BMW-Alpina B9 3.5

23. September 2017 10:44; Akt: 23.09.2017 10:44 Print

Ein rasanter Wolf im Tigerfell

Ein Wolf im Schafspelz war der BMW-Alpina B9 3.5 sicherlich nicht: Mit seiner Ausstattung erinnerte er eher an einen Tiger als an ein Schaf.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Burkard Bovensiepen, der Gründer von Alpina, hört es nicht gern, wenn man ihn einen Tuner nennt. Denn Alpina baut ganze Fahrzeuge, die sich umfangreich vom Ausgangsprodukt – in der Regel ein BMW-Serienmodell – unterscheiden. «Dort, wo die Besten mit Berechtigung meinen, es sei für die meisten gut genug, fangen wir an, für wenige zu arbeiten», erklärte der Alpina-Chef einmal seine Mission.

Seit 1978 stellt Alpina Fahrzeuge unter eigenem Namen her, vorher machte man vor allem im Rennsport und mit BMW-Tuning (sic!) von sich reden. Seit 1983 ist Alpina auch ganz offiziell als Autohersteller registriert, die ersten eigenen Wagen basierten vorerst auf der BMW-Baureihe E21 und dann E12, E28 und E24.

Schnelle Autos ohne extravagantes Äusseres waren stets der Kern des Angebots, einzig die berühmten Alpina-Streifen auf der Karosserie wiesen auf die Veredelung hin, die sich sowohl auf Technik, Ausrüstung als auch Aerodynamik bezog.

Alpina statt Porsche?

Wolfgang König schrieb 1982 in seinem Test zum BMW-Alpina B9 3.5 für «Auto Motor und Sport»: «Was bleibt dem hartgesottenen Porsche-Fahrer, wenn er einmal zum Oberhaupt einer vierköpfigen Familie heranreift? Er könnte sich in Verzicht üben und seine sportlichen Ambitionen vom Auto in andere Bereiche verlagern. Aber es gibt einen anderen Ausweg.» Gemeint war der Kauf der Alpina-Version des BMW 528i (E28).

Dass der Alpina-B9 tatsächlich eine Alternative zum Porsche war, spürt man bis heute. Denn die 245 PS garantieren sportliche Fahrleistungen, die sich selbst im 21. Jahrhundert noch sehen lassen können. Von 0 bis 100 km/h wurde damals in 6,9 Sekunden beschleunigt, als Spitzengeschwindigkeit 245 km/h notiert.

Dabei überrascht der B9 mit ausgezeichneter Übersichtlichkeit, Handlichkeit und Sitzen mit gutem Seitenhalt. Die Gänge rasten exakt ein, die Pedalerie lässt sich leichtfüssig bedienen. Die servo-unterstützte Lenkung agiert zielgenau. Eigentlich fährt sich der B9 wie ein späterer Dreier und das ist durchaus als Kompliment zu verstehen.

Eine gute Basis

Die BMW 5er-Reihe erwies sich als eine ideale Basis für das Wirken Bovensiepens. Schon die Baureihe E12 hatte er optimiert, mit dem Erscheinen des E28 im Sommer 1981 wechselte Alpina natürlich auf das neue Modell.

Bei BMW hiess die schnellste Variante 528i, bot immerhin 184 PS und 215 km/h Spitze. Damit gab man sich bei Alpina natürlich nicht zufrieden und pflanzte den 3,5-Liter-Motor aus dem 635 CSI in den Bug der viertürigen Limousine. Nach der Alpina-Leistungskur produzierte der Reihensechszylinder 245 PS, also 27 PS mehr als im 635 CSI.

Auch fahrwerkseitig wurde ebenfalls einiges optimiert, obschon der Serien-Fünfer mit Einzelradaufhängungen bereits gute Voraussetzungen bot. Bei der Aerodynamik schaffte Alpina das Kunststück, den Luftwiderstandsbeiwert durch Anbringen von Front- und Heckspoiler um neun Prozent zu senken und gleichzeitig die Auftriebskräfte zu mindern.

Innen erhielt die Limousine Alpina-Sportsitze und gefällig gestreifte Veloursüberzüge vorne und hinten. Auch das Lenkrad mit Lederbezug war eine Alpina-Beigabe.

Nicht wohlfeil

Mit 61'700 Franken war der BMW-Alpina B9 3.5 nicht gerade billig, sein Neupreis übertraf das Ausgangsprodukt BMW 528i um immerhin rund 40 Prozent. Dafür erhielt man allerdings nicht nur mehr Leistung, sondern auch einiges an Zusatzausstattung. Der Wagen überzeugt bis heute, die Feinarbeit hat sich bezahlt gemacht.

Weitere Informationen, Testberichte und viele Bilder zum BMW-Alpina B9 3.5 gibt es wie immer auf Zwischengas.com.

(fee)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • dev am 23.09.2017 14:56 Report Diesen Beitrag melden

    wär ich nur früher geboren

    ja früher waren BMWs noch schön... es waren noch richtige autos. autos für fahrer. heute fahren sie wie playstation modelle. alles zu automatisch. der mensch wird zum überflüssigen fleischsack

    einklappen einklappen
  • david.d am 23.09.2017 11:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wow!

    Mit abstand etwas vom schönsten was die Automobilbranche je gebaut hat. Unglaublich schön.

    einklappen einklappen
  • MSA am 23.09.2017 11:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht ganz

    Nicht ganz. Den 535i (211 PS) gab es auch ab Werk von BMW und später dann sogar den M535i mit 286 PS als 1. Vorgänger des M5

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Dudler am 24.09.2017 19:37 Report Diesen Beitrag melden

    DKW, garant für Fahrrauschorgie.

    Früher waren die Autos nicht so schwer. Darum ist ein Opel GT 1900 noch heute ein rassiges Auto, das echt sportliches Fahren bietet. Es musste seine 100 PS nur mit 900 Kilos teilen. Mein bestes Auto bisher war ein DKW Monza-Cabriolet. V6-2Takt-Motor mit 184 PS, 16 Gänge und ein Gewicht vo 480 kg.

    • G. Bolanz am 24.09.2017 20:26 Report Diesen Beitrag melden

      Die geilen Zeiten sind vorbei.

      Ja, heute relativiert das Fahrzeuggewicht die PS massiv. Die früheren Sportautos der 60iger-Jahre wie DKW, Glas usw. hatten natürlich ganz andere Fahr- und Beschleunigungsgefühle zu bieten. Allerdings war Voraussetzung, dass man sie beherrschte. Sonst kams schnell mal tödlich.

    • Guido am 24.09.2017 22:51 Report Diesen Beitrag melden

      @ Dudler

      Selten so viel Käse gelesen. Sie sollen also einen DKW Monza Roadster besessen haben mit 2 Takt V6 und 184 PS. Dabei haben sie dem Möbel noch ein LKW Getriebe mit 16 Gängen verpasst? a) "Ihr" Monza hatte 3 Zylinder. Die 6 entstammt der Typenbezeichnung. 3=6 und zwar wegen dem 2 Takter. b) "Ihr" Monza hatte 4 Gänge. c) "Ihr" Monza hatte ein Leergewicht von 780Kg. Mit den 44 PS haben Sie übrigens die 100Km/h in ca 24 Sekunden erreicht... Der obige Alpina ist da eine ganz andere Nummer als "Ihr" alter Stinker. ;)

    einklappen einklappen
  • Kenne das Problem am 24.09.2017 05:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    1 oder 2 Liter pro 1000 km?

    Hat nur ein U-Schild. Kommt wohl nicht mehr durch die Kontrolle... Ist halt ein Problem mit dem Öl-Verbrauch bei BMW, wenn der Motor so tropft.

    • kurt am 24.09.2017 10:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kenne das Problem

      gibt auch neuere Sportwagen welche 1 bis 2 Liter brauchen

    • VW Housi am 24.09.2017 12:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kenne das Problem

      Kenne das Problem auch. Bei meinen BMW (2002 ti, 2002 tii, 323i) ist das Öl aber nicht abgetropft, es wurde verbrannt, was sich durch das blaue Räuchlein aus dem Auspuff gut sichtbar dokumentiert hat.

    einklappen einklappen
  • Grübel am 24.09.2017 00:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Design... verstehe es nicht

    Ich verstehe es einfach nicht, was die Leute an diesem Design so toll finden... wenn ihr mal versucht aus Schuhschachteln ein Auto zu basteln wird es in etwa so aussehen... wo ist da Design?

    • Grübel am 24.09.2017 00:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Grübel

      Ich möcht dazu anfügen, versucht mal einen Porsche, einen Mercedes 300SL etc. oder schon nur einen Käfer zu basteln. Dann merkt ihr, was Design ist.

    einklappen einklappen
  • @Kosovo Jung am 23.09.2017 21:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Top Wägeli

    Ja alte Autos haben Charm! Hate früher auch BMW, dass waren noch Formen und da wahr noch Freude am fahren drin. Heute ist das nicht mehr so.

  • Wisser am 23.09.2017 21:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das waren noch Autos

    Das waren noch Autos .Heute Bei Mercedes Weggeworfen.