BMW M3 vs. Baby-Benz

10. Mai 2015 08:57; Akt: 10.05.2015 08:57 Print

Welches Modell überzeugt mehr?

von Bruno von Rotz - In den 80ern bauten Mercedes und BMW Sportlimousinen als Evolutionsbasis für den Rennsport. Ein Vergleich.

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Evolutionsmodelle von Mercedes-Benz 190E und BMW E30 mit Sechzehnventilmotoren - ähnliche Konzeption, unterschiedliche Wertentwicklung. Mercedes-Benz 190E 2.3-16 von 1984 in Rauchsilber. BMW M3 von 1987, entstanden auf der Basis der Baureihe E30. Mercedes-Benz 190E 2.3-16 von 1987 in Blauschwarz - Spoiler und Kotflügelverbreiterungen als Erkennungszeichen. BMW M3 E30 als Sport-Evolutionsmodell - auch hier Flügelwerk und massive Kotflügelverbreiterungen. 2.3-Liter-Vierzylinder mit 16 Ventilen im Mercedes-Benz 190E 2.3-16. Längs eingebauter Reihenvierzylinder mit 2,3 Liter Hubraum im BMW M3. Das Cockpit im Mercedes-Benz 190E 2.3-16 gleicht den günstigeren Serienvarianten, war aber etwas üppiger ausgestattet. Auch bei BMW unterschied sich das Cockpit des M3 nur wenig von den langsameren Fahrzeugen der Baureihe E30. Lanciert wurde der Mercedes-Benz 190E 2.3-16 1983 mit einem Rennen, in dem Rennfahrer der Gegenwart und der Vergangenheit in identischen Autos gegeneinander antraten - es siegte Ayrton Senna. Der BMW M3 war einer der Wagen aus der Palette der Bayern, der gerne in Knallrot bestellt wurde, man konnte ihn aber auch in Weiss oder Silber nebst anderen Farben haben. Im Rennsport hatte der BMW M3 meist seine Schnauze vorne, immerhin gelang es Mercedes-Benz im Jahr 1990 die Deutsche Rennsportmeisterschaft für sich zu entscheiden. Mercedes ersetzte 1988 den 2.3-16 durch den 2.5-16, optisch waren die Unterschiede gering. Auch bei BMW kam eine 2,5-Liter-Variante dazu, die Bauzeit des BMW war deutlich kürzer als jene des Mercedes.

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1983 lancierte Mercedes-Benz mit dem 190 E 2.3-16 eine Sportvariante des Baby-Benz, die nicht nur bei den potenziellen Käufern, sondern auch beim Konkurrenten BMW die Köpfe rauchen liess. Es sollte fast drei Jahre dauern, bis die Münchner mit dem BMW M3 auf Basis der Baureihe E30 nachziehen konnte.

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Damals waren die beiden Autos mit rund 55’000 Franken ähnlich teuer, heute aber bringen gut erhaltene M3 rund viermal so viel wie die Alternative von Mercedes. Warum?

Ein Konzept, zwei Ausführungen

Auf den ersten Blick verfolgten beide Hersteller ähnliche Konzepte, beim Motor herrschte annähernd Gleichstand. Hier wie dort werkelte nämlich ein 16-Ventil-Vierzylinder mit zwei obenliegenden Nockenwellen und 2,3 Litern Hubraum.

Während Mercedes (mit Hilfe des englischen Motorenbauers Cosworth) 185 PS herauskitzelte, waren es bei BMW 200. Hohe Drehzahlen waren bei beiden nötig, doch das Drehmoment blieb dabei nicht auf der Strecke, weshalb die Sportmotoren auch im Alltag eine gute Falle machten.

Vier Türen als Nachteil?

Auch sonst gab es keine grossen Unterschiede. Bei beiden sass der Motor vorn und trieb die Hinterräder an. Während bei BMW die fünf Gänge grundsätzlich von Hand gewechselt wurden, bot Mercedes traditionsbedingt auch eine Automatik als Alternative an.

Im Innern glichen die teuren Evolutionsmodelle ihren günstigeren Serienvarianten, etwas mehr Ausstattung gestanden die Hersteller ihren Kunden aber immerhin zu.

Aussen zeigten die beiden Sportlimousinen mit aufdringlichem Flügelwerk, Schürzen und Kotflügelverbreiterungen, dass mehr in ihnen steckte. BMW baute zudem die Heckscheibe flacher ein, um die Aerodynamik zu verbessern, womit dann M3 und 2.3-16 auf denselben cw-Wert von 0,33 kamen.

Sowohl BMW als auch Mercedes waren als Viersitzer konzipiert, Mercedes bot aber W201-baureihenbedingt vier Türen als Einstieg an, während es bei BMW grundsätzlich deren zwei waren.

Ähnlich erfolgreich?

Im Markt erwiesen sich der 190 E 2.3-16 (und sein direkter Nachfolger der 2.5-16), gebaut von 1983 bis 1993, und der M3 E30, der zwischen 1986 und 1991 gefertigt wurde, als ähnlich erfolgreich. Rund 18’000 bayrischen Sechzehnventilern standen schliesslich etwa 25’000 schwäbische Baby-Benzen gegenüber.

Im Motorsport aber hängten die M3 den Baby-Benz ab, obschon es Mercedes immerhin im Jahr 1992 gelang, BMW den Meistertitel in der Deutschen Rennsportmeisterschaft abzujagen. An Anzahl Siegen auf internationalem Parkett aber war der BMW nicht zu schlagen.

Was gibt den Ausschlag?

Heute kostet ein guter original erhaltener BMW M3 rund 50’000 Franken, während es den normalen Mercedes-Benz 190 E 2.3-16 für unter 20’000 Franken zu kaufen gibt. Zwei ähnliche Fahrzeuge, beide mit Motorsport-Ehren ausgestattet, haben sich wertmässig völlig unterschiedlich entwickelt.

Ob es die vier Türen des Mercedes sind, die leicht schlechteren Fahrleistungen oder vielleicht etwas weniger brachiale Optik des Baby-Benz, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Aber: Während der M3 bereits heute wieder den damaligen Neupreis (oder mehr) wert ist, hat der Mercedes noch viel Potenzial nach oben. Zum Fahren machen sie beide Spass, auf der Rennstrecke liegt der M3 auch heute noch vorn, im Alltag kann der Mercedes Pluspunkte verbuchen. Jedem das Seine, könnte man sagen.

Weitere Informationen, Vergleichswerte, viele Bilder und Testberichte zu BMW M3 und Mercedes-Benz 190 E 2.3-16 können auf zwischengas.com abgerufen werden.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kumschick am 10.05.2015 09:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlechter Vergleich

    Das waren auch überhaupt nicht Konkurrenten, sondern zielten auf komplett andere Käufergruppen ab. Der erste ernstzunehmende Konkurrent des M3 (aus sportlicher Sicht) war der 190 E 2.5-16 Evo II mit 235 PS und der kostet heute, sofern man überhaupt welche gut erhaltenen Exemplare auf dem Occasionsmarkt findet, bis zu CHF 100k.

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  • Peach Marley am 10.05.2015 14:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ewige Nörgelei

    An alle die hier rumnörgeln: Auch ein Motor ist ein Verschleissteil es gibt kein Auto das 500'000km macht ohne je Geld zu investieren. Besitze selber einen E30 3er mit 311'000km und der läuft immer noch gut. Kommt immer auf den Besitzer an.

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  • Peach Marley am 10.05.2015 18:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ou Achtung!

    Jetzt kommen noch die Experten mit: "310'000 ist nichts" dabei selber wahrscheinlich noch nie ein Auto gefahren das soviel km hat. Dann diese Aussagen mit ein Motor sollte locker 500'000 machen. Ich habe gesagt ohne Geld zu investieren und 500'000 ohne ein Service macht dir kein Motor mein Lieber. Mich nerven diese Leute im Internet die das Gefühl haben jedes Auto sei nichts Wert ausser Ihres. Und Experten auf jedem Gebiet sind Sie auch noch.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Cruser am 11.05.2015 21:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ex M3 Cecotto

    keine frage, M3 E30 war und bleibt das wahre M aller Zeiten un der rest der M's sowie Merz, Audi usw kann einpacken .. eine Ausnahme Lancia Delta HF Integrale

    • Emmi am 11.05.2015 22:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Kein Vergleich

      Naja, ein Integrale ist prinzipiell schon ein ganz anderes Fahrzeug, da wünscht man sich die ganze Zeit Schotter unter den Rädern, das Fahren ist, auch durch den Turbomotor, völlig anders!

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  • edi am 11.05.2015 16:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    6450000

    meine E Klasse hat nur 645000 km...ja richtig gelesen 645 tausend. Deswegen fahren fast samtliche Taxi auch Mercedes weil sie eben nichts investieren

  • Punde am 11.05.2015 15:40 Report Diesen Beitrag melden

    Kilometer fressen

    Mein VW Polo hat Jhg. 1995 und läuft und läuft und läuft....einfach geiles Teil, und das bei ca. 35'000 km pro Jahr, man(n) rechne.... :-)

  • Räphu am 11.05.2015 15:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mercedes 1, BMW 0

    Mir gefällt der Mercedes besser. Ausserdem sind die meisten BMW Fahrer eh nur Angeber, welche Ihr weiches Glied grösser wirken lassen wollen. ps: Fahre selber keine deutschen Autos, zu langweilig!

  • M3 ist geil am 11.05.2015 15:36 Report Diesen Beitrag melden

    Habe jedes M3 Modell in echt.

    Was bitte, ist ein Mercedes...?