Range Rover

01. April 2017 09:14; Akt: 01.04.2017 09:14 Print

Nicht nur für Heavy-Metal-Gitarristen

von B.v.Rotz - Ursprünglich hatte der Range Rover nur zwei Türen. Erst mit Schweizer Hilfe kam er zu vier Türen und wurde zum Star, der auch den Black-Sabbath-Gitarristen überzeugte.

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Einer der 129 produzierten Range Rover mit Umbau zum Viertürer durch Monteverdi/Fissore. Seit je öffnet die Heckklappe des Range Rovers nach oben und unten. Erstbesitzer dieses Range Rover von 1982 war Tony Iommi, der Lead-Gitarrist der Band Black Sabbath. Mit 135 PS ist ein Range Rover kein sportlicher Geländewagen... ... sondern dank viel Drehmoment gut für den Einsatz im Gelände gerüstet. Das Design ist kantig und auf Praxisnutzen ausgelegt. Autobahn-Geschwindigkeit ist kein Problem, aber der Verbrauch nimmt dann schon heftig zu. Interieur einer der letzten von Monteverdi/Fissore 1981/1982 umgebauten Range-Rover-Versionen. Bis in die 1980er-Jahre gab es den Range Rover ausschliesslich handgeschaltet Tony Iommi liess sich eine fette Stereoanlage einbauen, die... ...mit den besten Komponenten damals ausgerüstet war. Ein «Graphic Equalizer» durfte natürlich nicht fehlen... ... und auch kräftige Boxen in den Türen... ... und im Dachhimmel gehörten dazu. Der V8-Motor des Range Rover stammte ursprünglich von Buick. Die besondere Herkunft des raren Range Rover ist vorne... ...und hinten am Fahrzeug dokumentiert. Ab 1982 gab es den viertürigen Range Rover für weniger Geld ab Werk – zwischen den beiden Varianten gab es feine Unterschiede (man beachte den hinteren Radlauf). Der günstigere Werks-Viertürer wurde zum grossen kommerziellen Erfolg, hier ein Modell von 1985. Den dreitürigen Range Rover wollten dann nur die wenigsten haben – hier eine sehr frühe Version von 1970. Interieur eines frühen Range Rover von 1970.

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Wer sich im Jahr 1970 auf dem Automarkt umsah, erblickte hauptsächlich Limousinen in Standardbauweise: mit Motor vorne und Antrieb hinten. Versuche mit Frontantrieb begannen sich vor allem bei den kleineren Autos durchzusetzen, Allradantrieb aber erhielt man nach dem Ableben des Jensen FF nur bei reinrassigen Geländewagen.

Eine Ausnahme bildeten die luxuriöseren Jeep-Wagoneer-Varianten, die zumindest im Interieur Limousinen-Komfort verströmten, hierzulande aber kaum vertrieben und gekauft wurden.

Ein luxuriöserer Land Rover

1970 wurde der erste Range Rover vorgestellt. Er sass wie sein rustikaler Verwandter Land Rover auf auf einem massiven Stahl-Leiterrahmen. Und auch im Ranger Rover wurden die Räder vorne und hinten von Starrachsen geführt. Da den Ingenieuren aber gute Fahreigenschaften auf normalen asphaltierten Strassen wichtig waren, verfeinerten sie die Geländewagen-Achsen umfangreich.

Deutlich unterschied sich der Antrieb vom damaligen Land-Rover: Man wählte den von Buick in den 1960er-Jahren übernommenen Leichtmetall-V8-Motor, der bereits 1967 im Rover P5B eingebaut worden war.

Das Karosseriekleid zeichnete Chefdesigner David Bache, der ganze Arbeit leistete. Schliesslich hatte der Entwurf rund ein Vierteljahrhundert Bestand und selbst heute, bald 50 Jahre nach seiner Entstehung, wirkt der Range Rover «Classic» – so wurde er genannt, als sich in den 1990er-Jahren der Nachfolger ankündigte – überraschend modern.

Mit Schweizer Hilfe zu vier Türen

Bis 1980 gab es den Range Rover nur zweitürig. Ein gewichtiger Nachteil bei den auf Luxus bedachten Kunden. Doch dann entwickelte der Schweizer Peter Monteverdi in Zusammenarbeit mit der Emil Frey AG eine viertürige Variante, die im März 1980 am Genfer Autosalon Premiere feierte.

57'900 Franken kostete der viertürige Range Rover, als er verfügbar wurde. Damit war er rund ein Drittel teurer als die zweitürige Variante, was einerseits im zusätzlichen Luxus der Monteverdi-Design-Version begründet war, andererseits in der aufwändigen Bauweise bei Fissore, wo die zweitürigen Versionen umgebaut wurden.

Berühmter Fan$

Im Herbst 1982 erhielt Tony Iommi, Gitarrist der Heavy-Metal-Band Black Sabbath, einen der letzten von Fissore umgebauten Monteverdi-Range Rover in Zypressengrün. Heute gehört der rare Wagen der Emil Frey Classics.

Iommi hatte sich 1982 eine aufwändige Stereoanlage einbauen lassen, die auch heute noch im inzwischen restaurierten Range Rover installiert ist. Wir stellen uns vor, wie er eine Black-Sabbath-Kassette reinschob, sich eine Zigarette anzündete und dann den Zündschlüssel drehte. Während vorne der V8-3,5-Liter-Motor zu summen begann, dröhnten aus den Lautsprechern Tracks wie «Zero the Hero» oder «Digital Bitch» (siehe Videos unten).

Wir summen mit und freuen uns am bärigen Drehmoment des Motors. Das Getriebe lässt sich sicher schalten, der Wagen verströmt Vertrauen. Richtig schnell werden wir nie, dazu motiviert der Range Rover einfach zu sehr zum Gleiten. Zudem wollen wir ja zum raren Sammlerfahrzeug – nur wenige der 129 gebauten Monteverdi-Range Rover haben überlebt – auch gebührend Sorge tragen.

Weitere Informationen zu verschiedenen Range Rover Modellen, viele Bilder und Tonmuster gibt es auf www.zwischengas.com.


So klingt Black Sabbaths «Zero the Hero» aus dem Jahr 1983 ... (Video: Youtube/Kamil Jaros)


... und so der Song «Digital Bitch» aus dem gleichen Jahr. (Video: Youtube/DACREQUENA)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • dr house am 01.04.2017 10:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nicht unbedingt monteverdi...

    ... sber soooo einen aus der zeit: sofort (wieder)!!!!!

  • RR Cl am 01.04.2017 10:46 Report Diesen Beitrag melden

    The Beauty

    Für mich ist Range Rover Classic e7ner der Schönsten Autos der jemals gebaut wurde

  • Martial2 am 01.04.2017 11:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der schönste SUV momentan...

    Monteverdi hatte es damals richtig erkannt: Solche Fahrzeuge brauchen diese fünf Türe (nicht (vier), Hecktür nicht vergessen. Heute ist Range Rover mit Bentley ebenbürtig, Preis: 240'000 CHF!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Johnny Castaway am 02.04.2017 07:47 Report Diesen Beitrag melden

    Farbenblind?

    Also zypressengrün ist jedenfalls das abgebildete Fahrzeug bestimmt nicht...

  • Hofnarr am 02.04.2017 03:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    stadt auto

    ein tolles auto, gut geeignet für die stadt.

  • Röne am 01.04.2017 23:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Genial

    Den Viertürer hatten wir auch. Ein geniales Auto in Sachen Bequemlichkeit und Technik. Die Qualität hatte Verbesserungspotential. Die Karosserie war übersichtlich, Abstandswarner nicht nicht nötig. Irgendwann werden wir wieder Range Rovee fahren.

  • Abygael am 01.04.2017 23:20 Report Diesen Beitrag melden

    Metal und Autos

    Das Auto ist super. Der Titel ist jedoch nur zum Klicken da. Um das Auto ein bisschen aufzupeppen? Schade. Zur Anekdote: Ozzy Osbourne (Black Sabbath as well) hat seinen Führerschein erst mit 60 (ungefähr) gemacht und bestanden (vorher war er immer zu besoffen, danach auch. Davon abgesehen waren seine Konzerte in Zürich sehr gut, aber das ist eine andere Geschichte). Glaube kaum, dass Metal Musiker DAS Auto fahren. Auch wenn manche Harley fahren, ist Harley immer noch nicht DAS Motorrad für Heavy Metal Musiker... Manche Assoziationen sind nicht besonders gut.

  • Nick am 01.04.2017 16:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Coole Kiste

    Ich hatte ein 1986er. Öl und Benzinverbrauch immens aber Design und Fahrgefühl unerreicht. Das kann kein heutiger SUV mehr.

    • Illumination am 01.04.2017 22:18 Report Diesen Beitrag melden

      @Nick

      Design ist Geschmackssache - ansonsten kann ich Ihnen versichern, dass nur schon innerhalb Range Rover z.B. ein Sport Supercharged oder V8/Diesel alles - aber auch wirklich alles - besser kann als ein 86er... ;-)

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