Opel Manta

01. Juni 2014 17:00; Akt: 01.06.2014 17:01 Print

Praktische Sportlichkeit der Siebzigerjahre

von Bruno von Rotz - Ein sportliches Coupé für die ganze Familie: Das war die Traumwelle, auf welcher der Ford Capri erfolgreich ritt. Opel musste reagieren und präsentierte den Manta.

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Als Ford mit dem Capri im Januar 1969 ein attraktives Familiencoupé auf den Markt brachte, musste Opel reagieren. Die Rüsselsheimer konterten am 9. September 1970 und stellten den Manta vor. Damit lagen sie goldrichtig.

Der Amerikaner Charles «Chuck» M. Jordan, Chef der Opel-Styling-Abteilung, zeichnete ein schmuckes Coupé als Antwort auf den Capri. Erstmals hatte man bei Opel nicht einfach eine Limousine zum Coupé zurechtgeschnitten, sondern eine gänzlich eigenständige Karosserie entworfen. Das Pflichtenheft konnte in wenigen Worten zusammengefasst werden: ein sportliches Coupé mit Platz für die junge Familie und Grossserien-Komponenten zur günstigen Fertigung.

Technisch mit dem Ascona verwandt

Für die Technik mussten die Opel-Ingenieure nicht weit suchen gehen. Mit der ebenfalls neuen Limousine Ascona war eine bewährte Basis entwickelt worden, die Motoren, Getriebe und Fahrwerkskomponenten liefern konnte. So standen denn auch bereits die 1,6- und 1,9-Liter-Vierzylindermotoren fest.

Fast eine halbe Million Opel Manta A wurden zwischen 1970 und 1975 ausgeliefert. Damit konnte man zwar dem Capri nicht ganz das Wasser reichen, aber ein Erfolg war es gleichwohl. Im August 1975 wurde der Manta A vom Manta B abgelöst.

Unter der Zusatzbezeichnung «Berlinetta» wurde 1972 eine Luxusvariante des Opel Manta in die Modellfamilie aufgenommen. Sie zeichnete sich durch den starken 1,9-Liter-Motor mit 90 PS (es war auch eine 80-PS-Variante erhältlich), die Velours-Innenausstattung und nützliches Zubehör wie Kopfstützen, 185/70-13-Breitreifen auf Sportfelgen und eine elektrische Scheibenwaschpumpe aus. Auch das Vinyldach gehörte zum Standard. Dass für Halogen-Fern- und Abblendlicht sowie die Heckscheibenheizung kein Aufpreis verlangt wurde, war beim Grundpreis von 14’425 Franken in der Schweiz im Jahr 1973 fast selbstverständlich.

Wie ein Neuwagen

Setzt man sich heute in einen sehr gut erhaltenen Manta, dann merkt man, warum die Käufer damals begeistert waren: Die Türen schliessen satt, der Innenraum verströmt ein wenig Salonatmosphäre. Auch der Motor nimmt seinen Dienst klaglos auf. Alles funktioniert, wie man es erwartet: Die Pedalerie lässt sich ohne Krämpfe bedienen, die Gänge flutschen fast von selber durch das exakt definierte H-Schaltschema.

Der Motorklang lässt sofort Erinnerungen an die Siebzigerjahre hochkommen. Damals war dieses luftige Vierzylindergeräusch allgegenwärtig. Denn Opel-Fahrzeuge in Form von Kadett, Ascona, Rekord und eben Manta machten einen erheblichen Teil der Volksmotorisierung aus. 1973 war Opel die meistverkaufte Marke der Schweiz.

Uhr statt Drehzahlmesser

Etwas enttäuscht sucht der sportlich orientierte Fahrer den Drehzahlmesser. Fehlanzeige! Dort, wo man das Instrument zur Überwachung der Tourenzahl erwartet, sitzt eine Uhr. Vermissen tut man den Drehzahlmesser nicht. Denn erstens tritt der 1,9-Liter drehmomentstark an und zweitens klingt er im oberen Drehzahlbereich so angestrengt, dass man es dem über 40-jährigen Coupé nicht zumuten möchte, bis zum Ventilschnattern, das die «Automobil Revue» damals ab 6200 Umdrehungen hörte, zu drehen.

Nach wenigen Kilometern wächst einem der Manta A ans Herz, man fühlt sich geborgen und kann sich gut vorstellen, auch lange Distanzen mit ihm zurückzulegen. Mancher erinnert sich an Mitfahrten auf der Rückbank, als man voller Stolz in einem richtigen Sportwagen Platz nehmen durfte und auch gern die knappen Platzverhältnisse hinter den Vordersitzen akzeptierte.

Wir danken classic-autos.ch, die uns den blauen Opel Manta Berlinetta von 1973 für eine Probefahrt zur Verfügung stellte.

Weitere Informationen und viele Bilder finden sich auf www.zwischengas.com.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Opel Freak am 01.06.2014 17:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Opel Forever

    Opel im Herzen.Benzin im Blut.Leider Geil

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Opel Freak am 01.06.2014 17:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Opel Forever

    Opel im Herzen.Benzin im Blut.Leider Geil

    • Pedro am 01.06.2014 20:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Isch ja guet

      No problem - so lange wir erdöl haben sollten wir es auch verbrennen :-)

    • Peter am 02.06.2014 00:57 Report Diesen Beitrag melden

      Der Manta A

      Dieses Auto ist immer noch zeitlos schön - mit der ersten Manta - Generation ist Opel wahrlich ein Treffer gelungen. Schade dass es das so nicht mehr gibt, weder von Opel noch von anderen Automobil Herstellern.

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