die Bilder seiner jubelnden Mannschaft nach dem erfolgreichen Start, der Wiedereintritt und die (fast) zielgenaue Landung der drei SpaceX Raketen nach getaner Arbeit und schliesslich das Feed der Webcam, das einen offenen Roadster Hunderte von Kilometern über der Erde zeigt, geben ihm letztendlich recht.
Mehr sexy geht nicht im Geschäft mit Autos und Raketen.

Die Falcon-Heavy könnte eine Boeing 737 ins All transportieren

Untertreibungen sind dem ultimativen HighTech Showman, der das Vorbild für Tony Stark, Hauptfigur der Science-Fiction-Serie «Iron Man» geliefert haben soll, eh fremd. Den eigenen Sportwagen auf eine Reise zum Mars zu schicken, verlangt allerdings auch nach Substanz. Die Falcon-Heavy-Rakete ist die leistungsstärkste Raumfahrrakete der Welt und könnte eine vollbeladene Boeing 737 ins All transportieren. Der Tesla Roadster erreicht mit diesem Anschub eine Höchstgeschwindigkeit von 40000 km/h – und das vollkommen autonom – und beschleunigt von 0 auf 1000 km/h in 53 Sekunden. Eine Milliarde Jahre soll die Reise dauern. Wer redet da noch von «range anxiety» und Aufladezeiten?

Und schliesslich hat es Elon Musk auch geschafft, uns mit Hybrid 2.0 bekannt zu machen. Sein E-Sportwagen ist nicht nur das erste Serienauto im Weltraum (die drei Mond-Rover waren bekannterweise Einzelexemplare). Der Welten-reisende Tesla ist das erste Raketen-unterstützte Elektromobil, und damit leistet der Tesla Roadster, ursprünglich entwickelt von Martin Eberhard und Marc Tarpenning, noch ein Mal Pionierarbeit für die Ewigkeit.

Tesla Roadster 2.0 soll 2020 auf den Markt kommen

Vor genau zehn Jahren wurde das erste Produktionsmodell des Roadsters an Boss Elon ausgeliefert, genau jener kirschrote Tesla, der jetzt in einer Umlaufbahn um die Sonne auf dem Weg zum Mars ist. Zwei Jahre zuvor pilotierte der damalige Gouverneur des US-Bundesstaates Kalifornien, Arnold Schwarzenegger, den Protoypen über die Startbahn des Flughafens von Santa Monica, und läutete damit eine neue Ära im Automobilbau ein. Eine mit Lithium-Ion Batterien vollgeladene Lotus Elise eröffnete das Zeitalter serienreifer E-Mobile. Das Fahrzeug schaffte im Jahr 2008 die 0 auf 100 in unter vier Sekunden, hatte eine Reichweite von über 300 Kilometern und der Sound erinnerte an eine Nähmaschine auf Speed. Während der vier Jahre Bauzeit wurden 2450 Roadster in 30 Ländern der Welt verkauft. Ein Exemplar ging an Schwarzenegger, ein weiteres an George Clooney.

Das Nachfolgemodell, den Tesla Roadster 2.0, stellte Elon Musk im November 2017 vor. Der soll 2020 auf den Markt kommen. Mal sehen, ob der dann nicht nur wie sein Vorgänger (vielleicht) einmal auf dem Mars, sondern auch beim Publikum auf der Erde einschlägt.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tobi am 09.02.2018 10:29 Report Diesen Beitrag melden

    Ein cooler Visionär mit Sinn für Humor

    Endlich mal ein positiver Beitrag. Nochmals für alle wegen Weltraumschrott. Der Tesla ist ein Massesimulator der üblich ein Stück Beton ist. Von Weltraumschrott spricht man in den nahen Erdumlaufbahnen, wo sich Satelliten zu nahe kommen können. Der Roadster wird jedoch ins tiefe All fliegen. Dort gibt es übrigens viel grössere und Gefährlichere Meteoriten ebenfalls aus Metall oder Gestein oder anderen vielleicht sogar giftigen Verbindungen. Ist das auch Weltraumschrott? Einfach nur cool die Aktion! Go Spacex!

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  • Jonas am 09.02.2018 11:43 Report Diesen Beitrag melden

    Super!

    Wer Starman gesehen hat und dabei nicht ins Träumen kommt versteht meiner Meinung nach nicht viel, von dem was Leben ausmacht.

  • Lumière am 09.02.2018 11:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zappenduster...

    und kein Licht an? Na na na, das wird aber teuer. XD

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mathias am 10.02.2018 11:10 Report Diesen Beitrag melden

    Unterwegs zum Mars?

    Eben nicht, denn die dafür nötige Umlaufbahn hat er verpasst und der Tesla ist jetzt unterwegs in Richtung Asteroidengürtel. Das mit dem Mars ist also bereits Geschichte.

  • Macabiel2502 am 09.02.2018 23:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wird nie den Mars erreichen

    Genau der Roadster war und ist nie im All und auf dem Weg zum Mars, schaut euch mal die Bilder an, aber alles was TESLA macht ist ha echt und wahr leider wird die Blase bald platzen und das Geld ist futsch.

  • Cyberlolo am 09.02.2018 23:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Go forward...

    hey leute...ist doch einfach nur cool in einer welt voller hektik bringen solche tech higlights einfach nur spass...think positiv.

  • ENU am 09.02.2018 17:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Blödsinn

    Blödsinn des Jahres!!! Ausser Weltraummüll bringt das Ganze nichts.

  • Olly am 09.02.2018 15:43 Report Diesen Beitrag melden

    Ablenkung tut gut

    Einfach Geil ! Die Landung der Booster geht in die Geschichtsbücher ein, das Model3 leider nicht, warte noch immer trotz Option und Anzahlung.

    • Skywalker99 am 09.02.2018 16:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Olly

      ich glaube die Crux bei Musk ist die 3. Tesla 3 verspätet, die 3. Erststufe nicht erfolgreich auf der Plattform im Atlantik aufgesetzt, um 100 m verfehlt.

    • sagamol am 09.02.2018 21:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Olly

      Ein grosser Teil ihrer Anzahlung ist soeben ins All geschossen worden. Der Rest wird vom Konkursamt verwendet, um einen kleinen Teil der Gläubiger von Musk abzugelten.

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