944 S2 Cabriolet

11. Oktober 2014 11:24; Akt: 13.10.2014 10:25 Print

Ein Porsche für Sonnenanbeter

von Bruno von Rotz - Vor 25 Jahren bewies der 944 S2, dass auch ein Porsche mit vier Zylindern Fahrspass bereitet. Besonders das Cabriolet macht auch heute noch was her.

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Das Porsche 944 S2 Cabriolet - ein Wagen für sonnige und weniger sonnige Tage. Der Linienführung des Porsche 944 hat bei der Umwandlung zum S2 Cabriolet kaum gelitten. Optisch entsprach das Porsche 944 S2 Cabriolet dem Turbo. Front und Innengestaltung wurden direkt übernommen. Die Glaskuppel, die beim normalen 944 das Heck abschliesst, musste beim Umbau zum Cabriolet einer herkömmlichen Kofferraumdeckel-Lösung weichen. Der Porsche 944 S2 sieht offen ... ... wie geschlossen gut aus. Sportlich aufgemachtes Interieur - von den VW-Schaltern bei früheren 924/944-Modellen ist kaum etwas übriggeblieben. Der Vierzylindermotor des Porsche 944 S2 mit 2990 cm3 leistet 211 PS mit Katalysator. Entstanden ist er im Prinzip aus einem halbierten Porsche-928-Motor. Klappscheinwerfer waren in den Achtzigerjahren «en vogue». Heute müssen sie wegen der Tagfahrlichtpflicht ständig leuchten. Grossflächige Heckleuten - Design wurde damals mit der äusseren Gestaltung gemacht und nicht mit LED-Lämpchen. Wir danken der , die uns den dunkelblauen Porsche 944 S2 mit Jahrgang 1989 als Cabriolet zur Verfügung stellte. Der Ur-924: Mit ihm begann die Geschichte des Transaxle-Porsche 924/944. Den Motor hatte man sich bei Audi ausgelehnt, was bei Puristen schlecht ankam. Mit dem Porsche 944 nahm ein von Porsche entwickelter Vierzylinder-Motor Einzug in den Frontmotor-Sportwagen: Fans der Marke konnten wieder von einem richtigen Porsche sprechen. Mit dem Porsche 944 S kam der Sportwagen in den Genuss von vier Ventilen pro Zylinder - bereits vorher hatte man beim Porsche 928 und 959 vier Ventile pro Zylinder verbaut. Beim Porsche 944 S2 wurde der Vierventilmotor auf 2990 cm3 aufgebohrt und mit der Optik des Porsche 944 Turbo kombiniert. Ab Januar 1989 gab es das Porsche 944 S2 Cabriolet zu kaufen, das in Zusammenarbeit mit der American Sunroof Corporation entwickelt worden war. Der Nachfolger des Porsche 944 S2 hiess 968 und war wiederum als Coupé und Cabriolet erhältlich. Optisch lehnte sich der 968 an den 928 und den 964 an.

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Mitte der Sechzigerjahre lief das letzte Porsche 356 Cabriolet vom Band und bis 1989 mussten Offenfahrer warten, bis ihnen Porsche wieder ein «richtiges» Vierzylinder-Cabriolet anbot. Dass der Motor nun vorne sass und die Karosserielinie eine Weiterentwicklung des 924/944-Modells war, störte Sonnenanbeter kaum. Eher schon war der Preis von 83'100 Franken ein Hinderungsgrund, sich das hübsche Cabriolet zuzulegen. Heute sind diese Sportwagen allerdings zu einem Viertel ihres Neupreises zu haben und eine erwägenswerte Alternative zu einem offenen Smart.

Im Jahr 1976 präsentierte Porsche nach dem 914 erneut einen volkstümlichen Sportwagen, den 924. Dass er ursprünglich als Projekt für Volkswagen entstanden war, sahen die frühen Käufer sofort, denn manches im Innern stammte direkt aus dem VW-Ersatzteillager. Besonders übel nahm man es dem hübschen Coupé aber, dass auch der Motor normalerweise seinen Dienst in Audi- und Volkswagenmodellen tat.

Abhilfe kam mit dem Porsche 944, dem man einen halbierten 928-Motor verpasste, 2,5 Liter gross und 163 PS stark. Zwei Lanchester-Ausgleichswellen sollten dafür sorgen, dass sich die fehlenden Zylinder weniger stark auf die Laufruhe auswirkten.

Der Schritt zum 944 S mit vier Ventilen pro Zylinder lag 1986 auf der Hand, denn diese Technologie wurde bereits beim 928 und beim 959 genutzt. Das Ergebnis waren 190 statt 163 PS.

Mehr Hubraum für den 944 S2

1988 präsentierten die Zuffenhausener dann den 944 S2. Optisch glich er dem bereits einige Jahre früher präsentierten 944 Turbo fast wie ein Ei dem anderen, technisch kann er als Evolution des 944 S gesehen werden.

2990 ccm gross war nun der Vierzylinder, womit er damals zu den grössten Motoren dieser Art überhaupt gehörte. Dank hochkarätiger Materialien und einer ausgeklügelten Motorsteuerung leistete er 211 PS, unabhängig davon, ob er mit oder ohne Katalysator ausgeliefert wurde.

Während die Konkurrenz mit sechs (Toyota Supra, Maserati Biturbo, Renault Alpine V6 Turbo) oder zumindest fünf (Audi Quattro 2.2 Turbo 20 V) Zylindern aufwartete, musste sich der 944 S2 mit deren vier begnügen. Vom Prestigewert einmal abgesehen, bedeutete der Verzicht auf einige Zylinder aber kaum Nachteile. Zumindest bezüglich Temperament (0 bis 100 km/h in 6.8 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit 239 km/h) konnte der 944 S2 mit seinen meist günstigeren Konkurrenten sehr gut mithalten. Und verbrauchsgünstig war er obendrein.

Zum Schluss noch das Cabriolet

Als Schwestermodell zum 944 S2 Coupé wurde ab Januar 1989 ein Cabriolet verkauft, das im Bodenbereich verstärkt und mit traditionellem Heckabschluss für rund 10'000 Franken Aufpreis Wind ins Cockpit brachte. Nur gerade drei Jahre lang baute Porsche diesen Typ, insgesamt verliessen rund 7000 S2-Cabriolets das Werk, ein Drittel ging in die USA.

Im Innern erinnert kaum noch etwas an den Porsche 924, vergessen sind die Schalter und Knöpfe des Volkswagen Golf, hier wird Porsche-Design und -Feeling pur geboten. Das Fahren macht jede Menge Spass und dank Katalysator muss man auch kein schlechtes Gewissen haben. Und selbst die investierte Summe bereitet kaum Sorgen, denn viel an Wert verlieren kann ein Klassiker wie der 944 S2 als Cabriolet eigentlich nicht mehr.

Weitere Informationen, viele Bilder und ein Tonmuster findet sich auf www.zwischengas.com

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • maico am 13.10.2014 13:49 Report Diesen Beitrag melden

    Einfach geniales Auto

    Ich war selbst stolzer Besitzer eines S2 Cabrios. Es war das Beste, was ich fahren durfte in meinem Leben und ich traure ihm immer noch nach. Familie ging aber vor. Wenn nicht die AMAG gewesen wäre, die einen für jeden Pipifax abzockte (z.B. Abgastest für fast 200 Franken), wäre die Freude perfekt gewesen. Der 911 war damals kein Alltagsfahrzeug, mit dem 944 war alles drin. Spass, Zuverlässigkeit, sicheres Fahrverhalten dank Transaxle. Die Preise sind definitiv am steigen. Es ist jedoch schwer, einen guten Gebrauchte zu bekommen. Damals kämpfe man immer gegen blöde Sprüche, heute nicht mehr.

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  • Tim Ranos am 14.10.2014 15:39 Report Diesen Beitrag melden

    Traumwagen!

    Konnte Lange einen 944 Turbo S mein eigen nennen... traumhaftes Auto, weine ihm heute noch nach! Bin der Marke und dem Turbo treu geblieben, aber ein richtiger nachfolger des 944er fehlt mir immer noch (Nein, Panamera ist kein nachfolger! :P )

  • erelpower am 14.10.2014 19:27 Report Diesen Beitrag melden

    pflegen und hegen

    ich habe ein 944 Turbo Cabriolet,1991, 525 stück gebaut, super Fahrzeug, pflegt sie und hegt sie!

Die neusten Leser-Kommentare

  • erelpower am 14.10.2014 19:27 Report Diesen Beitrag melden

    pflegen und hegen

    ich habe ein 944 Turbo Cabriolet,1991, 525 stück gebaut, super Fahrzeug, pflegt sie und hegt sie!

  • Tim Ranos am 14.10.2014 15:39 Report Diesen Beitrag melden

    Traumwagen!

    Konnte Lange einen 944 Turbo S mein eigen nennen... traumhaftes Auto, weine ihm heute noch nach! Bin der Marke und dem Turbo treu geblieben, aber ein richtiger nachfolger des 944er fehlt mir immer noch (Nein, Panamera ist kein nachfolger! :P )

  • maico am 13.10.2014 13:49 Report Diesen Beitrag melden

    Einfach geniales Auto

    Ich war selbst stolzer Besitzer eines S2 Cabrios. Es war das Beste, was ich fahren durfte in meinem Leben und ich traure ihm immer noch nach. Familie ging aber vor. Wenn nicht die AMAG gewesen wäre, die einen für jeden Pipifax abzockte (z.B. Abgastest für fast 200 Franken), wäre die Freude perfekt gewesen. Der 911 war damals kein Alltagsfahrzeug, mit dem 944 war alles drin. Spass, Zuverlässigkeit, sicheres Fahrverhalten dank Transaxle. Die Preise sind definitiv am steigen. Es ist jedoch schwer, einen guten Gebrauchte zu bekommen. Damals kämpfe man immer gegen blöde Sprüche, heute nicht mehr.

    • Don Qui am 13.10.2014 21:09 Report Diesen Beitrag melden

      Frage

      @maico Weshalb hast du den Abgastest nicht wo anderst gemacht da du dir den bei der AMAG nicht leisten konntest?

    • maico am 13.10.2014 22:24 Report Diesen Beitrag melden

      Keine Frage des sich leisten könnens

      @Don Qui: Ich hab mein Geld für mein Spielzeug ehrlich & hart ein Jahr in der Wüste Saudi Arabiens verdient. Fürs "Rüssel" ins Auspuffrohr halten & Compi 5 Minuten laufen lassen jemandem fast 200 Franken aus der Tasche zu ziehen, ist nicht ehrlich verdientes Geld. Es gibt Leute, die sich Schönes leisten, denen das Geld nicht in den Schoss gefallen oder in dem man andere über den Tisch zieht wie Banker und gewisse Gewerbler. Da macht man eine Leistungsbeurteilung für das Erhaltene. Auf der anderen Seite, wer einen Porsche fährt, möchte nur kompetente Leute an seinen Wagen lassen. Alternativen?

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