Renault 15 GTL

10. Dezember 2016 08:30; Akt: 23.01.2017 11:16 Print

Das extravagante und freche Franzosencoupé

von B. v. Rotz - Von 1971 bis 1979 baute Renault die Modelle 15 und 17. Eigenwillig geformt fuhr sich der Viersitzer in die Herzen frankophiler Sportwagenfreunde.

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Ob sie wohl einst so begehrt sein werden, wie es die seltenen Autos der Fünfziger- und Sechzigerjahre heute sind? Die Rede ist von den erschwinglichen Automobilen der Siebzigerjahre, die schon lange von den Strassen verschwunden und heute vielfach rarer sind als manch hoch gehandelter Ferrari.

Ein Beispiel hierfür ist der unverwechselbare Renault 15, der sich zusammen mit dem Renault 17 im Jahr 1971 daran machte, die Erbschaft des Renault Caravelle anzutreten und sich der Konkurrenz von Opel Manta, Ford Capri und Fiat 128 Coupé zu stellen.

Ein GT von Renault

Im Juli 1971 präsentierte Renault erstmals die neuen sportlichen Modelle 15 und 17. Da seit Ende der Caravelle-Produktion 1968 im Renault-Programm eine Nische offen geblieben war, drängte sich ein knapp viersitziges und sportlich-elegantes Fahrzeugkonzept auf. Der amerikanischen Sicherheitshysterie war es vermutlich zu verdanken, dass man ein Cabriolet nicht in die Überlegungen mit einbezog.

Die technische Basis bot eine kompakte Limousine, nämlich der Renault 12. Damit waren Frontantrieb und eine selbsttragende Karosserie schon einmal gegeben. Mit 2,44 Metern Radstand und 4,28 Metern Aussenlänge ergaben sich automatisch vergleichsweise grosse Überhänge hinten und vorne.

Eigenwilliges Design

Doch dies machte den Renault 15 (und 17) nicht aussergewöhnlich. Es war eher die Gestaltung von Front und Heck, mit der sich das Coupé von der Konkurrenz absetzte. Hinten gab es nämlich eine praktische und bis zu den Rückleuchten herunterreichende Heckklappe, die synchron mit der Abdeckung hochklappte. Auffälliger noch waren aber die eigenwillig geformten Stossfänger. Der Renault 15 erhielt vorne rechteckige Scheinwerfer, hinten flache zusammengefasste Rückleuchten.

Das Coupé war praktisch rundum verglast, speziell die hintere Seitenscheibe war mit mehr als einem Meter Länge riesig und konnte dazu noch ausgeklappt werden.

Mit 60 DIN-PS wartete der 1289 cm3 grosse Vierzylinder im Einstiegsmodell 15 TL, das damals unter 13'000 Franken kostete, auf. Im R15 TS und im R17 TL gab es bereits 90 DIN-PS, die der aus dem Renault 16 bekannte 1565 cm3 grosse Vierzylinder leistete. Für sportliche Naturen war der R17 TS gedacht, der dank elektronisch gesteuerter Einspritzung 108 DIN-PS aus demselben Motor schöpfte.

Am Lenkrad des R 15 GTL

Ab 1976 gab es den Renault 15 GTL, der etwas bequemer und teurer als der 15 TL war. So sitzt man etwas besser im Coupé, wenn auch für heutige Begriffe immer noch sehr weich. Halt französisch.

Auch die Federung wirkt deutlich nachgiebiger als bei anderen Coupés, entsprechend stark ist die Seitenneigung in Kurven. Fahrerisch setzt der Renault keine besonderen Anforderungen, gestartet wird mit Zündschlüssel, geschaltet entlang eines normalen «H». Der Klang des Motors wirkt angenehm und zurückhaltend. Die 60 PS reichen durchaus für flottes Vorankommen, solange keine allzu steile Strasse zum frühen Zurückschalten mahnt.

Zu den Stärken des Coupés gehören die gute Rundumsicht und die insgesamt kompakten Dimensionen. Praktisch ist er sowieso, wenn man von den umständlich nach vorne zu klappenden Vordersitzen absieht – der Entriegelungsknopf ist hinten in der Mitte der Lehne verborgen. Man könnte ihn alle Tage fahren, spräche nicht der Raritätenwert dagegen, denn Salz und winterlicher Witterung möchte man das Coupé heute nicht mehr aussetzen.

Weitere Informationen, viele Fotos und natürlich ein Tonmuster gibt es auf Zwischengas.com.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • DerDani am 10.12.2016 11:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ah... der Fuego :-)

    Freue mich schon jetzt auf den Bericht über diesen gelungenen Wurf. Vom Design her gesehen. Werdet ihr einen Bericht schreiben?

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  • Don Giovani am 10.12.2016 10:32 Report Diesen Beitrag melden

    Korrektur

    Der grosse Bruder ist nicht der R15TS sondern der R17. Auch gab es nur den R17 mit Doppelscheinwerfer und den Lamellen hinten statt eines grossen hinteren Seitenfensters.

  • Ermst A. am 11.12.2016 07:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur Probleme mit dem Auto

    Hatte auch einen Renault 15 wahr mehr in der Garage zur Reparatur als auf der Trasse

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Die neusten Leser-Kommentare

  • J.C. am 11.12.2016 12:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    BMW

    Lieber einen BMW als diese olle Kiste. 3, 2, 1 Shitstorm los!

  • Lolipop am 11.12.2016 11:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Renault 15 GTL

    Ist das das Auto aus dem Teletubbies-Land, einst das Vehikel von Tinky Winky und Co? Kultig das Ding..aber einst auf normalen Strassen? Nee, oder?

  • Ermst A. am 11.12.2016 07:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur Probleme mit dem Auto

    Hatte auch einen Renault 15 wahr mehr in der Garage zur Reparatur als auf der Trasse

    • Gonzo am 11.12.2016 10:09 Report Diesen Beitrag melden

      Das wurde gebaut für die Strasse

      .....nicht für das Trasse. Kein Wunder ging der immer Futschi

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  • Supra am 11.12.2016 05:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schrott

    Französische Autos sind Schrott.Günstig aber schlechte Qualität.vor allem die Elektronik.

    • Dave am 11.12.2016 17:42 Report Diesen Beitrag melden

      Woher weisst du das?

      Fahre seit 12 Jahren französische Autos. Im gegensatz zum Touran und T5 haben mich diese noch nie stehen gelassen! Und in der Werkstatt waren die Renaults auch nur für den Service. Noch fragen?

    • Takishi Toyoda am 11.12.2016 19:47 Report Diesen Beitrag melden

      TOYOTA

      Wie oft war dein Zylindrkopf schon Banane? Bin auch kein Fan von Franzosen, aber jedem das seine. Und werfe nicht mit Steinen wenn Du im Glashaus Sitzt..

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  • Dana am 10.12.2016 11:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht für mich

    Sorry, aber Schrecklich ist der Vornamen. Ich find die Karre echt zum Abwinken..da müsste man mich regelrecht rein pressen, denn da würde ich freiwillig verzichten. Lieber einen Italiener, ein alter einfacher Panda..zum Beispiel, dann wär ich aber echt schon glücklich.