Assistenzsysteme

05. Oktober 2017 11:25; Akt: 06.10.2017 14:20 Print

Nur 10% kennen sich gut mit Fahrassistenten aus

Schweizer Autofahrer sind gegenüber Fahrassistenzsystemen skeptisch und haben falsche Vorstellungen. Dies führt zu einer bescheidenen Produktnachfrage.

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Viele Autofahrer sind sich nicht bewusst, dass Fahrassistenzsysteme die eigene Sicherheit deutlich erhöhen. (Bild: BOSCH)

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Hoppla, damit haben die Hersteller wohl nicht gerechnet: Eine von der bfu –Beratungsstelle für Unfallverhütung – in Auftrag gegebene Befragung zu Fahrassistenzsystemen zeigt, dass viele Autofahrende in der Schweiz schon von Einparkassistent, Lichtassistent, Notbremsassistent oder automatischer Abstandsregelung gehört haben. Aber abgesehen vom Tempomaten kennen nur wenige der Befragten die Fahrassistenzsysteme richtig. Nur gerade 10 % weisen laut der aktuellen Studie ein fundiertes Wissen dazu auf.

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Machen Fahrassistenzsysteme das Autofahren deiner Meinung nach sicherer?

«Viele Befragte gaben unter anderem an, dass ein Tempomat der Verkehrssicherheit diene», schreibt bfu. Und korrigiert: «Eher das Gegenteil ist der Fall, aus präventiver Sicht wäre der Notbremsassistent zu favorisieren!»

Die hohen Kosten als Hürde

Viele der fortschrittlichen Technologien sind trotz gesunkener Preise nach wie vor mit teilweise beachtlichen Zusatzkosten verbunden. Dies führt in Kombination mit dem Mangel an Kenntnissen über Sicherheitsnutzen und weitere Vorteile der Systeme zu einer bescheidenen Produktnachfrage.

Erstaunlich: Laut der Befragung sind viele Schweizerinnen und Schweizer der Meinung sind, dass sie «überdurchschnittlich gute Fahrer seien und nie verunfallen würden». Aus diesem Grund sehen sie kaum persönlichen Bedarf für Sicherheitssysteme. Dabei predigen selbst renommierte Rennfahrer, dass jeder Fahrer – und sei er noch so gut und routiniert – von Sicherheitstechnologien profitiert, auch wenn es nur zum Eigenschutz bei Fehlverhalten anderer Verkehrsteilnehmer ist.

Notwendige Kommunikation

Fahrassistenzsysteme weisen ein hohes Schutzpotenzial auf. Deshalb ist es der bfu ein Anliegen, einen aktiven Beitrag zur Anregung der Produktnachfrage zu leisten. Möglichst viele sollen beim Kauf eines Autos auf die Ausstattung mit sicherheitsrelevanten Assistenzsystemen achten. Deshalb führt die bfu beispielsweise zusammen mit dem TCS jährlich einen breit kommunizierten Vergleichstest zu innovativen Sicherheitstechnologien durch. Und mit dem VCS betreibt sie die Plattform www.sicheres-auto.ch, um die auf dem Markt erhältlichen Systeme bekannt- und ihre Bedeutung für die Sicherheit bewusst zu machen.

(lab/pd)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Grübler am 05.10.2017 11:53 Report Diesen Beitrag melden

    Fehrhilfen

    Ich war auch immer gegen Fahrassistenten. Aber seit ich Tempomat zusammen mit Abstandregelung im Auto habe, möchte diese Features nicht mehr weghaben. Das ist wirklich etwas Gutes und ich bin überzeugt, wenn das alle Autos hätten, wäre das Autofahren auf der Autobahn unter Umständen weniger hektisch.

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  • R.D. am 05.10.2017 12:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Moderne Technik

    Ich fahre praktisch ausschliesslich mit meinen Fahrassistenten und möchte sie nicht mehr meiden. Das heisst aber nicht, dass man nicht mehr aufmerksam dem Verkehr gegenüber sein muss.

  • Chris am 05.10.2017 12:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einweisung / Schulung der Systeme

    Ein Pilot mit Pilotenlizenz benötigt immer eine Schulung und Zulassung für einen Flugzeugtyp. Es geht dabei um das Verstehen und Bedienen der verbauten Systeme. Neuere Autos haben unterdessen genau so komplexe Assistenzsysteme welche eigentlich eine Einweisung erfordern. Erst dann nützen sie im Strassenverkehr! Siehe Auffahrunfall von Tesla Fahrer bei Winterthur mit Tesla-Autopilot. Der Fahrer verliess sich auf ein System welches er nicht verstand.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mech am 07.10.2017 07:31 Report Diesen Beitrag melden

    Oldtimer

    Hab nicht mal Airbag geschweige denn Elektronik welche die Sicherheit unterstützt. Sicherheitsgurte hab ich dafür und ein voll elektronisch einstellbares Allradgetriebe. Bin auch ohne ESP und co. immernoch am Leben. Man muss sich nur entsprechend verhalten.

  • Rechner am 07.10.2017 07:27 Report Diesen Beitrag melden

    Kostenhürden?

    Dann kauf ihr falsch. Ist wohl nur bei den deutschen Autos so wo man nach 50.000.- alles noch extra dazu kaufen muss. Mein kleiner Renault Megane hat alles ab Werk drin. ABS, ESP, Tempomat, Navi, vorwarnendes Kameradings beim Rückspiegel etc., für 24.000.- neu.

  • Mech am 06.10.2017 21:33 Report Diesen Beitrag melden

    Verwechslung

    Viele verwechseln Assystenzsysteme mit Sicherheits und Konfortsysteme! Ein Tempomat hat nichts mit Sicherheit zu tun. Reiner Konfort. Falsche Sicherheit. Kraftstoffsparen ja. Viele Benutzen in aber nicht obwoll sie in haben. Alle Reden von Automen Fahren aber wirklich bereit ist die Menschheit nicht. Zeugen sind die Missbrauchsfälle. Vollgestopft mit Ausstatung sind die Fahrzeuge heute und niemand versteht sie wie zu benutzen sind. Grüsse vom Mech

  • Pierre am 06.10.2017 19:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Finde alle OK

    Mit dem Einpark Automat habe ich allerdings Mühe.

  • Alter am 06.10.2017 17:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Veltheim und co

    Die Dinger sind nicht schlecht. Allerdings müsste jeder auch einmal in Veltheim geschult werden wie auch ein Auto in Grenzbereichen Verhalten kann und wie dann auch ohne diese Assistenten Situationen entschärft werden können. Ausserdem macht es auch echt Spass mal Pirouetten zu drehen da wo es Platz hat.