15. August 2017 15:29; Akt: 15.08.2017 19:25 Print

Ein Kletterer, kein Blender

Der Jeep Grand Cherokee war schon immer ein echter Offroader. Als Trailhawk betont er seine urchigen Fähigkeiten – lässt aber auch den Luxus nicht links liegen.

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Ob’s an den Italienern liegt? Über die Allianz von Chrysler und Fiat wurde viel Schönes und noch mehr Unschönes gesagt. Doch dass der sonst nicht eben filigrane Grand Cherokee als Trailhawk innen so durchdacht daherkommt, ist eine positive Überraschung: Feine rote Nähte ziehen sich über Sitz, Steuerrad und sogar Abdeckung. Man muss kein Milan-Fan sein, um das schön zu finden.

Aussen geht’s so weiter. Auf Chrom wird weitgehend verzichtet, statt dessen zieht die schwarze Blendschutzfolie auf der mächtigen Motorhaube die Blicke auf sich. Dazu gibt’s mattgraue Akzente für Dachreling, Grill und Frontschürze. Denn ein Blender ist der Trailhawk nicht, ganz im Gegenteil. Während sich heute jedes vorderradangetriebene Lifestyle-Gefährt SUV schimpft, positioniert sich der Trailhawk als echter Allrad-Offroader. In Serie, selbstverständlich.

Tatsächlich sind seine Fähigkeiten abseits der Strasse beachtlich. Angefangen bei der Luftfederung, die den Boden je nach Terrain erhöht, über die stählernen Unterfahrschutzpanels bis hin zum Allradsystem mit elektronisch gesteuertem Sperrdifferential und variabler Momentenverteilung präsentiert sich der Trailhawk als Profi-Geländefahrzeug. Eines, bei dem verzögerte Schaltpunkte nicht für unfähige Lenker da sind – sondern um den Zweieinhalbtonner aus Sand oder Schnee rauszumanövrieren.

Doch seien wir ehrlich: 90 Prozent aller Käufer werden mit diesem Auto keine US-Trails bezwingen. Man wird es hier im Alltag benutzen, so wie alle anderen. Doch weil Komfort, Preis/Leistung, Verbrauch und Design stimmen, darf man diesen SUV ohne schlechtes Gewissen fahren. Und wer mit seiner Familie in die Ferien fährt oder sogar einen Anhänger ziehen muss, wird erst recht froh sein, dass der Grand Cherokee Trailhawk ein echter Ami geblieben ist. Trotz roter Nähten im Interieur.

Jeep Grand Cherokee Trailhawk 3.0 CRD

Karosserie: 4,83 Meter langer SUV für 5 Personen
Antrieb: 3 Liter V6-Turbodiesel, 250 PS, 570 Nm
Getriebe: 8-Gang-Allrad A8

Fahrleistungen: 0-100 km/h 8,2 s, Spitze 190 km/h
Verbrauch: Werk/Test 7,0/8,9 l/100 km 

CO2-Ausstoss: 184g CO2/km, Energieeffizienz F

Preis: ab 67’500 Franken

Infos: www.jeep.ch

IN KÜRZE

Der Hersteller sagt:
Der Trailhawk soll die Geländekompetenz des Jeep Grand Cherokee mit zusätzlichen Offroad-Merkmalen unterstreichen. Zudem verbindet die neue Topversion moderne Komforttechnologie mit hoher Verarbeitungsqualität.

Wir sagen:
Stimmt: Der Jeep Grand Cherokee Trailhawk wurde sowohl optisch als auch von seinem Fahrwerk und seiner Verarbeitung her konsequent auf Offroad getrimmt. Doch das neue Topmodell macht aber auch im Alltag eine gute Figur. Optisch – und praktisch.

Das gefällt:
Wer einen komfortablen SUV mit viel Raumkomfort sowie einem geräumigem Gepäckabteil sucht, erhält mit dem Grand Cherokee Trailhawk ab 67 500 Franken viel SUV für sein Geld. Preis/Leistung, Design, Extras und Komfort stimmen. Ob man mit dem Trailhawk wirklich den Asphalt verlässt oder lieber unter all den geschönten Lifestyle-SUVs auffallen will, darf jeder selbst entscheiden.

Das eher weniger:
Eine gewisse Schwerfälligkeit lässt sich beim Trailhawk nicht von der Hand weisen. Er ist nun mal kein Perfomance-Car. Schade in diesem Zusammenhang: Der 352 PS starke V8-HEMI-Benziner gibt’s nur in den USA.

Spannendes Detail:
Dank möglicher Geländereduzierung, Quadra Drive II-Allradsystem und Luftfederung mit Bodenfreiheit bis 28 Zentimetern ist der Trailhawk auch im schweren Gelände locker unterwegs.

Wer fährt so was?
Abenteurer, Familienmenschen, Hobby-Cowboys und Freizeit-Indianer. Alle, die Freue daran haben, mit dem Auto auch mal neben der Spur zu fahren. Nicht zuletzt: Wohnwagen-, Yacht- oder Pferdebesitzer und ihre Anhänger – die entsprechenden Vorrichtungen sind vorhanden.

Alternativen dazu:
Bei den Engländern und Deutschen: Land Rover Discovery, BMW X5, Audi Q5 oder VW Touareg. Bei den Asiaten: Nissan X-Trail oder Mazda CX-5. Unter Landsmännern: Ford Explorer.

Am Steuer:
Lukas Rüttimann, Textlab GmbH

(rtl)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dani am 14.08.2017 07:32 Report Diesen Beitrag melden

    Autofahren macht richtig Spass

    ich sollte ihn Ende diese Woche bekommen, zwar nicht den Trailhawk, sondern den Outland. Gleiches Modell, gleiche Ausstattung, aber den 3.6Lt V6 Benziner (gibts offiziell nicht in der Schweiz). Auch ich fahre nicht gross im Gelände herum oder hab einen Hänger, aber als ich ihn fuhr, einfach die hellste Begeisterung. Das Innenleben top verarbeitet, Luxus pur was man sich nur denken kann, eine richtige Wohlfühloase. Die Luftfederung beim fahren der Hammer, Schläge von Bodenunhebenheiten sucht man vergebens. Ich freue mich dieses Auto im Alltag zu testen

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  • Illumination am 14.08.2017 10:05 Report Diesen Beitrag melden

    Trailhawk und Trackhawk...

    Und für die "SRT/Hammer-Fraktion" bringt Jeep demnächst den Cherokee Trackhawk mit dem 6,2 l/V8-Motor und 717 PS/881 Nm... Mit 0-96 km/h in 3,5 s, Viertelmeile in 11.6 s und 289 km/h Vmax zeit Jeep dann wirklich, "wo der Hammer hängt"... In den USA ab 87`000 $ ab dem 10. August bestellbar, in Europa noch im vierten Quartal 2017 vorgesehen... ;-)

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  • Marc Bjorg am 14.08.2017 08:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Ahnung

    Da werden im Artikel der Grand Cherokee und der kleine Compass vermicht... Author hat keine Ahnung was Jeep baut.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • §§§ am 17.08.2017 13:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jeep Grand Cherokee Summit

    Habe mich ab Herbst 2016 für einen "2017 Jeep Grand Cherokee Summit" mühsam interessiert und bin zum Schluss gekommen - nee! Zum einen sind die Vordersitze so schmal dass sie eigentlich nur für Asiaten breitgenug sind, dafür ist eine fast 50 cm breite Mittelkonsole verbaut. Eine Standheizung gibt's von Jeep USA immer noch nicht, ein Fremdprodukt kostet um die CHF 5'000.-- Aufpreis. Wenigstens ist er jetzt in einem hellen Interieur erhältlich. Genau die gesuchte Vollusrüstung, die es übrigens bereits seit 2010 gibt, habe ich im "2016er VW Touareg 3.0 Exclusive" gefunden und ihn mir im Januar auch angeschafft.

  • Armin am 15.08.2017 19:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weltweite Preisobergrenze einfhren jeglicher Marke

    viel zu teuer mehr als 20'000 sollte kein einziges neue Auto kosten egal was fr eine Marke.

  • Jack Jones am 15.08.2017 11:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Blender

    Natürlich ist er ein "Blender". Jeder SUV blendet, da die Lichter auf der Höhe eines Autodach sind bei gewissen Fahrzeugen. ;) Dennoch: Schönster SUV. Was sind schon X3, X5, Q5, Q7 etc. In meinen Augen auch der einzig wahre SUV.

    • Peter Moser am 15.08.2017 12:11 Report Diesen Beitrag melden

      Blenden nicht

      Wenn - und das ist die Voraussetzung - die Lichter korrekt eingestellt sind, dann blendet kein Auto. Aber meistens kommen solche Autos als Direktimport in die Schweiz und die Scheinwerfer wurden nicht angepasst. Sieht man übrigens oft auch bei z.B. Ford Mustangs mit Xenolichtanlagen. Diese haben i.d.R. eine Falsche Streuscheibe drin und blenden extrem.

    • Dani am 15.08.2017 16:42 Report Diesen Beitrag melden

      stimmt so nicht

      deine Aussage kann in keinster Weise stimmen, da Direktimport-Autos generell eine Einzelabnahme haben. Dabei werden solche Sachen kontrolliert. Sollten Autos "falsche" Streuscheiben haben, werden sie ganz bestimmt nicht zu gelassen! Und übrigens: der Ford Mustang kann bei jedem Ford-Händler bestellen und beziehen.

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  • auto am 15.08.2017 08:36 Report Diesen Beitrag melden

    Nein, ist nicht mein

    Kann nichts dafür, mir hat der Wagen nicht gefallen. Habe ihn mir letztes Jahr an der Auto Basel an der Messe angesehen. Protzig, unübersichtlich, und Entschuldigung, billig verarbeitet. So viel Plastik und Billigzeugs auf einem Haufen hat mich abgeschreckt. Aussen eine grosse Kiste und innen bescheiden Platz.

    • Henriette am 15.08.2017 19:43 Report Diesen Beitrag melden

      auto

      hast Du von einem Ami was anderes erwartet? Es ist wie das ganze Land, aussen hui und innen pf.... Alles nur Fassade, kein Tiefgang, oberflächlich, wie alles in Amerika. Nur Show, kein Sein, nur Schein.

    • socom am 17.08.2017 20:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Henriette

      ...sagt jemand, der wahrschlich keinen jeep hat, und noch nie in den USA war!?

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  • Miss Renegade am 15.08.2017 08:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jeep hat unter Fiat profitiert

    Jeep konnte auf jeden fall von Fiat profitieren - ich fahre seit Januar 2016 einen Renegade Limited und finde, dass das italienische Design ihm richtig gut getan hat und er - wie auch die anderen modelle - richtig viel charme erhalten hat. Wegen fehlender erfahrung kann ich nicht viel zu seinen offroad fähigkeiten sagen, aber ich wohne auf dem land und arbeite 50km entfernt. 4by4 erleichtert mir im winter den arbeitsweg und der satte 2.0 fiat-diesler macht richtig schön laune und darf nun mit einem recht bescheidenen verbrauch nicht mehr als typische deckschleuder bezeichnet werden. Weiter so!